Language

Jess’ Namibia-Abenteuer: In 17 Tagen von der Wüste ins Paradies

Jessica Tyrrell
von Jessica Tyrrell
Veröffentlicht am 18. September 2021
21 Minuten Lesezeit

Begleite mich und meinen Reisebegleiter Alessandro auf dieser Entdeckungsreise. Wir erkunden Namibias bestgehütete Geheimnisse – von der Wüste bis zur Zambezi-Region. Wir sind aus der gewaltigen, glühend heißen Namib-Wüste gestartet und haben in Namibias verstecktem Garten Eden Abkühlung und sattes Grün gesucht. In nur 17 Tagen haben wir das Beste an Tierwelt und Natur erlebt, die Big 5 abgehakt, sind durch raue Landschaften gewandert und haben den ein oder anderen Gin Tonic bei Sonnenuntergang genossen – mal an Wasserlöchern, mal auf Booten, die durch traumhafte Wasserwege gleiten.

Lies weiter für unsere Highlights, inklusive Route, Unterkünften und Aktivitäten!

Kavango-Fluss

Ankunft in Namibia

Internationale Flüge landen meist am Hosea Kutako International Airport in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Als wir kurz vor der Landung aus dem Fenster schauten, fragten wir uns kurz, ob wir uns über der Sahara verirrt hatten! Aber keine Sorge, wir waren genau richtig. Wie eine Wüstenoase taucht der Flughafen plötzlich und fast unauffällig in der weiten, trockenen Landschaft auf. Windhoek ist quasi das Las Vegas des südlichen Afrikas: eine lebendige Metropole, die sich aus einem weitläufigen, felsigen Tal erhebt – nur viel authentischer, ohne grelle Lichter und Casinos. Willkommen in Namibia!

Ankunft am Hosea Kutako International Airport, Namibia

Nachdem wir uns den Schlaf aus den Augen gerieben und uns vergewissert hatten, dass wir nicht träumen, holten wir unser Gepäck und machten uns auf die Suche nach einer lokalen SIM-Karte. In der Ankunftshalle gibt es links einen MTC-Shop und rechts einen von Telecom Namibia. Wir haben uns für MTC entschieden. Die SIM-Karte kostete uns 0,40 € (7 N$), und für 1,5 GB Daten haben wir etwa 13,50 € (235 N$) bezahlt. Wir hatten geplant, unterwegs in Städten oder an Tankstellen einfach Guthaben aufzuladen, daher haben wir uns am Anfang keinen Stress mit großen Datenpaketen gemacht.

Für den Transfer in die Innenstadt haben wir uns die LEFA-App heruntergeladen (das namibische Pendant zu Uber), die es im Google Play Store und Apple App Store gibt. Nachdem wir den angenehm klimatisierten Flughafen hinter uns gelassen hatten, ging es direkt zu Namibia2Go in Windhoek, um unseren Miet-4x4 abzuholen. Die Fahrt vom Flughafen dauert etwa 35 Minuten. Wir sind über die kurvenreiche B6 gefahren, vorbei an sanften Hügeln und durch offene, felsige Ebenen, die mit Dornenbäumen übersät sind.

Kirche in Windhoek
Blick über Windhoek

Etappe 1: Mit dem Mietwagen von Namibia2Go (Windhoek) zur Spitzkoppe

Nachdem wir unseren treuen Begleiter für den Rest der Reise abgeholt hatten, ging es erst einmal in einen kleinen Laden, um uns mit Snacks und Wasser für den Roadtrip einzudecken. Der Tank war voll – wir konnten also direkt loslegen!

Wir ließen die Zivilisation von Windhoek hinter uns und machten uns auf den Weg in die wilde, abgelegene Namib-Wüste. Unser Ziel: die Spitzkoppe, auch das „Matterhorn Afrikas“ genannt. Der riesige Granitberg in Damaraland ist ein echtes Paradies für Wanderer und Kletterer. Die schnellste Route (etwa 3 Stunden) führte uns nördlich von Windhoek auf der B1 bis Okahandja, wo wir auf die B2 Richtung Atlantikküste abbogen. Die Landschaft ist einfach spektakulär. Es ist kaum zu fassen, wie Mensch und Tier hier draußen überleben! Die felsige Savanne wandelte sich allmählich in die sandige, orangefarbene Wüste, als wir uns der Erongo-Region näherten – nur noch weites Land, Sand und Sonne. Das Gefühl von Freiheit war sofort da. Mein Tipp: Leg unbedingt „A Horse With No Name“ von America auf…

Damaraland Namibia
Wüstenstraße in Namibia

Schließlich passierten wir die kleine Wüstenstadt Usakos, nördlich davon erstreckt sich das beeindruckende vulkanische Erongo-Gebirge. In Usakos haben wir noch einmal vollgetankt, unsere Vorräte aufgefüllt und alles besorgt, was wir für die nächsten Tage brauchen könnten. Wir haben sogar einen Reservekanister mit Sprit gefüllt – man weiß ja nie, was einen auf den abgelegenen Nebenstraßen erwartet (Abenteuer pur!).

Von Usakos ging es weiter auf der asphaltierten B2 bis zur Abzweigung auf die D1918. Ab hier hieß es: Schotterpiste. Wir mussten also deutlich vorsichtiger und langsamer fahren. Falls der Sand zu tief wird und du das Gefühl hast, einzusinken, lass ein wenig Luft aus den Reifen – denk nur daran, sie wieder aufzupumpen, sobald du zurück auf Asphalt bist.

Kurz nach der Abzweigung kamen wir am Uiba Oas Crystal Market vorbei. Der perfekte Ort, um mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und wunderschöne Kristalle aus den umliegenden Bergen zu kaufen. Mit unseren funkelnden Schätzen auf dem Armaturenbrett fuhren wir weiter auf der D1918, bis wir rechts auf die D3716 abbogen. Als die Spitzkoppe vor uns auftauchte, blieb uns glatt der Mund offen stehen. Wir fühlten uns wie auf dem Mars! Wir überquerten das (ausgetrocknete) Flussbett des Spitzkop, bogen links auf die D1925 ab und passierten das von der Community geführte Camp samt Wüstenrestaurant. Zu unserer Rechten ragten die Pontok-Berge in die Höhe. Wir bogen rechts in die Lücke zwischen Spitzkoppe und den Pontok-Bergen ein und erreichten schließlich unsere Unterkunft für die Nacht: die Spitzkoppen Lodge. Die felsige Umgebung bietet unzählige Möglichkeiten: Wanderungen mit lokalen Guides, Open-Air-Restaurants, Bars, Fossilien-Fundstätten und vieles mehr.

Panorama der Spitzkoppe in Namibia

Wir haben in der Spitzkoppen Lodge eingecheckt – einer familiengeführten, nachhaltigen Lodge, die sich perfekt in die Granitfelsen einfügt. Die exklusive und stilvolle Unterkunft bietet einen traumhaften Blick auf das Brandberg- und Erongo-Massiv in der Ferne. Es gibt nur 15 Chalets in Zeltbauweise mit eigenem Bad und privater Terrasse. Wenn die heiße namibische Sonne auf die Landschaft brennt, sorgt der Pool für die nötige Abkühlung. Wir haben direkt von der Lodge aus einige Aktivitäten organisiert, wie Radtouren, Ausritte, Wanderungen, Game Drives und Ausflüge zur Vogelbeobachtung. Und ja, WLAN gibt es auch ;) Den ersten Sonnenauf- oder -untergang in der Spitzkoppe werde ich nie vergessen – das Farbenspiel aus Rosa- und Violetttönen auf den Felsen hat mich völlig verzaubert. Wir haben uns bewusst zwei Tage Zeit genommen, um abzuschalten und uns auf das Leben in der Wüste einzulassen. Schon nach kurzer Zeit hatten wir uns an das Klima und das entspannte Tempo hier gewöhnt. Ich wäre am liebsten gar nicht mehr weggefahren!

Spitzkoppen Lodge
Schlafzimmer in der Spitzkoppen Lodge
Sonnenuntergang an der Spitzkoppen Lodge
Pool der Spitzkoppen Lodge

Etappe 2: Von der Spitzkoppen Lodge zum Camp Kipwe

Nach zwei Tagen zwischen den riesigen Felsblöcken der Spitzkoppe machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Wüsten-Refugium: dem Camp Kipwe. Es liegt in der Twyfelfontein Conservancy im Damaraland, etwa 223 km nordwestlich der Spitzkoppe. Die Fahrt führte uns entlang der kargen Namib-Wüste in Richtung Brandberg und dauerte mit Stopps etwa 3,5 Stunden. Mein Tipp: Starte nach einem ausgiebigen Frühstück und einem guten Kaffee. Wir verließen die Spitzkoppen Lodge Richtung Norden und fuhren wieder auf die D3716, diesmal in nördlicher Richtung. An der T-Kreuzung bogen wir links auf die D1930 ab. Auf dieser Strecke triffst du so gut wie niemanden – stell dich also auf absolute Einsamkeit und eine Kulisse ein, die du ganz für dich allein hast! Nach 93 km erreichten wir Uis, der perfekte Ort, um sich die Beine zu vertreten und den Proviant aufzustocken. Für eine kleine Stärkung kann ich dir das „Cactus & Coffee“ empfehlen – ein charmanter und besonderer Spot mitten in der Wüste.

Eselkarren in Namibia
Brandberg in Namibia
Kristalle und Steine in Namibia
Cactus & Coffee in Namibia

Frisch gestärkt verließen wir Uis, bogen auf die C36 und kurz darauf auf die C35 Richtung Norden ab (nicht Richtung Küste!). Wir fuhren am imposanten Brandberg vorbei – mit 2.573 m der höchste Gipfel Namibias – und ließen die Uisberge hinter uns, bevor wir in das felsige Gelände der Kunene-Region eintauchten. Kurz vor der Überquerung des Ugab-Flusses liegt eine winzige Siedlung namens Ugab mit einem noch kleineren Laden, der mit Wildtier-Wandmalereien verziert ist. Schließlich erreichten wir links die D2162. Diese Straße führte uns vorbei am Madisa Camp, dem Malansrus Camp und der Khoendi Guestfarm. Acht Kilometer hinter der Farm lag links die Abzweigung zum Camp Kipwe. Wir waren völlig hin und weg. Es ist keine Fata Morgana, sondern einfach purer, unaufgeregter Luxus mitten in Afrika!

Organ Pipes bei Twyfelfontein
Felsgravur in Twyfelfontein
Wüstenelefant in Twyfelfontein
Burnt Mountain in Namibia

Das Camp Kipwe ist eine kleine, abgelegene Busch-Lodge in der kargen, aber faszinierend schönen Region Twyfelfontein in Namibia, die für ihre uralten Felsgravuren der San bekannt ist. Die neun individuell gestalteten Zimmer bieten dir viel Privatsphäre, Outdoor-Badezimmer, traditionelle Reetdächer und einen spektakulären Blick auf die Umgebung. Das Camp Kipwe bietet geführte Naturwanderungen durch das Twyfelfontein Conservancy an sowie Ausflüge zu den Felsgravuren, den mysteriösen Organ Pipes und dem Burnt Mountain. Ein absolutes Must-do ist der Elephant Nature Drive: Erkunde das Gelände und halte Ausschau nach den selten zu sehenden Wüstenelefanten, die sich perfekt an das trockene, sandige Klima im Norden Namibias angepasst haben.

Camp Kipwe Namibia
Aussicht vom Camp Kipwe
Schlafzimmer im Camp Kipwe
Badezimmer im Camp Kipwe

Etappe 3: Vom Camp Kipwe zur Etosha Safari Lodge

Es fiel uns schwer, unsere nestartige Oase im Herzen von Twyfelfontein zu verlassen. Aber die Wehmut hielt nicht lange an, denn das nächste Highlight wartete schon! Die Rufe der Wildtiere lockten uns, also machten wir uns auf den Weg nach Osten zu Namibias berühmtestem Safari-Ziel – dem Etosha Nationalpark. Wir tauschten die roten Felslandschaften gegen weiße Salzpfannen und fuhren weiter auf der D2612, vorbei am Damara Living Museum. Dieser kulturelle Ausflug lohnt sich absolut: Wir haben viel darüber gelernt, wie die Locals seit Generationen im Einklang mit ihrer trockenen Umgebung leben. An einer T-Kreuzung bogen wir rechts auf die C39 ab und passierten ein weiteres Museum. Nach 46 km westlich von Khorixas erreichten wir den versteinerten Wald. Ein kurzer Stopp, um die Überreste der riesigen Bäume zu bestaunen, die über die Zeit zu Stein geworden sind!

Nachdem wir den versteinerten Wald hinter uns gelassen hatten, erreichten wir nach 46 km die Stadt Khorixas. Hier haben wir nochmal vollgetankt und unsere Vorräte aufgestockt, bevor es auf der C39 weiter landeinwärts Richtung Outjo ging. Wir entschieden uns für einen kleinen Abstecher zum kuriosen „Vingerklip“ (Fingerklippe), die Abzweigung kam etwa 52 km östlich auf der C39. Nach weiteren 20 km standen wir direkt vor dem Felsen und sind den markierten Pfad entlang spaziert.

Damara Living Museum
Versteinerter Wald Namibia
Vingerklip Namibia
Wanderung am Vingerklip in Namibia

Wir fuhren zurück auf die C39, weiter Richtung Outjo und dann auf der C38 nach Norden. Am Flughafen von Outjo vorbei ging es für etwa eine Stunde schnurstracks zum Andersson Gate – dem Tor zum südlichen Teil des Etosha Nationalparks! Die Etosha Safari Lodge liegt nur 10 km südlich davon. Das viele Grün hier ist ein krasser Kontrast zu der kargen Mondlandschaft, an die wir uns mittlerweile gewöhnt hatten. In der Etosha Safari Lodge kannst du bei einem Drink zusehen, wie die glutrote Sonne hinter den Mopane-Wäldern versinkt. Die Lodge thront auf einem Hügel mit weitem Ausblick und bietet 65 Chalets – der perfekte, ruhige Ausgangspunkt, um die Tierwelt des Etosha Nationalparks zu entdecken. Wir sind morgens immer früh raus, um die Tiere zu sehen, solange die Temperaturen noch angenehm kühl waren. Mit im Gepäck: Snacks für den ganzen Tag, Wasser, Bestimmungsbücher, Ferngläser, Kameras und Sonnencreme. Zurück zum Mittagessen? War gar nicht erst geplant!

Etosha Safari Lodge

Es gibt zahlreiche Wasserlöcher im Park, die du erkunden kannst – jedes mit seinem ganz eigenen Charme und unterschiedlichen tierischen Besuchern. Wir haben gelernt, dass man an einem einzigen Wasserloch jederzeit mit einer riesigen Vielfalt an Tieren rechnen kann. Egal, welchen Weg wir einschlugen oder welchen Aussichtspunkt wir ansteuerten: Es war jedes Mal ein tief beeindruckendes Safari-Abenteuer.

Ich wünschte, ich könnte dein Gesicht sehen, wenn du das erste Mal vor der weiten, weißen Salzpfanne stehst. Ein Anblick, den man nicht vergisst – vor allem, wenn man bedenkt, dass hier Nashörner, Elefanten, Giraffen und Löwen in dieser rauen Umgebung überleben.

Kleiner Reminder: Achte unbedingt auf die Ein- und Auslasszeiten der Tore, aber versuch mindestens einmal, den Sonnenuntergang an einem Wasserloch zu erleben (Okaukuejo liegt ziemlich nah am Gate)!

Elefantenbaby im Etosha Nationalpark
Wildtiere im Etosha
Löwen im Etosha-Nationalpark
Nashörner im Etosha-Nationalpark

Etappe 4: Von der Etosha Safari Lodge zu Onguma The Fort

Um den Osten zu erkunden, ging es weiter zu unserem nächsten, wenn auch völlig anderen Safari-Abenteuer: Onguma The Fort im Onguma Private Nature Reserve (hat da jemand „Luxus“ gesagt?!). Die Fahrt quer durch den gesamten Etosha-Nationalpark war einfach der Wahnsinn! Stell dir drei Stunden vor, in denen du ununterbrochen wilde Tiere an den Wasserlöchern beobachten kannst, wie sie im Schatten dösen oder vielleicht sogar auf der Jagd sind. Wir sind durch das Andersson Gate in den Park gefahren und weiter auf der C38 Richtung Osten. Unterwegs kamen wir an zahlreichen Wasserlöchern vorbei, die von einer Vielzahl an Vögeln, Reptilien und Säugetieren besucht wurden. Die Salzpfanne erstreckt sich, soweit das Auge reicht – und da es dort ziemlich hell werden kann, solltest du unbedingt deine Sonnenbrille einpacken.

Etosha-Salzpfanne

Schließlich erreichten wir das Namutoni (Von Lindequist) Gate, das östliche Tor zum Park. Wir verließen den Park (sei nicht traurig, denn in Onguma wartet ein echtes Highlight auf dich!), bogen links ab und dann rechts auf die Sandpiste, die uns zurück zur Etosha-Salzpfanne führte – diesmal an die Nordseite! Nachdem wir den Owambo überquert hatten, passierten wir die schattigen Campingplätze und Camps von Onguma. Wir fuhren eine Kurve und standen plötzlich vor einem Anblick, den man fast für eine Fata Morgana halten könnte, wenn man zu lange auf die weiße Salzpfanne gestarrt hat. Onguma The Fort ist absolut einmalig in Namibia – und es ist kein Traum, es ist wirklich da!

Wir haben das Leben wie Könige in diesem luxuriösen Busch-Refugium genossen, das afrikanische, indische und marokkanische Designelemente vereint. Die 13 Suiten sind perfekt für Reisende, die es in Onguma The Fort etwas ruhiger angehen lassen wollen. Von einer der besten Aussichtspunkte über die Etosha-Wildnis konnten wir jeden Sonnenauf- und -untergang auf der traumhaften Terrasse bewundern, die über hunderten von Kameldornbäumen thront. Wir haben die Wildtiere sogar direkt von unserem Zimmer aus am Wasserloch beobachtet und sie im Onkolo Hide hautnah erlebt! Um die Seele baumeln zu lassen, habe ich mir eine Massage gegönnt und bin mehrmals in den Pool gesprungen.

Onguma The Fort
Tisch im Onguma The Fort
Innenhof des Onguma The Fort
Schlafzimmer im Innenhof des Onguma The Fort

Etappe 5: Von Onguma The Fort zur Hakusembe River Lodge

Nach zwei traumhaften Nächten verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern. Der Fluss rief! Es war an der Zeit, die weniger befahrenen Straßen Namibias zu erkunden und uns in den grünen Norden aufzumachen – eine Region voller Wasserläufe, Wälder und üppiger Natur. Hat da jemand Flusspferde gesagt?

Wir fuhren auf der B1 Richtung Süden nach Tsumeb. Die Stadt gilt als das „Tor zum Norden“ Namibias, ist ein lebendiger Ort und perfekt, um sich mit allem Nötigen einzudecken. Da wir unbedingt einen der beiden einzigen natürlichen, permanenten Seen Namibias sehen wollten, legten wir 21 km vor Tsumeb einen Stopp am Otjikoto-See ein. „Otjikoto“ bedeutet so viel wie „tiefes Loch“ – und genau das ist es: ein 145 Meter tiefer Einsturzkrater. Früher war es eine Höhle, deren Decke einstürzte und das darunterliegende Wasser freigab.

Wieder zurück auf der Strecke folgten wir der B1, bis sie in die C42 überging. Diese Straße führt dich nach Grootfontein (wo wir später noch vorbeischauen). Ab Grootfontein ging es weiter auf dem Trans-Caprivi-Highway (auch B8 genannt). Die asphaltierte Strecke verbindet Namibia, Sambia, Simbabwe, Angola und Botswana und ist die Hauptschlagader durch die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA) – das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet der Welt.

Kavango, Namibia

Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wie sich die Landschaft veränderte – ein krasser Kontrast zu den Wüsten, die wir die Woche zuvor gesehen hatten! Irgendwann passierten wir den Mangetti National Park, ein von der Gemeinde geführtes Schutzgebiet voller Wildtiere (ich habe mir fest vorgenommen, das beim nächsten Mal genauer zu erkunden). Kurz darauf erreichten wir den Norden Namibias, direkt an der Grenze zu Angola! Rundu ist die größte Stadt in der Kavango-Region und liegt direkt am Cubango/Kavango River. Hier gibt es genug Läden, um sich mit allem Nötigen einzudecken, und die Holzschnitzereien, für die die Region berühmt ist, sind wirklich sehenswert. Wir ließen Rundu hinter uns und fuhren auf der B10 Richtung Nordwesten, bis wir rechts auf die Zufahrt zur Hakusembe River Road abbogen, die direkt zum Fluss führt.

Kavango River Namibia
Graufischer am Kavango
Sonnenuntergang am Kavango River
Sundowner am Kavango

Kannst du das Wasser schon hören und riechen? Und das Gurren der Vögel oder das Grollen hungriger Elefanten? Wir fuhren durch Wasserwege und Feuchtgebiete – das trockene Landesinnere Namibias war plötzlich ganz weit weg. Diese Oase, die vor uns auftauchte, hatten wir so nicht erwartet; ein echter Geheimtipp und einfach nur spektakulär. Kurz vor der Hakusembe River Lodge liegt das Mbumza Living Village, wo wir einen Stopp einlegten, um mehr über die Bräuche und Traditionen der Locals zu erfahren.

Wo endet der Weg abseits der ausgetretenen Pfade? Direkt am Flussufer. Und was für ein Anblick: eine üppig grüne Oase am Kavango River. Wir haben die Ruhe am Fluss in einem der 20 Chalets genossen, sind zum Sonnenuntergang an Bord der Hakusembe River Queen gehüpft, durch das nahegelegene Kulturdorf geschlendert und haben auf der Terrasse der sanften Symphonie der Vögel gelauscht. Der perfekte Ort für einen Zwischenstopp, um mal richtig abzuschalten und durchzuatmen!

Rasenfläche der Hakusembe River Lodge
Schlafzimmer in der Hakusembe River Lodge
Bootsfahrt bei der Hakusembe River Lodge
Terrasse der Hakusembe River Lodge

Etappe 6: Von der Hakusembe River Lodge zur Nambwa Tented Lodge

Unser natürlicher Wecker – das morgendliche Gezwitscher einheimischer Vögel – holte uns sanft aus dem Schlaf. Das Leben am Fluss ist einfach herrlich! Und es wird sogar noch besser. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den fünfstündigen Roadtrip in Namibias Sambesi-Region (auch bekannt als das Garten Eden des Landes). Wir fuhren entlang des Kavango, der später in das Okavango-Delta in Botswana mündet, und passierten kleine Dörfer inmitten von Feldern und Wäldern. Nach gut zwei Stunden erreichten wir Divundu, das Tor zur Kavango- und Sambesi-Region. Wir folgten weiter der B8 über den Kavango/Cubango River, immer auf der Suche nach grünen Weiden. Da sich der Bwabwata Nationalpark über einen Großteil dieses Gebiets erstreckt, kann Google Maps hier schon mal verwirrend sein. Wichtig: Wir wollten zum Kwando-Kerngebiet im äußersten Osten an der Grenze zum Kwando River, nicht zum Haupteingang des Bwabwata Nationalparks bei Divundu.

Nach weiteren zwei Stunden tauchte auf der rechten Seite das Schild zum Bwabwata Nationalpark – Kwando Core Area – auf. Genau hier erwarteten uns unsere Gastgeber für die Nacht! Falls du über den Kwando River fährst, bist du zu weit. Nachdem wir am Parkeingang die Gebühr bezahlt und uns mit Papierkarten sowie Infomaterial eingedeckt hatten (glaub mir, die brauchst du!), ließen wir etwas Luft aus den Reifen. Zeit, sich auf die sandigen und teilweise überfluteten Wege vorzubereiten!

Roter Litschi am Kwando River
Elefanten am Kwando River
Zebras im Bwabwata Nationalpark
Flusspferd am Kwando River

Wir folgten der sandigen, kurvigen Piste etwa 14 Kilometer ab dem Eingangstor Richtung Süden entlang des Kwando River. Dabei nahmen wir jeden Abstecher mit, der uns direkt ans Wasser des Feuchtgebiets führte. Schließlich erreichten wir Nambwa Island. Dort wurden wir von unseren Gastgebern herzlich in Empfang genommen und in unser ganz persönliches Baumhaus-Palast-Paradies begleitet. Am Nachmittag bekamen wir Besuch von einer Elefantenherde, die direkt unter unserem Holzsteg von den Baumfrüchten naschte. Wir konnten jedes einzelne Wimpernhaar erkennen, die feinen Falten ihrer dicken Haut sehen und das leise Grollen ihrer Mägen hören. Die Lodge bietet zehn luxuriöse Zeltsuiten, die hoch oben in majestätischen Jackalberry-, Wurst- und Knobthorn-Bäumen thronen. Die unglaublich geräumigen Suiten lassen sich komplett öffnen und vermitteln ein Gefühl von grenzenloser Weite. Von unserer privaten, großen Terrasse aus beobachteten wir, wie sich der Himmel in Violett- und Bernsteintöne tauchte – der perfekte Moment, um neue Energie für die kommenden Abenteuer zu tanken. Bei Game Drives zum Sonnenuntergang und Bootsfahrten haben wir das wilde, grüne Namibia in vollen Zügen genossen: von Flüssen voller Flusspferde bis hin zu Ufern, an denen sich die Büffel tummeln. Hier haben wir unsere Big-5-Liste vervollständigt und mehr Tiere gesehen als irgendwo sonst in Namibia!

Terrasse der Nambwa Tented Lodge
Holzsteg der Nambwa Tented Lodge
Schlafzimmer in der Nambwa Tented Lodge
Badezimmer in der Nambwa Tented Lodge

Unser Leben hatte sich mittlerweile ganz auf den friedlichen Rhythmus der ruhigen Wasserwege eingestellt. Die Flüsse und ihre Umgebung sind ein wahrer Schatz – sowohl für die Menschen, die hier leben, als auch für die Tierwelt! Es gibt zahlreiche kulturelle Dörfer und Kunsthandwerkszentren, in denen du wunderschöne Souvenirs kaufen oder mehr über die lokalen Bräuche erfahren kannst. Viele Mitglieder der Schutzgebiete engagieren sich zudem im Tourismus, was einen wichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaft und zum Lebensstandard der Menschen vor Ort leistet.

Etappe 7: Von der Nambwa Tented Lodge zum Divava Okavango Resort & Spa

Nachdem wir uns von den Wäldern und Überschwemmungsgebieten der Nambwa Tented Lodge verabschiedet hatten, ging es für uns wieder Richtung Westen nach Divundu. Kurz nachdem wir den Cubango/Kavango überquert hatten, bogen wir links ab auf eine Straße, die dem Flusslauf bis zu einer großen Schleife folgt. Wir kamen am Popa Falls Resort vorbei – ein toller Zwischenstopp, um die beruhigenden Stromschnellen der Popa Falls zu bestaunen, bevor wir das Divava Okavango Resort & Spa erreichten, das direkt am Ufer des lebensspendenden Flusses liegt. Nach der aufregenden Reise gönnte ich mir einen Besuch im Divava Okavango Spa, einem Ort, der Natur und Entspannung perfekt vereint. Alle 20 strohgedeckten Zimmer liegen inmitten der ruhigen Gartenanlage, und das Essen im hauseigenen Restaurant war einfach köstlich. Das Resort bietet einen traumhaften Blick über den Okavango und ist für uns neugierige Entdecker der ideale Ausgangspunkt für Vogelbeobachtungen und andere Aktivitäten.

Divava Okavango Resort & Spa
Terrasse des Divava Okavango
Mokoro Divava Okavango
Schlafzimmer im Divava Okavango

Etappe 8: Vom Divava Okavango Resort & Spa zur Fiume Lodge

Wir ließen unser Zen-Refugium hinter uns und tauchten wieder in die raue, trockene Wildnis ein. Über den TransCaprivi Highway ging es direkt nach Grootfontein – eine landwirtschaftlich geprägte Stadt, die für den Hoba-Meteoriten bekannt ist, den größten intakten Meteoriten der Welt! 35 km vor Grootfontein und nur 3 km von der B8 entfernt liegt die Fiume Lodge and Game Farm. Das familiengeführte, 14.000 Hektar große private Wildreservat ist das Zuhause von Giraffen, Elenantilopen, Oryx, Zebras – und für eine Nacht auch von uns! Die gemütliche Lodge mit ihren weitläufigen Grünflächen bietet Platz für die ganze Familie; in den 9 stylischen En-suite-Chalets mit Blick auf den wunderschönen Garten lässt es sich herrlich entspannen. Wir haben eine 2,5-stündige Sundowner-Fahrt gemacht, bei der wir jede Menge kleine und große Tiere gesehen haben, begleitet von Snacks und erfrischenden Drinks. Wir haben sogar einen Tag als Farmer verbracht und ihn bei seinen täglichen Aufgaben begleitet. Wenn du Lust auf ein echtes Abenteuer hast, kannst du einen Game Drive in den Mangetti oder Khaudum Nationalpark unternehmen – mit etwas Glück triffst du dort sogar auf Afrikanische Wildhunde!

Fiume Game Lodge
Sitzbereich der Fiume Lodge
Wildhund im Mangetti Nationalpark
Elefant und Nashorn im Mangetti Nationalpark

Etappe 9: Von der Fiume Lodge zum Okakeua Farmstay

Wir blieben dem familiären Vibe zum Ende unserer Reise treu und machten uns von der Fiume Lodge auf den Weg zum Okakeua Farmstay. Nach einer entspannten Fahrt von 3 Stunden und 15 Minuten kamen wir an. Unsere Route führte uns über Grootfontein auf der B8 bis Otavi, dann weiter Richtung Süden auf der B1 durch Otjiwarongo, bis wir schließlich auf die D2404 und D2475 abbogen und unser Zuhause auf Zeit erreichten. Unterwegs legten wir einen Stopp im Okonjima Nature Reserve ein – ein weitläufiges, landschaftlich reizvolles Reservat und das Zuhause der AfriCat Foundation. Hier kannst du zahlreiche gerettete Raubkatzen und andere Tiere wie Geparden, Hyänen und Leoparden aus nächster Nähe sehen. Wir haben einen Game Drive durch das Akazien-Gestrüpp unternommen, sind gewandert, haben Vögel beobachtet und den Tag bei Sundowners ausklingen lassen, bevor wir uns in unser ruhiges Farmstay zurückzogen. Dort ließen wir uns mit köstlichen, hausgemachten Mahlzeiten verwöhnen, sprangen zur Abkühlung in den Pool und haben viel über nachhaltige Landwirtschaft gelernt.

Kalahari-Straße in Namibia
Gepard im Okonjima Nature Reserve
Okakeua Farmstay
Gemüsegarten im Okakeua Farmstay

Etappe 10: Vom Okakeua Farmstay zum Flughafen Windhoek

An unserem letzten Morgen in Namibia ging es Richtung Süden. Über die D2180 und die B1 steuerten wir Okahandja an. Die Stadt wird oft als „Gartenstadt“ Namibias bezeichnet und gilt als historisches Zentrum der Herero. Ein absolutes Muss ist der Okahandja Mbangura Woodcarvers Craft Market: Hier verkaufen Künstler aus der Umgebung ihre handgefertigten Stücke. Der perfekte Ort, um noch ein paar Souvenirs einzupacken, bevor du weiter nach Windhoek fährst! Die Fahrt vom Okakeua Farmstay nach Okahandja dauerte etwa 50 Minuten, und für die Strecke zum Hosea Kutako International Airport über die B1 und B6 durch Windhoek haben wir noch einmal eineinhalb Stunden gebraucht. Da unser Flug erst abends ging, konnten wir in der Stadt noch ein bisschen Sightseeing machen, bevor es auf die letzte Etappe ging.

Windrad an der B1 in Namibia
Holzschnitzer in Okahandja
Landschaft in der Kalahari, Namibia
Sonnenuntergang bei Windhoek

Und so schnell gingen 17 Tage Traumreise durch Namibia zu Ende – ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Vielfalt an Eindrücken, Gerüchen und Geschmäckern war mit keinem unserer bisherigen Abenteuer zu vergleichen. Namibia ist ein Land voller spektakulärer und unerwarteter Landschaften, das uns bis zur letzten Minute mit seinen Naturschönheiten begeistert hat. Es ist ein einladender, befreiender Ort, der mir sehr am Herzen liegt. Diese unberührten Regionen Namibias sind vom Massentourismus noch weit entfernt, und genau das macht ihren Reiz aus. Das gesamte Konzept basiert auf nachhaltigem und verantwortungsbewusstem Reisen, ohne dass du dabei auf Komfort, Sicherheit oder unvergessliche Momente verzichten musst. Wir versprechen dir: Dieses Land wird dein Herz im Sturm erobern.

Elefant im Kwando-Fluss, Namibia

Wenn du Lust hast, abseits der ausgetretenen Pfade zu reisen, wirst du auf dieser Tour voll auf deine Kosten kommen. Viatu bietet diesen Trip an – und das Beste: Er lässt sich ganz individuell anpassen! Also los, wage dich ins Unbekannte…