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Die Erongo-Region: Der ultimative Travel Guide

Nina van Zyl
von Nina van Zyl
Veröffentlicht am 22. Juli 2021
10 Minuten Lesezeit

Die Erongo-Region in Namibia ist quasi das Tor zur Küste und zum Damaraland – ein Gebiet, das nur so vor beliebten Sehenswürdigkeiten und Highlights strotzt. Die Region ist riesig und es gibt unglaublich viel zu entdecken. Aber keine Sorge: Wir haben alles, was du über die Erongo-Region wissen musst, für dich zusammengefasst, bevor du zu deinem Namibia-Roadtrip aufbrichst.

Lage

So kommst du hin

Die Erongo-Region erstreckt sich über ein riesiges Gebiet – vom Küstenstreifen landeinwärts bis zum südlichen Damaraland und hinunter zum Namib-Naukluft-Park. Von Windhoek aus erreichst du die Region ganz einfach über die B2 in Richtung Westen. Zu Zielen wie dem Brandberg, der Spitzkoppe oder Twyfelfontein zweigen von der B2 gut befahrbare Schotterpisten ab. Entlang der Küste sind die Straßen zwischen Henties Bay, Swakopmund und Walvis Bay asphaltiert und bestens ausgeschildert.

Karte der Erongo-Region

Beste Reisezeit

Wie für den Großteil Namibias gilt auch hier: Die ideale Reisezeit (rein wettertechnisch) liegt im Herbst und Winter, also zwischen März und September. In diesen Monaten sind die Temperaturen in der Wüste deutlich angenehmer und nicht so extrem wie im Hochsommer von Dezember bis Februar.

An der Küste sieht das allerdings anders aus: Der Dezember bietet dort eine willkommene Abkühlung zur Hitze im Landesinneren und ist bei Einheimischen extrem beliebt für einen Strandtag. Außerdem ist das Wasser des Atlantiks dann nicht ganz so eisig – perfekt, wenn du dich ins kühle Nass stürzen willst.

  • Am besten
  • Gut
  • Akzeptabel
  • Januar

  • Februar

  • März

  • April

  • Mai

  • Juni

  • Juli

  • August

  • September

  • Oktober

  • November

  • Dezember

Highlights

Brandberg

Die Erongo-Region wird oft direkt mit der namibischen Küste in Verbindung gebracht, aber hier gibt es weit mehr zu entdecken als nur den Atlantik. Der Brandberg zum Beispiel – Namibias höchster Berg und Heimat von tausenden Felsmalereien – liegt ebenfalls im Erongo. Die berühmteste davon ist die „White Lady“, eine uralte Malerei, die eine weiße Frau inmitten einer Gruppe indigener Jäger und Sammler zeigt. Forscher gehen heute allerdings eher davon aus, dass es sich um einen Schamanen handelt. Andere halten hartnäckig an der Theorie fest, es sei eine Frau europäischer Abstammung, womöglich eine Wikingerin. Schau es dir am besten selbst an und bilde dir eine eigene Meinung. Der Berg ist zudem eine tolle Herausforderung für Wanderer, besonders nach regenreichen Jahren, wenn sich auf dem Berg Trinkwasser findet (und kleine Pools, in denen du dich erfrischen kannst).

Brandberg, Namibia

Spitzkoppe

Dann ist da noch die Spitzkoppe: eine Ansammlung von Felsformationen in einer ansonsten flachen Landschaft. Locals und Touristen lieben es, die niedrigeren Höhen zu erklimmen, während man die anspruchsvollen Kletterrouten zu den Gipfeln lieber den Profis überlässt. Auf dem Weg zur Spitzkoppe findest du viele kleine Stände, an denen hübsche Steine und Kristalle aus der Region verkauft werden. Mit etwas Glück ergatterst du einen richtig tollen Rauchquarz – der Stein, für den Namibia bekannt ist. Die Spitzkoppe ist ein beliebter Camping-Spot mit komfortablen Stellplätzen und sanitären Anlagen. Und die Sonnenuntergänge? Die sind einfach der Wahnsinn zum Tagesausklang.

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Das Erongo-Gebirge

Direkt vor den Toren von Omaruru erhebt sich das Erongo-Gebirge. Es ist der Überrest eines uralten Vulkans, der in sich zusammenbrach und eine riesige Caldera bildete. Über Jahrhunderte hinweg hat die Erosion die oberen Gesteinsschichten abgetragen und einen markanten Ring aus rotem Granit freigelegt. Während der südliche Teil der Caldera nicht zugänglich ist, führt dich die Fahrt von Omaruru nach Uis durch den nördlichen Teil des Gebirges – die Aussicht ist einfach traumhaft und lässt jeden Reisenden staunen.

Straße, die zu den Spitzkoppe-Bergen führt.

Wie viele andere Berge in dieser Region ist auch das Erongo-Gebirge für seine zahlreichen Felsmalereien bekannt. Die Gegend muss für die Menschen der Urzeit ein wichtiger Orientierungspunkt gewesen sein, denn die Felswände sind übersät mit alten Zeichnungen und Gravuren. Wenn du diese Schätze sehen möchtest, kannst du den Zugang einfach über die Betreiber der verschiedenen Gästefarmen arrangieren, die rund um und direkt im Gebirge liegen.

Übrigens: Im Erongo-Gebirge lebt auch eine Population von Spitzmaulnashörnern. Dank des sogenannten „Rhino Sanctuary“ werden sie dort von der lokalen Gemeinschaft geschützt und bewahrt.

Wanderer in der Nähe von Bull’s Party, Erongo-Gebirge, Namibia.


Swakopmund und Walvis Bay

Du kannst die Erongo-Region einfach nicht besuchen, ohne dir Swakopmund anzusehen. Mit seiner charmanten deutsch-kolonialen Architektur und der entspannten Atmosphäre lohnt es sich absolut, einen Tag damit zu verbringen, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Eine kurze Fahrt Richtung Süden bringt dich nach Walvis Bay, wo die Lagune für ihre vielfältige Vogelwelt bekannt ist. Die Stadt ist zudem der Ausgangspunkt für Bootsausflüge, bei denen du mit etwas Glück Delfine und mehr entdeckst. Es heißt sogar, dass Wale in dieses alte Brutgebiet zurückkehren (der Name der Stadt bedeutet auf Afrikaans „Walbucht“). Ganz in der Nähe liegt die beeindruckende Dune 7 – die solltest du allerdings nur frühmorgens erklimmen. Später am Tag steigen die Temperaturen extrem an, und der Aufstieg durch den heißen Sand wird dann zur echten Herausforderung.

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Henties Bay

Weiter nördlich liegt Henties Bay, eine kleine Siedlung, die bei Anglern besonders beliebt ist. Hier bekommst du im Tourism Office auch dein Permit für den Dorob-Nationalpark.

Straße zwischen Torra Bay und Henties Bay, Erongo, Namibia.

Dorob-Nationalpark

Der Dorob-Nationalpark ist in Namibia ein echtes Novum. Das Besondere: Er vereint ein riesiges Freizeitangebot für Besucher mit dem Schutz eines extrem empfindlichen Ökosystems. Es gibt keine Tore oder bewachten Eingänge – nur Schilder weisen dich darauf hin, dass du das Gebiet erreicht hast. Der Park erstreckt sich vom Kuiseb River im Süden bis zum Ugab River im Norden, umfasst 8.176 km² und verbindet die Skeleton Coast mit dem Namib-Naukluft-Park. Wichtig: Offroad-Fahren ist hier streng verboten – bleib also unbedingt auf den ausgewiesenen Wegen und Pisten.

Messum-Krater, Dorob-Nationalpark

Omaruru

Das kleine Städtchen Omaruru ist als lebendige Künstler-Community bekannt. Überall im Ort findest du Ateliers und kleine Galerien. Jedes Jahr lockt der „Artist Walk“ Besucher aus dem ganzen Land an, bei dem die lokalen Künstler ihre Werke präsentieren. Der Omaruru River schlängelt sich durch die Stadt – meistens ist er trocken, aber nach dem ersehnten Regen erwacht er zum Leben und zieht eine Vielzahl an Vögeln an, die du hier wunderbar beobachten kannst. In der Nähe gibt es zudem Felsmalereien in der Paula- und Etemba-Höhle zu entdecken. Am Stadtrand liegt die Kristall Kellerei, wo Brandy und lokale Weine produziert werden – ein Stopp für eine Verkostung lohnt sich definitiv.

Erindi Private Game Reserve

Etwa eine Stunde Fahrt landeinwärts von Omaruru entfernt liegt Erindi, das größte private Wildreservat des Landes und ein absolutes Highlight. Auf den 70.719 Hektar tummeln sich unzählige Tierarten, von Elefanten und Afrikanischen Wildhunden bis hin zu Nashörnern und Hyänen. Im Park gibt es zwei Unterkünfte: die Old Traders Lodge und das Camp Elephant. Ein echtes Abenteuer, das du dir nicht entgehen lassen solltest, ist eine geführte Wanderung – so kommst du den Bewohnern des Reservats hautnah.

Zwei Giraffen im Erindi Private Game Reserve.

Aktivitäten

Da die Erongo-Region riesig ist, gibt es hier unglaublich viel zu entdecken. Ein Abstecher an die Küste ist natürlich Pflicht – allen voran Swakopmund, das absolute Zentrum für Action in Namibia. Ob Fallschirmspringen, Quad-Biking, Sandboarding oder Surfen: In diesem kleinen Küstenort kommt garantiert keine Langeweile auf.

Weiter landeinwärts solltest du unbedingt eine Nacht unter dem Sternenhimmel bei der Spitzkoppe oder dem Brandberg einplanen. Danach locken Wanderungen durch die Umgebung, bei denen du die gewaltigen geologischen Formationen und die faszinierenden Felsmalereien erkunden kannst, für die die Region bekannt ist. Ein kleiner Tipp für Vogelbeobachter: Halte bei der Spitzkoppe zwischen den Felsblöcken Ausschau nach dem Herero-Steinschmätzer – mit etwas Glück bekommst du diesen seltenen Vogel vor die Linse.

Sandboarding in Swakopmund
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Nahe dem Brandberg verläuft der Ugab River. Die Gegend ist bekannt für ihre frei lebenden Nashörner und eignet sich hervorragend für einen spannenden Roadtrip auf eigene Faust.

Ebenfalls sehenswert ist die uralte Landschaft rund um den Messum-Krater. Diese riesige Formation mitten in der Wüste ist ein tolles Ziel für eine Fahrt durch die karge Wildnis.

Entlang der Küste im Dorob-Nationalpark findest du zudem erstklassige Angelreviere. Achte einfach auf die Straßenschilder, die beliebte Angelplätze markieren – mit etwas Geduld gehen dir hier vielleicht Galjoen oder Steenbras an den Haken.

Kristalle, Edelsteine und Halbedelsteine

Namibias Kristalle und Edelsteine sind weltweit bekannt. Diese atemberaubenden Steine werden in der Erongo-Region rund um das Brandberg-Massiv, die Spitzkoppe und das Erongo-Gebirge abgebaut.

Während große, wertvolle Exemplare oft auf den internationalen Markt gelangen, findest du an den einfachen Ständen entlang der Schotterpiste zur Spitzkoppe oder auf den Märkten und in den Läden von Swakopmund oft kleinere, aber nicht weniger hübsche Kristalle.

Für echte Kristall-Fans ist die Crystal Gallery in Swakopmund ein absolutes Must-See. Hier kannst du den weltweit größten Kristall bestaunen, der in Namibia gefunden und geborgen wurde.

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In der Umgebung

Ganz in der Nähe der südlichen Grenze der Erongo-Region liegt die kleine Siedlung Solitaire. Sie ist nicht nur für ihren Apfelkuchen berühmt, sondern auch der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge ins Sossusvlei.

Im Norden ist es von Henties Bay aus weniger als eine Tagesreise in den Skeleton Coast National Park, wo du garantiert auf einige der Schiffswracks stößt, die den Strand säumen. Die Erongo-Region dient zudem als Tor zum Damaraland, zu dem auch das bereits erwähnte Brandberg-Massiv gehört – ein Paradies für Tierbeobachtungen.

Die Erongo-Region bildet den südlichen Teil des Damaralandes, einer Gegend, die für ihre weite Wildnis und unberührte Natur bekannt ist. Wenn du nördlich des Brandbergs in das Herz des Nashorn-Landes reist, kannst du das berühmte Twyfelfontein erkunden, wo dich tausende jahrtausendealte Felsgravuren erwarten.

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Felsgravuren und Felsmalereien in Twyfelfontein.jpeg

Wildlife & Safari

Die Erongo-Region ist Teil des südlichen Damaralandes und umfasst das Wüstenökosystem des Namib-Naukluft-Nationalparks – du kannst dir also sicher sein, dass hier eine große Vielfalt an Tieren zu Hause ist. Rund um die B2 sowie in der Nähe der Spitzkoppe und des Erongo-Gebirges triffst du mit etwas Glück auf Kudus und Springböcke. Auch Leoparden streifen durch diese Berge, sind aber selten zu sehen. Rund um die Spitzkoppe lebt zudem der Hereroschmätzer, ein Vogel, der fast nur hier vorkommt und für Vogelliebhaber ein absolutes Highlight ist.

Wenn du von Swakopmund aus in die Wüste aufbrichst, entdeckst du vielleicht Wüstenchamäleons, Eidechsen, Schlangen oder kleine Tok-Tokkies (eine Käferart). Halte auch Ausschau nach der Dünenschnäpperlerche, dem einzigen Vogel, der ausschließlich in Namibia vorkommt. Ein Bootsausflug ab dem Hafen von Walvis Bay ist zudem eine großartige Möglichkeit, den Tag mit Robben, Delfinen und Pelikanen zu verbringen.

Der wohl beeindruckendste Anblick in der Region ist die Cape Cross Seal Colony. Hier tummeln sich über 200.000 Ohrenrobben! Als Besucher kannst du sie von einem Holzsteg aus beobachten, der entlang des Strandes verläuft – die donnernden Wellen und der orangefarbene Sand im Hintergrund machen das Erlebnis perfekt.

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Unterkünfte

So planst du die Erongo-Region in dein Namibia-Abenteuer ein

Die Erongo-Region ist ein absolutes Muss für deine Namibia-Reise! Schau dir am besten direkt diese Trips an, bei denen die Region bereits Teil der Route ist:

Insider-Tipps

  • Denk dran: In der Wüste wird es nachts richtig kalt, besonders im Winter. Pack also unbedingt eine Jacke und eine Mütze ein.

  • Nimm für Spaziergänge immer eine Kopfbedeckung mit, auch wenn du nur kurz unterwegs bist.

  • Hab bei Ausflügen immer eine Flasche Wasser griffbereit und leg dir für den Notfall einen Vorrat ins Auto.

In der Erongo-Region gibt es so viel zu entdecken – verlier keine Zeit. Bereit für das Abenteuer deines Lebens?