


Fazit
Lange Zeit wurde der Tourismus kaum für seinen Beitrag zur Klimakrise, Umweltverschmutzung und sozialen Ungleichheit zur Rechenschaft gezogen – ebenso wenig wie für seine Rolle bei der Zerstörung kultureller und natürlicher Lebensräume. Wenn wir jedoch die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen bewusst in den Blick nehmen und gleichzeitig die Bedürfnisse von Reisenden, der Industrie, der Umwelt und den lokalen Gemeinschaften berücksichtigen, kann der Tourismus ein entscheidender Hebel für nachhaltige Lösungen für Mensch und Planet sein.
Als leidenschaftliche Reisende und Umweltschützer setzen wir uns bei Viatu für eine nachhaltige Zukunft des Reisens ein. Unser gesamtes Geschäftsmodell basiert auf diesem Anspruch. Deshalb haben wir bei Viatu die wichtigsten Akteure und Aspekte in unserem direkten Einflussbereich identifiziert:

Unsere Reiseziele
Wir wählen Reiseziele aus, die auf soliden Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards basieren. Orte, an denen Tourismus soziale, kulturelle oder ökologische Schäden anrichtet, meiden wir konsequent. Um unsere Standards bei der Entwicklung und Verwaltung nachhaltiger Reiseangebote zu sichern, orientieren wir uns an den Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC-D) [2].

Unsere Partner vor Ort
Wir arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen – seien es Hotels, Tourismusverbände oder Zertifizierungsstellen –, die unsere Nachhaltigkeitsziele teilen. Potenzielle Partner prüfen wir mit einem Viatu-Fragebogen, der auf dem Green Globe International Standard for Sustainable Tourism [3] basiert. Dabei schauen wir uns genau an, wie sie ihr Unternehmen führen, ob sie die Artenvielfalt und das lokale Erbe schützen und welchen positiven Beitrag sie für die Gesellschaft leisten.

Der Einfluss unserer Reisenden
Wir möchten unsere Reisenden dabei unterstützen, ihren ökologischen Fußabdruck bewusst zu gestalten. Über unsere Website, unseren Blog und Newsletter informieren wir über aktuelle Nachhaltigkeitsthemen und geben Tipps für verantwortungsbewusstes Reisen. Wir bitten alle unsere Gäste, das Viatu Travel Pledge zu unterzeichnen – ein Versprechen für einen respektvollen Umgang mit Kultur und Natur. Um unseren Teil zum globalen Ziel der Netto-Null-Emissionen beizutragen, gleichen wir die Emissionen aus Mietwagenfahrten und Hotelaufenthalten über unsere Integration mit Squake [4] für unsere Reisenden aus.

Unsere internen Abläufe
Wir sind Unterzeichner des UN Global Compact und verpflichten uns, die zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung umzusetzen [6]. Zudem bekennen wir uns zu den 13 Leitprinzipien der „Future of Tourism“-Initiative [7], um die Tourismusbranche nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.

Impact-Messung und Berichterstattung
Unser Rahmenwerk zur Messung unserer Auswirkungen orientiert sich am „Communication on Progress“-Ansatz (CoP) der Vereinten Nationen. Jährlich veröffentlichen wir einen Bericht, in dem wir unsere Fortschritte, Anpassungen und zukünftigen Ziele transparent neben unseren Finanzergebnissen darlegen. Um unseren Einfluss auf Unternehmensführung, Mitarbeiter, die Gemeinschaft und die Umwelt quantitativ zu erfassen, nutzen wir das B Impact Assessment Tool [8].

Unser Angebot für den bewussten Reisenden
Wir bieten dir die Möglichkeit für eine tiefgreifende und bereichernde Reise, die weder unserem Planeten noch den Menschen schadet.
Im Detail
Ein dramatisches Merkmal unserer globalisierten Welt ist, wie leicht – und oft gedankenlos – wir unseren fragilen Planeten bereisen. Vor COVID waren jährlich rund 1,4 Milliarden Menschen unterwegs – das sind 18 % der Weltbevölkerung. Als Branche, die für 8 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wurde der Tourismus bisher kaum für seinen Beitrag zur Klimakrise, zur Umweltverschmutzung oder zu sozialer Ungleichheit zur Rechenschaft gezogen. Auch die Zerstörung kultureller und natürlicher Landschaften geht oft auf sein Konto. Dabei ist der Tourismus zweifellos ein entscheidender Wirtschaftszweig: Er kurbelt die Einnahmen an, macht 10 % des globalen BIP sowie 3 % der weltweiten Arbeitsplätze aus, fördert den kulturellen Austausch, verbessert das Leben vor Ort, trägt zum persönlichen Wohlbefinden bei und finanziert humanitäre sowie ökologische Projekte.
Doch die negativen Folgen des ungebremsten Massentourismus wiegen mittlerweile schwerer als die Vorteile. Das zeigen aktuelle Klimaberichte [1] und Reiseziele, die unter Overtourism leiden: Orte, die schlichtweg überlaufen sind, weil das Reisen keinerlei Grenzen kennt. Zu den Leidtragenden zählen Länder wie Thailand, Bali, Spanien oder Italien. Dort sind die Straßen verstopft, die Tierwelt ist bedroht, Strände sind vermüllt, historische Stätten beschädigt und Einheimische wurden aus ihrem Umfeld verdrängt.




Der weltweite Stillstand durch die COVID-19-Pandemie bot uns allen einen einzigartigen Moment zum Innehalten – auch wenn dieser längst überfällig war. Wir konnten reflektieren, wie schädlich und nicht nachhaltig unser bisheriges „Weiter so“ eigentlich ist. Der Klimawandel betrifft jeden Kontinent, jede Region und jeden Ozean auf der Erde und beeinflusst unser Wetter maßgeblich. Aber was bedeutet das für den Tourismus? Es stellt uns vor eine Herausforderung und bietet gleichzeitig eine beispiellose Chance: Wir können unser Reiseverhalten korrigieren und verbessern, um unseren Teil zu einer globalen Nachhaltigkeit beizutragen. Indem wir die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen aktiv hinterfragen und gleichzeitig die Bedürfnisse von Reisenden, der Branche, der Umwelt und der lokalen Gemeinschaften berücksichtigen, kann der Tourismus eine Schlüsselrolle bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen für Mensch, Planet, Frieden und Wohlstand spielen. Nachhaltiger und verantwortungsbewusster Tourismus geht weit über den einzelnen Reisenden hinaus; er nimmt auch die Hotellerie und Regierungen in die Pflicht, einen Tourismus zu praktizieren, der nicht schadet, sondern Nutzen stiftet. Genau hier setzen wir an.
Unsere Strategie

Als leidenschaftliche Reisende und Umweltschützer haben wir uns bei Viatu einer nachhaltigen Zukunft des Reisens verschrieben. Unser gesamtes Unternehmen basiert auf diesem Anspruch – deshalb haben wir Prinzipien des nachhaltigen Tourismus fest in alle unsere Abläufe integriert.
Wir bieten bewussten Reisenden die Möglichkeit, Abenteuer zu erleben, die weder dem Planeten noch den Menschen schaden. Um einen positiven Beitrag in den Reisezielen und Gemeinden zu leisten, die unsere Gäste besuchen, hat Viatu die wichtigsten Akteure und Aspekte in unserem direkten Einflussbereich identifiziert:

Reiseziele
Die Wahl des Reiseziels ist der erste Schritt bei der Planung deines Trips. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen, denn die Auswirkungen – ob positiv oder negativ – spürt man direkt vor Ort. Reiseveranstalter wählen Ziele klassischerweise nach ihrem touristischen Potenzial aus: Natur- und Kulturattraktionen, Preisniveau, Gesundheitsstandards und Sicherheit. Wir bei Viatu gehen einen Schritt weiter: Eine verantwortungsvolle Strategie berücksichtigt bei uns auch Nachhaltigkeit. Wir setzen auf Ziele, die:
das Erbe und die Traditionen der lokalen Gemeinschaften respektieren und fördern
sich dem Erhalt der Authentizität verschrieben haben
die Anzahl und Qualität lokaler Arbeitsplätze steigern
die Bewohner aktiv in die Gestaltung des Tourismus vor Ort einbeziehen
Erfolg nicht nur in wirtschaftlichen Zahlen messen, sondern auch am Wohlergehen des Landes




Als verantwortungsbewusste Reiseveranstalter wählen wir unsere Ziele sorgfältig aus. Wir setzen auf Orte mit soliden Umwelt- und Sozialstandards und meiden Destinationen, in denen der Tourismus soziale, kulturelle oder ökologische Schäden anrichtet. Um die Nachhaltigkeit eines potenziellen Reiseziels zu bewerten, nutzt Viatu Indikatoren und Kriterien, die auf unseren eigenen Richtlinien sowie den wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekten der Tourismusbranche basieren.
Wir orientieren uns an den Destination-Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC-D), um unsere Standards für die Entwicklung und Verwaltung nachhaltiger Reiseangebote zu vereinheitlichen. Diese Kriterien enthalten Leistungsindikatoren, mit denen wir messen, wie sehr ein Ziel zu den Sustainable Development Goals (SDGs) beiträgt. Der Anwendungsbereich der GSTC-D ist umfassend und flexibel: Sie lassen sich weltweit auf unterschiedlichste Orte anwenden – egal ob urban, ländlich, in den Bergen, an der Küste oder in Nationalparks.
Anhand dieser Kriterien bewerten wir Reiseziele in folgenden Bereichen:




Unsere Partner
Unser zweites Versprechen: Wir arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen – seien es Hotels, Tourismusverbände oder Zertifizierungsstellen –, die unsere Werte teilen und unsere Anforderungen erfüllen. Dabei geht es uns um verantwortungsvolles Management, den Schutz der Artenvielfalt und lokaler Ressourcen sowie einen positiven Beitrag zur Gesellschaft.
Wir prüfen potenzielle Partner mit einem Viatu-Fragebogen, der auf dem Green Globe International Standard für nachhaltigen Tourismus basiert. Dieser dient gleichzeitig als Lernwerkzeug, mit dem Dienstleister ihre Betriebsabläufe nachhaltiger gestalten können. In Zukunft führen wir ein Nachhaltigkeits-Ranking für jeden Anbieter ein, das wir transparent auf unserer Website veröffentlichen.
Durch den Aufbau starker Netzwerke mit lokalen Behörden, Tourismusorganisationen, der Privatwirtschaft und NGOs sowie durch gezielte Investitionen unterstützt Viatu Reiseziele dabei, ihre langfristige Vision einer nachhaltigen Zukunft zu verwirklichen.






Reisende
Ein entscheidender Teil unseres Nachhaltigkeits-Quartetts bist du als Reisender. Verantwortungsbewusstes Verhalten ist der Schlüssel zu nachhaltigem Tourismus. Das aktuelle Problem des „Overtourism“ existiert vor allem deshalb, weil wir bisher kaum über die Folgen unbedachten Reisens aufgeklärt wurden. Und obwohl es erste Ansätze gibt, das Bewusstsein zu schärfen, sind sich viele Reisende ihrer Verantwortung noch nicht bewusst oder ignorieren sie schlichtweg.
Viatu möchte dich von der ersten Suche nach deinem nächsten Trip bis zu deiner Rückkehr begleiten, informieren und dabei helfen, deinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Über unsere Website, unseren Blog und unsere Newsletter versorgen wir dich mit Infos zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen und Tipps für bewussteres Reisen. Bevor es losgeht, bitten wir dich zudem, unser „Viatu Travel Pledge“ zu unterzeichnen. Darin findest du alles Wichtige zu verantwortungsvollem Tourismus – von kulturellen Aspekten bis hin zum Umweltschutz – und erfährst, wie du vor Ort einen positiven Beitrag leisten kannst. Wir hoffen, dass dich dieses Versprechen dazu motiviert, deine Reise bewusster und engagierter zu gestalten.




Ein großes, oft unangenehmes Thema im Tourismus sind die CO2-Emissionen durch Transportmittel, allen voran Flüge und Autofahrten. Hier entsteht der Großteil der 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. In vielen Entwicklungsländern ist der öffentliche Nahverkehr oft unzuverlässig oder gar nicht vorhanden, sodass man auf Inlandsflüge oder private Mietwagen angewiesen ist.
Um den Einfluss unserer Reisen in weniger entwickelten Regionen auszugleichen und unseren Beitrag zur globalen Klimaneutralität zu leisten, übernehmen wir für dich den Klimaschutzbeitrag. Dank der Zusammenarbeit mit unserem Partner Squake berechnen wir detailliert den gesamten CO2-Ausstoß deiner Mietwagenfahrten und Hotelübernachtungen während der gesamten Reise. Auf Basis dieser Daten investiert Viatu in das „Wonderbag“-Klimaprojekt in Südafrika, das nach dem Verra-Standard zertifiziert ist. Der Wonderbag ist ein genialer, stromloser Kochbeutel, der die Hitze speichert: Einmal kurz aufgekocht, gart das Essen darin bis zu 12 Stunden weiter, ohne dass weitere Energie nötig ist. Die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile dieses Projekts zahlen direkt auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) ein.
Unser Ziel ist es, die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu senken. Das bedeutet für uns: Wir prüfen kontinuierlich, wo wir sowohl bei Viatu als auch bei unseren Kunden den CO2-Ausstoß reduzieren können und passen unsere Angebote entsprechend an.




Viatu Unternehmensführung

Wir leben, was wir predigen: Viatu verpflichtet sich zu verantwortungsvollem, transparentem und rechenschaftspflichtigem Handeln. Das bedeutet für uns, soziale und ökologische Aspekte fest in unsere Prozesse und die Zusammenarbeit mit unseren Partnern zu integrieren, ohne dabei die wirtschaftliche Seite aus den Augen zu verlieren. Als Unterzeichner des UN Global Compact verpflichten wir uns, alle zehn Leitprinzipien der Initiative umzusetzen [6]. Diese Prinzipien decken die Bereiche Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung ab und sind eng mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen verknüpft.
Außerdem sind wir Unterzeichner der „Future of Tourism“-Leitprinzipien [7] – einer Initiative, die als Reaktion auf den Stillstand des Tourismus während der Pandemie ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam setzen wir uns für 13 Prinzipien ein, die die Zukunft der Reisebranche nachhaltig gestalten und positiv verändern sollen.
Impact messen und transparent machen
Unser Rahmenwerk zur Messung und Berichterstattung orientiert sich am UN Global Compact. Wir veröffentlichen jährlich einen „Communication on Progress“-Bericht (CoP), der unsere Fortschritte bei der Umsetzung der zehn Prinzipien dokumentiert.
Um unseren Einfluss auf Unternehmensführung, Mitarbeiter, die lokale Gemeinschaft und die Umwelt auch quantitativ zu erfassen, nutzen wir das B Impact Assessment Tool [8].

Bei Viatu setzen wir uns für umweltbewussteres und durchdachteres Reisen in unberührte Regionen ein. Overtourism ist unser rotes Tuch. Stattdessen fördern wir nachhaltigen Tourismus, damit die positiven Effekte des Reisens auch für kommende Generationen spürbar bleiben. COVID-19 hat der Reisebranche eine dringend notwendige Phase des Umdenkens beschert – und genau hier, beim Innehalten und Reflektieren, beginnt echte Regeneration.
Ist der Begriff „nachhaltiges Reisen“ also ein Widerspruch in sich? Für uns ganz klar: nein.
Wenn du dich mit uns austauschen möchtest, schreib uns einfach eine Nachricht auf Instagram oder stöbere durch unsere Trips!
[1] https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/
[2] https://www.gstcouncil.org/gstc-criteria/gstc-destination-criteria/
[3] https://greenglobe.com/ [4] https://www.squake.earth/
[5] https://tourism4sdgs.org/wp-content/uploads/2018/07/T4SDGsRecommendations_Travellers.pdf
[6] https://www.unglobalcompact.org/ [7] https://www.futureoftourism.org/
[8] https://bimpactassessment.net/

