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Nachhaltigkeit bei Viatu: So wählen wir unsere Partner aus

Bárbara Büchel
von Bárbara Büchel
Veröffentlicht am 1. Oktober 2021
13 Minuten Lesezeit

Das zweite große Versprechen von Viatu ist die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern – seien es Hotels, Tourismusverbände oder Zertifizierungsstellen –, die unsere Prinzipien für nachhaltiges Reisen teilen. Unsere Richtlinien konzentrieren sich dabei auf verantwortungsbewusstes Management, den Schutz der Artenvielfalt, den Erhalt des kulturellen Erbes und natürlicher Ressourcen sowie einen positiven gesellschaftlichen Einfluss vor Ort.

In diesem Blog-Beitrag nehmen wir den Fragebogen unter die Lupe, den wir an potenzielle Unterkünfte senden. Wir gehen jede Frage durch und erklären, warum sie für einen nachhaltigen Tourismus so wichtig ist. Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema – nimm dir also einen Moment Zeit, während wir unsere Herangehensweise im Detail erläutern. Los geht's!

Wir bewerten potenzielle Partner mit einem Viatu-Fragebogen, der auf dem Green Globe International Standard für nachhaltigen Tourismus basiert. Gleichzeitig dient dieser Bogen als Lerninstrument, mit dem Betriebe positive Veränderungen in ihren Abläufen anstoßen können.

Der Fragebogen umfasst eine Reihe von Fragen aus den folgenden sieben Kategorien:

  1. Nachhaltiges Management

  2. Soziale Verantwortung

  3. Wirtschaftliche Auswirkungen

  4. Kulturelles Erbe

  5. Umwelt: Ressourcenschonung

  6. Umwelt: Reduzierung von Umweltbelastungen

  7. Umwelt: Schutz von Artenvielfalt, Ökosystemen und Landschaften

Fragenkatalog

1. Nachhaltiges Management

Soziale Verantwortung

Verfügt dein Unternehmen über einen Nachhaltigkeitsplan?

Der erste Schritt zu einer nachhaltigen Unternehmensführung ist die Erstellung eines entsprechenden Managementsystems. Ein engagiertes Team oder eine verantwortliche Person sollte transparente, dokumentierte Richtlinien, Verfahren und Kommunikationspläne für die Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln. Ein gut durchdachter Plan legt die Ziele des Unternehmens in Bezug auf ökologische, soziokulturelle und wirtschaftliche Leistungen fest. Er dient als Leitfaden für Entscheidungen, das Management und den nachhaltigen täglichen Betrieb.

Gibt es bei euch eine Person, die sich explizit um Nachhaltigkeit kümmert?

Ein Nachhaltigkeitsmanager oder eine verantwortliche Person ist für nachhaltigen Tourismus unverzichtbar. Nur so ist sichergestellt, dass der Betrieb seinen ökologischen Fußabdruck aktiv verringert und respektvoll mit der lokalen Umwelt, Gemeinschaft und Kultur umgeht. Diese Person schult das Team in nachhaltigen Praktiken, achtet auf die Einhaltung lokaler Gesetze und entwickelt neue, nachhaltige Angebote für die Gäste.

Wurde dein Unternehmen für seine Bemühungen um Nachhaltigkeit oder verantwortungsvollen Tourismus ausgezeichnet oder von externen Stellen zertifiziert?

Wir wissen, wie viel Prestige hinter Nachhaltigkeitspreisen und Öko-Zertifizierungen steckt. Betriebe, die sich diesem Zertifizierungsprozess unterziehen, zeigen ein echtes Engagement für verantwortungsvolles Handeln. Diese Unterkünfte gehen die Extrameile, um nachhaltiger zu wirtschaften als der Durchschnitt.

2. Soziale Verantwortung

Soziale Verantwortung
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Gibt es in deinem Unternehmen Richtlinien gegen die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen?

Kinder, Jugendliche, Frauen und Minderheiten sind besonders anfällig für ausbeuterische Arbeitspraktiken, einschließlich sexueller Ausbeutung. In einigen Ländern fördern schwache Gesetze, Korruption, das Internet, die Reisefreiheit und Armut eine illegale Schattenwirtschaft, die verheerende kurz- und langfristige Folgen für die betroffenen Gemeinschaften hat. Tourismusunternehmen können eine entscheidende Rolle beim Schutz der lokalen Bevölkerung spielen: indem sie keine Kinder oder Jugendlichen beschäftigen, keine Produkte aus Kinderarbeit kaufen, ihre Räumlichkeiten nicht für die sexuelle Ausbeutung von Minderheiten zur Verfügung stellen und solche Praktiken konsequent bei den Behörden melden.

Unterstützt dein Unternehmen Programme zur Gemeindeentwicklung (z. B. Bildung, Gesundheit und sanitäre Anlagen)?

Die Verbindung zur lokalen Gemeinschaft sollte über die reine Beschäftigung und das wirtschaftliche Wachstum durch den Betrieb hinausgehen. Unternehmen sollten regelmäßig gezielte Möglichkeiten schaffen, um Ressourcen, Bildung, Training, finanzielle Hilfen oder Sachleistungen für die Prioritäten der Gemeinde bereitzustellen. Das verbessert die Lebensgrundlagen vor Ort, fördert die Akzeptanz des Unternehmens in der Gemeinschaft und sorgt für ein authentischeres Reiseerlebnis.

Stellt dein Unternehmen sicher, dass der Betrieb nicht den Zugang zu Wasser, Energie oder sanitären Einrichtungen in den umliegenden Gemeinden gefährdet?

Tourismusbetriebe können die Infrastruktur und die Grundversorgung einer Gemeinde belasten oder stören, was sich negativ auf die Einheimischen auswirkt. Manchmal bevorzugen Versorgungsunternehmen die Betriebe gegenüber der lokalen Bevölkerung. Ein regelmäßiger Austausch mit der Gemeinde ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb den sozioökonomischen und ökologischen Charakter des Reiseziels stärkt, anstatt die Dienstleistungen für die Anwohner zu verknappen oder zu verteuern.

Bietet dein Unternehmen Gästen Ausflüge und Aktivitäten in lokalen Gemeinden an? Wenn ja, gibt es dafür einen Verhaltenskodex, der gemeinsam mit der Gemeinde entwickelt wurde?

Den Respekt vor den Traditionen und dem Eigentum der lokalen Bevölkerung zu wahren, ist ein zentraler Aspekt des modernen Reisens. Verhaltenskodizes für touristische Aktivitäten, die in Abstimmung mit den Gemeinden entwickelt wurden und deren Recht respektieren, auch mal „Nein“ zu touristischen Aktivitäten zu sagen, sind der Schlüssel für eine langfristige Nachhaltigkeit. Tourismusunternehmen sollten einen Plan entwickeln, um einen regelmäßigen und offenen Dialog mit den Gemeindevertretern zu führen und so eine faire Vereinbarung für die Interaktion zwischen Gästen und Einheimischen zu schaffen.

3. Wirtschaftliche Auswirkungen

Lächelnde Managerin

Wie hoch ist der Frauenanteil unter deinen Mitarbeitern?

Auch wenn internationale Arbeitsnormen Diskriminierung klar ablehnen, haben Frauen und lokale Minderheiten oft schlechtere Chancen – besonders in Führungspositionen. Chancengleichheit bei der Einstellung fördert eine gerechte Verteilung von Wohlstand und hilft dabei, Einkommenslücken sowie geschlechtsspezifische und ethnische Ungleichheiten zu schließen.

Sind Frauen in deinem Management vertreten?

Frauen in Führungspositionen sind für nachhaltigen Tourismus unverzichtbar, da sie ein inklusiveres und vielfältigeres Arbeitsumfeld schaffen. Sie bringen neue Perspektiven ein, und ihr Führungsstil kann echte, nachhaltige Veränderungen anstoßen. Mehr weibliche Führungskräfte in Unterkünften helfen dabei, Ungleichheit in der Hotellerie abzubauen und faire Karrierechancen zu schaffen.

Wie hoch ist der Anteil lokaler Mitarbeiter?

Lokale Mitarbeiter einzustellen ist das A und O für nachhaltigen Tourismus. So stellst du sicher, dass die Bevölkerung vor Ort direkt vom Tourismus profitiert – und nicht nur große Unternehmen oder der Staat. Das schafft Arbeitsplätze, kurbelt die lokale Wirtschaft an und stärkt das Gemeinschaftsgefühl sowie den Stolz auf die eigene Region. Zudem schützt es das natürliche und kulturelle Erbe, da Einheimische ein tieferes Verständnis dafür haben, warum ihre Umwelt und Kultur bewahrt werden müssen.

Sind Einheimische bei dir in Führungspositionen tätig?

Lokale Mitarbeiter einzustellen und weiterzubilden ist entscheidend, um den wirtschaftlichen Nutzen für die Community zu maximieren und die Integration ins Unternehmen zu fördern. Zudem baut der Betrieb so langfristige, stabile Arbeitsverhältnisse auf und unterstreicht den authentischen Charakter des touristischen Angebots. Wenn Einheimische auf allen Managementebenen vertreten sind, fühlt sich die Bevölkerung nicht übergangen und es entsteht ein echter Dialog zwischen den Eigentümern und der Community.

Zahlt dein Unternehmen Mindestlohn oder einen existenzsichernden Lohn?

Ein existenzsichernder Lohn ist für nachhaltigen Tourismus essenziell, denn er ermöglicht es den Mitarbeitern, für sich und ihre Familien zu sorgen. Das senkt die Fluktuation und hilft dabei, qualifizierte Kräfte zu gewinnen und zu halten. Faire Löhne steigern zudem die Servicequalität, da motivierte Mitarbeiter sich stärker mit ihrer Arbeit identifizieren. Nicht zuletzt ist es ein wichtiger Schritt, um Armut vor Ort zu bekämpfen und sicherzustellen, dass die Gewinne des Tourismus fair verteilt werden.

Bietet dein Unternehmen Schulungen für Mitarbeiter an (auch zum Thema Nachhaltigkeit)?

Das Unternehmen sollte Programme – ob intern oder extern – unterstützen, die den Mitarbeitern helfen, ihre Fähigkeiten auszubauen und beruflich aufzusteigen. Der Erfolg eines Nachhaltigkeitsmanagements hängt davon ab, dass alle Mitarbeiter an Bord sind. Ein festes Schulungsprogramm zu Nachhaltigkeitsthemen hilft jedem zu verstehen, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, warum diese wichtig sind und wie jeder Einzelne in seiner Rolle einen positiven Beitrag leisten kann.

Unterstützt dein Unternehmen lokale Kleinbetriebe durch den Verkauf ihrer nachhaltigen Produkte?

Waren und Dienstleistungen aus der Region oder nach „Fair-Trade“-Prinzipien zu beziehen, hat viele soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile:

  • Lokale Unternehmen werden gestärkt und Arbeitsplätze gesichert;

  • Ein größerer Teil des Preises fließt direkt an die Anbieter, was die lokale Wirtschaft mehrfach ankurbelt;

  • Der ökologische Fußabdruck sinkt, da Transportwege und damit Treibhausgase reduziert werden;

  • Die Produzenten erhalten faire Preise und Löhne;

  • Das Erlebnis für die Gäste wird authentischer; und,

  • Lokale Produkte senken oft die Kosten, da weniger Zwischenhändler und Transportwege nötig sind.

Programme, die Gästen die lokale Kultur näherbringen und den Kauf von Kunsthandwerk oder lokalen Produkten fördern, steigern den wirtschaftlichen Nutzen für die Community und stärken den Stolz auf das kulturelle Erbe. Die Zusammenarbeit mit kleinen lokalen Unternehmern macht das Angebot vielfältiger, was wiederum die Ausgaben der Gäste und die Aufenthaltsdauer erhöhen kann. Manchmal lässt sich dafür ein spezieller Bereich vor Ort einrichten oder lokale kulturelle Aktivitäten können für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

4. Kulturelles Erbe

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Bietet dein Unternehmen Besuche kulturell oder historisch sensibler Orte an und klärt Reisende über die lokale Kultur auf?

Unternehmen und Touristen müssen lokale Kulturen und historische Stätten respektieren. Es gilt, die Auswirkungen des Tourismus auf die gebaute und natürliche Umgebung aktiv zu minimieren. Aufklärung über Bräuche, Traditionen und Überzeugungen der Einheimischen sowie Tipps für angemessenes Verhalten tragen dazu bei, dass die Stätte mehr geschätzt wird und der Stolz der Community wächst.

5. Umwelt: Ressourcen schonen

Auswahl an Bio-Lebensmitteln und Gemüse
Solarpaneele an der Gästesuite, undBeyond Sossusvlei
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Sind mindestens 50 % der folgenden Verbrauchsmaterialien umweltfreundlich und lokal produziert?

  • Lebensmittel und Getränke

  • Pflegeprodukte für Bad und Dusche

  • Verwendete Baumaterialien

  • Souvenirs, Kunsthandwerk und Produkte im Verkauf

Als Tourismusbetrieb hast du durch deine Einkaufspolitik echten Einfluss: Indem du nachhaltig hergestellte Waren und Dienstleistungen bevorzugst, setzt du ein starkes Zeichen. Verantwortungsbewusster Einkauf ist ein effektiver Hebel, um die Umweltbelastung zu senken. Achte dabei auf zertifizierte, umweltfreundliche Produkte und prüfe regelmäßig deine Anbieter: Setzen sie auf Energieeffizienz, recycelte Materialien, verantwortungsvolles Abfallmanagement und die Reduzierung von Treibhausgasen?

Hast du Einwegplastik komplett aus deinem Betrieb verbannt?

Einwegplastik ist eine der größten Umweltbelastungen überhaupt – von der Produktion bis zur Entsorgung. Die Tourismusbranche trägt leider einen großen Teil zum jährlichen Plastikmüll bei. Wenn du Einwegplastik eliminierst, reduzierst du nicht nur deinen ökologischen Fußabdruck, sondern leistest einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Branche. Das lohnt sich für dich und die Umwelt: Du sparst Kosten bei der Beschaffung und Entsorgung und produzierst gleichzeitig deutlich weniger Müll.

Bietest du deinen Gästen vegetarische und vegane Optionen an?

Weniger Fleisch auf dem Speiseplan bedeutet weniger Druck auf die Fleischindustrie – und damit weniger Treibhausgase und landwirtschaftliche Schadstoffe in unserer Umwelt. Wenn du zudem auf bedrohte Arten bei Lebensmitteln verzichtest, schützt du gefährdete Tierpopulationen und trägst aktiv zum Artenschutz bei.

  • Wie viel deines Energiebedarfs deckst du aus erneuerbaren Quellen (z. B. Solar, Wind, Biomasse, Wasserkraft oder Geothermie)?

  • Misst du deinen monatlichen Energieverbrauch?

  • Hast du Maßnahmen ergriffen, um den Gesamtverbrauch zu senken – etwa durch den Einsatz erneuerbarer Energien?

Energieverbrauch zählt zu den größten Belastungen für unseren Planeten und beeinträchtigt Luft, Wasser, Boden sowie unsere Gesundheit. Energieeffizienz durch nachhaltige Technik und kluges Abfallmanagement ist hier der Schlüssel. Die größten ökologischen und finanziellen Vorteile erzielst du, indem du Stromrechnungen regelmäßig kontrollierst, dein Team für Effizienzprogramme motivierst und deine Anlagen routinemäßig wartest. Mit energieeffizienten Abläufen und Investitionen in erneuerbare Energien (wie Solar, Wind oder Biomasse) schonst du natürliche Ressourcen, förderst die Energieunabhängigkeit und reduzierst Emissionen.

  • Weißt du, woher dein Wasser kommt?

  • Misst du deinen monatlichen Wasserverbrauch?

  • Hast du Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs eingeführt?

  • Sensibilisierst du deine Gäste für den sparsamen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom?

Wasser ist kostbar und wird in vielen Regionen immer knapper. Durch den Klimawandel verschärfen sich diese Engpässe weiter. Als Betrieb solltest du den Wasserverbrauch auf das notwendige Minimum reduzieren – etwa durch wassersparende Armaturen und indem du Gäste und Personal aktiv informierst. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch dein Budget.

Bereitest du Abwasser (inklusive Grauwasser) effektiv auf und nutzt es nach Möglichkeit wieder?

Ein gutes Abwassermanagement schützt Gewässer und Ökosysteme und beugt Gesundheitsrisiken vor. Die Wiederverwendung von Abwasser erhöht zudem die Verfügbarkeit von Brauchwasser und senkt deine Entsorgungskosten.

6. Umwelt: Umweltverschmutzung reduzieren

Umweltverschmutzung reduzieren

Versuchst du, den Einsatz schädlicher Chemikalien (z. B. Pestizide, Farben, Desinfektionsmittel für Pools oder Reinigungsmittel) zu minimieren?

Chemikalien gelangen durch Verdunstung, Abflüsse, Lecks oder Überdosierung leicht in die Umwelt. Das belastet Luft, Boden und Wasser, schadet der Tier- und Pflanzenwelt und kann sogar die Trinkwasserversorgung vor Ort gefährden. Viele „natürliche“ Alternativen sind heute genauso effektiv und deutlich schonender für Mensch und Natur. Wo es gar nicht anders geht, sorgen die richtige Lagerung und Handhabung zumindest dafür, dass die Auswirkungen so gering wie möglich bleiben.

Recycelst oder verwendest du Abfälle wieder?

Recycling und Wiederverwendung sind essenziell für nachhaltigen Tourismus, da sie die Müllberge auf Deponien verkleinern. So schonst du natürliche Ressourcen und reduzierst die Auswirkungen deines Betriebs auf die Umwelt. Zudem sparst du Energie und Rohstoffe, was wiederum deine Kosten senkt. Nicht zuletzt zeigt ein konsequentes Abfallmanagement, dass dir Nachhaltigkeit am Herzen liegt – das kommt bei Gästen gut an und stärkt dein Geschäft.

7. Umwelt: Biodiversität, Ökosysteme und Landschaften schützen

Elefantenherde beim Trinken

Trägt dein Unternehmen zum Schutz der Artenvielfalt bei oder unterstützt es diesen (indirekt durch Spenden/Aufklärungsarbeit oder direkt durch den Betrieb vor Ort)?

Touristische Aktivitäten außerhalb städtischer Gebiete sind meist direkt oder indirekt von natürlichen Ressourcen abhängig. Aber auch Betriebe in der Stadt können einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Naturgebiete oder städtische Parks unterstützen. Das kann von der aktiven Mitarbeit an Projekten bis hin zu finanziellen Zuwendungen reichen.

Verwendest du bei der Begrünung ausschließlich einheimische Pflanzenarten und entfernst invasive Arten?

Heimische Flora ist perfekt an die lokalen Bedingungen wie Trockenheit oder Temperaturen angepasst. Das spart Wasser und Chemie. Durch nachhaltige Landschaftsgestaltung mit lokaler Flora bewahrst du den ursprünglichen Charakter der Umgebung. Fremde Arten sollten vorab geprüft werden, um die Ausbreitung invasiver Pflanzen oder Tiere zu verhindern, die das lokale Ökosystem stören könnten.

Interaktion mit Wildtieren

Tourismus in der Natur bedeutet oft Kontakt mit Tieren und Pflanzen. Ob beim Bau von Unterkünften, beim Wandern oder bei anderen Aktivitäten: Störungen der Natur müssen so gering wie möglich gehalten und ausgeglichen werden. Zudem sollten Naturschutzprojekte unterstützt werden. Der Kontakt mit Wildtieren darf die Bestände in freier Wildbahn nicht gefährden. Jegliche Beeinträchtigung natürlicher Ökosysteme muss minimiert, renaturiert und durch einen Beitrag zum Naturschutzmanagement kompensiert werden.

Wir arbeiten nicht mit Partnern zusammen, die in folgende Bereiche involviert sind: Gatterjagd (Canned Hunting), Handel mit Körperteilen, illegaler Handel, Interaktionen mit Raubtieren oder Jungtieren, Zucht von Löwen oder Tigern, Reiten auf Wildtieren, irreführende Werbung, betrügerisches Verhalten, mangelnde Transparenz oder illegale bzw. nicht regelkonforme Betriebsabläufe.

Hält dein Unternehmen Wildtiere in Gefangenschaft?

Grundsätzlich sollten touristische Betriebe keine Wildtiere als Haustiere oder in Käfigen halten, es sei denn, dies dient explizit dem Artenschutz. In diesem Fall muss die Haltung den lokalen Vorschriften und internationalen Naturschutzstandards entsprechen.

Bietest du Trophäenjagd an oder vermittelst diese?

Gemäß den Resolutionen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) kann selektive Jagd zum Überleben von Arten beitragen – etwa, wenn die Einnahmen als Anreiz dienen, die jeweilige Art zu schützen. Eine solche Jagd muss strikt den CITES-Regelungen sowie den Export- und Importbestimmungen der zuständigen Behörden folgen. Wie jede menschliche Aktivität braucht auch die Jagd einen Rahmen aus Transparenz, guter Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit. Falsche Anreize auf nationaler Ebene müssen abgeschafft und Sanktionen konsequent angewendet werden, um Nachhaltigkeit zu garantieren.

Sollte ein Partner Trophäenjagd anbieten, prüfen wir, ob dabei höchste Standards eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, kommt eine Zusammenarbeit für uns nicht infrage.

Freundesgruppe springt auf einem Felsen in Kapstadt

Durch den Aufbau starker Partnerschaften mit lokalen Unterkünften hilft Viatu Reisezielen dabei, ihre langfristige Vision von Nachhaltigkeit zu verwirklichen. Wenn du Interesse an einer Partnerschaft hast, melde dich gerne bei uns!