Nachhaltigkeit bei Viatu: So wählen wir unsere Reiseziele aus
Die Wahl des Reiseziels ist der erste Schritt bei der Urlaubsplanung. Eine Entscheidung, die weitreichende Folgen hat, denn die Auswirkungen deiner Abenteuer – ob positiv oder negativ – sind vor Ort direkt spürbar. Meist verlassen sich Reisende bei der Suche nach exotischen Zielen auf die Empfehlungen von Reisebüros, Social Media oder anderen Kanälen. Genau hier lassen sich viele in die Irre führen.
In diesem Blog-Post zeigen wir dir, wie wir bei Viatu unsere nachhaltigen Reiseziele auswählen. Auf geht’s!
Herkömmliche Reiseveranstalter wählen Ziele oft rein nach ihrem touristischen Potenzial aus. Klassische Faktoren sind dabei Natur- und Kulturattraktionen, das Preisniveau, Gesundheitsaspekte sowie die allgemeine Sicherheit. Als Unternehmen, das sich für verantwortungsvollen Tourismus einsetzt, legen wir die Messlatte höher: Wir bieten unvergessliche Reisen in Regionen an, in denen Tourismus einen echten Mehrwert schafft. Deshalb achten wir neben den klassischen Kriterien vor allem darauf, ob vor Ort ein nachhaltiges Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsmanagement existiert. Reiseziele, an denen der Tourismus soziale, kulturelle oder ökologische Schäden anrichtet, schließen wir konsequent aus.
Um unsere Reiseziele einheitlich zu bewerten, nutzt Viatu Indikatoren und Kriterien, die auf unseren eigenen Richtlinien und den drängendsten Nachhaltigkeitsthemen der Branche basieren. Wir orientieren uns dabei an den Destination-Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC-D). Über 170 Indikatoren, unterteilt in vier Themenbereiche, sorgen für ein gemeinsames Verständnis von nachhaltigem Tourismus. Der GSTC-D-Standard ist extrem vielseitig und lässt sich auf unterschiedlichste Orte anwenden: egal ob Stadt, Land, Gebirge oder Küste, und unabhängig davon, ob es sich um Nationalparks, ganze Länder oder kleine lokale Gemeinschaften handelt. Die Anwendung dieser Kriterien hilft einem Reiseziel dabei, einen aktiven Beitrag zur Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung zu leisten.
Management und Rahmenbedingungen
Nachhaltige Reiseziele verfügen über eine eigene Abteilung oder Organisation, die für einen koordinierten Ansatz im nachhaltigen Tourismus sorgt.
Dieses Team überwacht, steuert und berichtet über alle sozioökonomischen, kulturellen und ökologischen Aspekte, die durch den Tourismus entstehen können.
Einbindung der Stakeholder
Nachhaltige Tourismusdestinationen schulen und unterstützen alle touristischen Betriebe bei Nachhaltigkeitsthemen und helfen ihnen dabei, ihre Abläufe „grüner“ zu gestalten.
Nachhaltige Reiseziele stehen im regelmäßigen Austausch mit den Anwohnern über Tourismuspläne, Chancen und Herausforderungen. Auch Besucher sollten über die Nachhaltigkeit vor Ort informiert werden. Ganz wichtig: Destinationen müssen die Zufriedenheit ihrer Gäste kontinuierlich messen und auswerten.
Umgang mit Druck und Veränderungen
Nachhaltige Reiseziele sind sich der negativen Folgen von Overtourism bewusst. Deshalb haben sie Systeme etabliert, um Besucherzahlen und Aktivitäten genau im Blick zu behalten. Bei Bedarf steuern sie den Touristenstrom aktiv gegen.
Solche Destinationen entwickeln sich verantwortungsbewusst und haben die Risiken sowie Chancen des Klimawandels auf dem Schirm. Außerdem verfügen sie über Notfallpläne für den Ernstfall – egal ob bei Naturkatastrophen, Sicherheitsbedrohungen, gesundheitlichen Krisen oder Ressourcenknappheit.
2. Sozioökonomische Nachhaltigkeit
Lokale wirtschaftliche Vorteile schaffen
Nachhaltige Reiseziele erfassen und dokumentieren, wie sehr der Tourismus direkt und indirekt zur Wirtschaft beiträgt. Dazu gehören Faktoren wie Besucherzahlen, Ausgaben vor Ort, Beschäftigung, Investitionen und eine faire Einkommensverteilung. Das Geld, das Reisende ausgeben, sollte zudem in der lokalen Wirtschaft bleiben und nicht abfließen.
Nachhaltige Destinationen fördern Karrierechancen und Weiterbildungen im Tourismus. Sie setzen sich für ein sicheres Arbeitsumfeld und faire Löhne für alle ein.
Soziales Wohlergehen und gesellschaftliche Auswirkungen
Nachhaltige Reiseziele setzen sich dafür ein, lokale Gemeinschaften zu stärken. Sie motivieren Unternehmen, Reisende und die Öffentlichkeit dazu, einen verantwortungsbewussten Beitrag zu sozialen und ökologischen Projekten vor Ort zu leisten.
Dabei sollten internationale Standards zu Menschenrechten und den Eigentumsrechten indigener Völker gewahrt bleiben. Zudem braucht es klare Konzepte für Sicherheit, Gesundheit und den Umgang mit Kriminalität. Wo immer möglich, sorgen nachhaltige Destinationen dafür, dass Orte, Einrichtungen und Services für alle zugänglich sind.
3. Kulturelle Nachhaltigkeit
Unser Naturerbe schützen
Nachhaltige Reiseziele schätzen ihr kulturelles Erbe und setzen sich aktiv für den Schutz ihrer Kulturgüter ein. Sie feiern, fördern und bewahren lokale Traditionen, Kunst, Musik, Sprache, Bräuche sowie die Identität vor Ort und achten dabei auf die Rechte am geistigen Eigentum.
Kulturelle Stätten besuchen
Nachhaltige Destinationen haben klare Konzepte, um den Besucherstrom an kulturellen Stätten zu lenken – inklusive Verhaltensregeln für Gäste. Zudem sollten vor Ort verlässliche Informationen zur Bedeutung der kulturellen und natürlichen Aspekte der jeweiligen Stätte bereitstehen.
4. Ökologische Nachhaltigkeit
Schutz unseres Naturerbes
Nachhaltige Reiseziele setzen alles daran, sensible Ökosysteme zu bewahren. Es braucht klare Systeme, um die Auswirkungen des Tourismus auf die Natur zu überwachen, zu messen und bei Bedarf gegenzusteuern – etwa durch Zugangsbeschränkungen. Auch klare Verhaltensregeln für Besucher sollten selbstverständlich sein.
Verantwortungsbewusste Destinationen stellen zudem sicher, dass lokale, nationale und internationale Gesetze zum Schutz von Wildtieren, Landschaften und Arten strikt eingehalten werden.
Ressourcenmanagement
Nachhaltige Reiseziele sollten sich klare Ziele setzen, um ihren Energieverbrauch zu senken, die Effizienz zu steigern und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Zudem sollten sie lokale Unternehmen dazu motivieren, es ihnen gleichzutun.
Genauso wichtig ist es, die Wasserqualität im Blick zu behalten, Risiken zu bewerten, verantwortungsbewusst mit der Ressource Wasser umzugehen und Betriebe dazu anzuhalten, ihren Wasserverbrauch zu messen, zu überwachen und transparent zu machen.
Abfall- und Emissionsmanagement
Nachhaltige Destinationen verfügen über klare Strategien zur Abwasserbehandlung. Auch das Aufkommen von festen Abfällen sollte gemessen werden, um konkrete Reduktionsziele zu erreichen. Die Reiseziele unterstützen Unternehmen dabei, Müll – inklusive Lebensmittelabfällen – zu vermeiden, zu reduzieren, wiederzuverwenden und zu recyceln. Ein besonderer Fokus liegt darauf, Einwegartikel konsequent zu reduzieren oder ganz abzuschaffen.
Nachhaltige Reiseziele haben sich Ziele zur Senkung von Treibhausgasemissionen gesetzt und setzen Strategien zum Klimaschutz um, die auch den Verkehrssektor einbeziehen. Unternehmen werden dazu ermutigt, ihre Emissionen zu messen, zu minimieren, öffentlich darüber zu berichten und aktiv gegenzusteuern.
Viatu nutzt öffentlich zugängliche Daten, um potenzielle Reiseziele anhand von 170 Indikatoren zu bewerten. Diese Ergebnisse kombinieren wir mit weiteren Kennzahlen wie der Tourismusdichte, dem Anteil an Tagesgästen, Saisonalität, Korruptionsindizes und mehr, um spannende Orte für bewusste Reisende auszuwählen.
Du willst mehr über nachhaltiges Reisen erfahren? Entdecke unsere individuell anpassbaren, atemberaubenden Reisen zu nachhaltigen Zielen, unvergessliche Abenteuer und Unterkünfte auf unserer Website.