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Namibias Sambesi-Region: Der ultimative Travel Guide

Jessica Tyrrell
von Jessica Tyrrell
Veröffentlicht am 29. August 2021
18 Minuten Lesezeit

Lass die kargen, rauen Wüstenlandschaften, für die Namibia so bekannt ist, hinter dir und mach dich auf in den äußersten Nordosten. Hier erwartet dich ein unberührtes, grünes Paradies voller Wildtiere und einer Kulisse, die du so sicher nicht mit Namibia in Verbindung gebracht hättest. Kneif dich ruhig mal – du träumst nicht!

Bootsfahrt zum Sonnenuntergang auf dem Zambezi
Flusspferde in der Zambezi-Region
Büffel in der Zambezi-Region
Elefanten in der Zambezi-Region

Die früher als Caprivi-Streifen bekannte Zambezi-Region ist ein fruchtbarer, armförmiger Landstrich. Hier erwarten dich üppige Auwälder, weite Flutebenen, Sümpfe und Feuchtgebiete, die durch ein komplexes Flussnetz und ergiebige Regenfälle geformt wurden. Diese noch weitgehend unentdeckte Ecke Namibias ist ein Paradies für Abenteurer – perfekt, wenn du gerne abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs bist. Bestaune majestätische Giganten wie Elefanten, Büffel und Flusspferde, halte Ausschau nach der bunten Vogelwelt, lausche dem Wiehern der Zebras oder dem Lachen der Hyänen und genieße die absolute Ruhe, egal ob bei einer Pirschfahrt oder einer Bootstour in den Sonnenuntergang auf einem der sich schlängelnden Flüsse.

Wenn du unberührte Natur, eine große Artenvielfalt und Projekte suchst, bei denen die lokale Gemeinschaft aktiv eingebunden ist, bist du in der Zambezi-Region genau richtig. Hier kannst du deine Komfortzone verlassen, neue Energie tanken und hautnah erleben, was nachhaltiger Tourismus bedeutet.

Lage

Lage der Zambezi-Region in Namibia

Die Zambezi-Region ist ein 14.785 km² großes Paradies im äußersten Nordosten Namibias. Ihren Namen verdankt sie dem Zambezi River, der entlang ihrer nördlichen Grenze verläuft. Die Region ist Teil der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA), dem mit 444.000 km² weltweit größten grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet. KAZA umfasst Wildnisgebiete in Angola, Botswana, Sambia, Simbabwe und Namibia. In Namibia gehören der Bwabwata National Park, Mudumu National Park, Nkasa Rupara National Park, Khaudum National Park, Mangetti National Park, der Caprivi State Forest sowie verschiedene Conservancies und Gemeindewälder zwischen diesen Schutzgebieten zur Zambezi-Region innerhalb der KAZA TFCA. Katima Mulilo, was übersetzt so viel wie „das Feuer löschen“ bedeutet, ist die Hauptstadt der Region. Katima Mulilo ist ein lebendiger afrikanischer Mikrokosmos, in dem die Sprachen der sieben ethnischen Stämme — Subia, Yeyi, Mafwe, Totela, Mbukushu, Mbalangwe und Khwe — sowie viele weitere Dialekte in traditionellen Dörfern gesprochen werden, die direkt an die Annehmlichkeiten der modernen Stadt grenzen. In dieser geschäftigen Stadt findest du zahlreiche Geschäfte, Banken und kleine Läden, in denen du dich mit allem Nötigen eindecken kannst, bevor du in die ungezähmte Wildnis aufbrichst.

Anreise

Mit dem Auto

Die Anreise in die Zambezi-Region ist absolut unkompliziert. Die staubigen Pisten der Vergangenheit wurden durch den TransCaprivi Highway (B8) ersetzt – eine 575 km lange, asphaltierte Strecke, die Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe verbindet. Wenn du aus Botswana kommst, erreichst du den Osten der Region über den Grenzübergang Ngoma an der Ngoma Bridge. Von dort sind es etwa 40 Minuten Fahrt bis zum Flughafen Kasane in Botswana und eine Stunde bis nach Katima Mulilo in Namibia. Die B8 ist in einem hervorragenden Zustand – achte nur auf die Kühe und Ziegen, die gerne mal völlig unbeeindruckt die Straße kreuzen! Wenn du aus dem Landesinneren Namibias im Westen anreist, nimmst du die B1 ab Windhoek bis Otavi am östlichen Rand des Etosha National Parks. Von dort führt dich die B8 direkt in den Zambezi. Da die Fahrt von Windhoek etwa 12 Stunden dauert, empfehlen wir Zwischenstopps im Osten des Etosha und in Rundu – der Stadt am Kavango River, die für ihre Holzschnitzereien bekannt ist. Reisende aus Sambia nehmen die RD325 entlang des Zambezi bis zum Grenzübergang Wenela und landen nach der Einreise direkt in Katima Mulilo.

Mit dem Flugzeug

Du kannst auch direkt den Flughafen Katima Mulilo anfliegen, der etwa 20 km außerhalb der Stadt liegt.

Beste Reisezeit

Die Zambezi-Region ist ein Ganzjahresziel und nie überlaufen! Wenn du vor allem wegen der Tierwelt kommst, sind die trockenen Wintermonate von Mai bis Oktober ideal: Die Vegetation ist dann lichter und die Tiere versammeln sich an den verbliebenen Wasserstellen. Wenn du der drückenden Sommerhitze entgehen willst, solltest du zwischen Mai und August reisen.

  • Am besten
  • Gut
  • Akzeptabel
  • Januar

  • Februar

  • März

  • April

  • Mai

  • Juni

  • Juli

  • August

  • September

  • Oktober

  • November

  • Dezember

Aktivitäten

Die wohl lohnendsten und aufregendsten Abenteuer in der Zambezi-Region verdankst du den vier ganzjährig wasserführenden Flüssen — Chobe, Kwando, Linyanti und Zambezi. Sie sind ein Magnet für unzählige Tierarten zu Wasser und an Land. Hier kannst du Safaris sowohl auf dem Landweg als auch auf dem Wasser unternehmen – eine erfrischende Perspektive auf Augenhöhe mit der Tierwelt! Freu dich auf Vögel, Elefanten, Büffel, Löwen, Flusspferde und vieles mehr, während sie durch die sattgrüne Landschaft ziehen.

Tierwelt in den National Parks erleben

Es gibt fünf National Parks und Reservate in diesem Feuchtgebiet-Paradies, von denen jeder eine ganz eigene Flora und Fauna bietet.

1. Khaudum National Park

Dieser 3.842 km² große, dicht bewaldete Park grenzt an Botswana und gilt als „vergessene Wildnis“. Mehr als 300 Vogelarten (Vogelbeobachter, aufgepasst!) und faszinierende Säugetiere wie Elefanten, Löwen, Giraffen, Leoparden, Hyänen, Schakale und Afrikanische Wildhunde sind hier zuhause. Der Park ist extrem abgelegen und für Abenteurer eine echte Herausforderung, da die sandigen und teils überfluteten Wege einiges abverlangen. Deshalb gilt: Reise mit mindestens zwei 4x4-Fahrzeugen pro Gruppe, hab Proviant und Treibstoff für drei Tage dabei und ausreichend Trinkwasser (100 Liter pro Fahrzeug und Tag). Tankstellen gibt es nur in Bagani, Divundu, Mukwe und Rundu in der Kavango-Region. Die beste Reisezeit ist von Juni bis Oktober, wenn es trocken ist. Die einzige Unterkunft im Park besteht aus zwei Touristencamps mit einfacher Ausstattung. Mach dich auf zu den 12 Wasserlöchern und zwei natürlichen Quellen oder besuche die „Hides“ – diskrete Verstecke am Wasser, von denen aus du Tiere und Vögel in aller Ruhe beobachten kannst.

2. Bwabwata National Park

Benannt nach dem Geräusch sprudelnden Wassers, steht dieses 6.100 km² große Wildnisgebiet für einen integrativen Ansatz im Naturschutz. Hier wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch die lokale Bevölkerung einbezogen. Im Zentrum des Parks gibt es Zonen für gemeinschaftsbasierten Tourismus, in denen die Bewohner gemeinsam mit Partnern aus der Tourismusbranche Projekte umsetzen. Die Mayuni Conservancy arbeitet beispielsweise mit African Monarch Lodges zusammen, die hier wegweisende Camps und Lodges mit Fokus auf Nachhaltigkeit betreiben. Bwabwata ist Heimat für 35 große Tierarten, darunter Elefanten (die durch den Park ziehen), Büffel, Riedböcke, Impalas, Rote Moorantilopen, Sitatungas, Flusspferde, Giraffen, Zebras, Gnus, Chobe-Buschböcke, Leierantilopen sowie Rappen- und Pferdeantilopen. Auch Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Afrikanische Wildhunde und Geparden sind hier heimisch. Die Tiere und die vielen bunten, einheimischen Vögel versammeln sich oft an den Ufern des Okavango und Kwando – perfekt für beeindruckende Fotos bei Sonnenaufgang oder Sundowner.

3. Mudumu National Park

Das 1.010 km² große Gebiet rund um das fossile Flussbett des Mudumu Malapo ist ein wahres Paradies. In der Savanne und den Mopane-Wäldern finden seltene Sitatungas, Letschwe-Antilopen, Fleckenhalsotter, Flusspferde und Krokodile einen sicheren Rückzugsort. Bei einer Pirschfahrt stehen die Chancen gut, Elefanten, Büffel, Kudus, Impalas, Steppenzebras und Pferdeantilopen zu entdecken. Für alle Vogelfans unter euch: Mit über 400 Arten könnt ihr hier eure Liste ordentlich erweitern! Zu den Highlights zählen unter anderem Schieferreiher, Hartlaubdrosselhäher, Sumpf-Buschdrosselhäher, Sumpfwürger, Klunkerkraniche, Halsband-Goldkehlpieper, Zwergglanzenten, Höckerglanzenten, Allen-Rallen sowie Afrikanische und Zwergblatthühnchen.

4. Popa Game Park

Der Popa Game Park ist ein 25.000 Hektar großes Wildnisgebiet rund um die Popa-Fälle am Okavango. Das Rauschen der Stromschnellen und das Rascheln der Blätter in diesem idyllischen, ruhigen Garten Eden prägen die Atmosphäre. Beobachte, wie das Wasser über die Felsen in die Tiefe stürzt, halte Ausschau nach über 400 Vogelarten oder versuch dein Glück beim Angeln.

5. Nkasa Rupara National Park

Dieses 320 km² große Feuchtgebiet ist das größte unter Naturschutz stehende seiner Art in Namibia! Der Park ist wild und wasserreich – ein Labyrinth aus Kanälen, Altarmen und Inseln. In der Regenzeit steht der Park zu 80 % unter Wasser! Wenn er in der Trockenzeit zugänglich ist, kannst du Elefanten, Flusspferde, Krokodile, Büffel, Löwen, Wildhunde und Tüpfelhyänen beobachten. Es gibt nur eine Unterkunft direkt im Park, das Jackalberry Tented Camp. Alternativ liegt die Nkasa Lupala Tented Lodge direkt am Parkeingang und in der Nähe findest du zudem einige Campingplätze.

In Katima Mulilo

Wenn du in Katima etwas Zeit hast, schau dir die 900 Meter lange Katima-Mulilo-Brücke an. Sie führt den Trans-Caprivi-Highway über den Sambesi und bietet dir tolle Fotomotive.

Besuch auch den lebendigen Markt im Stadtzentrum. Hier kommst du leicht mit Locals ins Gespräch und bekommst einen echten Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort. Direkt neben dem Markt findest du das Katima Craft Centre: Bestaune das handwerkliche Geschick der Zambezianer, die traditionelle Körbe und Töpfe flechten – bekannt für ihre Symmetrie und ihre besondere Ästhetik. Falls du in der letzten Septemberwoche in Katima bist, darfst du das jährliche Lusata-Festival nicht verpassen! Feiere gemeinsam mit den Mafwe, einer der größten ethnischen Gruppen der Region, ihre Traditionen, Geschichte und Zukunft. Menschen aus allen Dörfern des Sambesi kommen zusammen, um zu tanzen und gemeinsam zu essen.

Baobab an der Ngoma-Brücke
Markt in Katima

Apropos Schlemmen: Wenn du Lust auf ein Restaurant hast, findest du im Green Basket Café leckere und bezahlbare Gerichte in einem schönen Garten. Von dort aus kannst du übrigens auch direkt Touren und Aktivitäten buchen. Alternativ gibt es herzhafte Mahlzeiten im Baobab Bistro oder einen erfrischenden Drink in der Bezi Bar – der beliebte Treffpunkt der Locals.

Und wenn du schon mal da bist: Schau dir unbedingt den berühmten Katima-Baobab an. Das ist ein kurioses öffentliches WC, das in den ausgehöhlten Stamm eines uralten Baobab-Baums gebaut wurde – ein echtes Stück Geschichte!

Kunsthandwerk-Zentren

Die Zambezi-Region ist bekannt für das handwerkliche Geschick der Einheimischen. Viele dieser Kunstwerke werden direkt am Straßenrand angeboten, aber auch in den verschiedenen Craft Centres der Region. Diese von Locals geführten Zentren sind die besten Orte, um Souvenirs zu finden und dabei noch etwas über die Traditionen der Menschen hier zu lernen. Sie unterstützen die Vermarktung und Entwicklung lokaler Produkte, und jedes Zentrum zählt über 100 Mitglieder – von Töpfern über Schnitzer bis hin zu Korbflechtern.

Neben dem Katima Craft Centre gibt es noch das Ngoma Crafts Centre in der Nähe des Grenzübergangs Ngoma. Der Shop mit angeschlossenem Café ist ein toller Stopp, um letzte Souvenirs zu besorgen oder vor der Weiterreise einen Kaffee oder ein kühles Getränk zu genießen. Wenn du Zeit hast und vorher buchst, kannst du sogar selbst lernen, wie man einen Korb flechtet, eine Schilfmatte herstellt, einen Tontopf töpfert oder den Schnitzern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Der Mashi Crafts Handelsposten in Kongola (außerhalb des Bwabwata Nationalparks) ist eine Anlaufstelle für Kunsthandwerk und Naturprodukte aus den Gemeinden östlich und westlich des Kwando-Flusses. 13 Gemeindeschutzgebiete und vier weitere Gruppen beliefern diesen Markt, ebenso wie Kunsthandwerker aus dem nahen Sambia und Simbabwe. Der Posten arbeitet mittlerweile unabhängig und wurde erweitert, um auch Touristen und Besucher der Region zu versorgen. Hier findest du Körbe, Schnitzereien, Schmuck, Chitenge-Stoffe, die Mokolo-Chitenge-Kollektion, natürliche Heilmittel aus Teufelskralle, saisonalen Honig, Brennholz und kalte Getränke.

Ngoma Crafts Zambezi
Korbflechter Zambezi
Mashi Crafts Zambezi
Korbflechten Zambezi

Sijwa Project der African Monarch Lodge

Das Sijwa Project von African Monarch Lodges recycelt Glasabfälle aus ihren Lodges und verwandelt sie in wunderschöne Schmuckstücke. Mitglieder der lokalen Schutzgebiete haben gelernt, wie man diese Glasperlen in einem umweltschonenden Ofen vor Ort herstellt und daraus die besonderen Schmuckstücke fertigt, die man dort kaufen kann. Das Projekt bietet zudem Weiterbildungen an und beschäftigt Einheimische an Nähmaschinen, um aus alten Stoffen hochwertige Kleidung zu schneidern. Besuche das Sijwa Project an der C49 und erlebe diese inspirierende Initiative hautnah.

Besuche ein traditionelles Dorf

1. Lizauli Traditional Village

Das Lizauli Traditional Village ist ein Community-Projekt, das dir einen authentischen Einblick in das Leben in einem traditionellen Dorf gibt. Hier zeigen dir die Bewohner, wie Hirse gestampft wird, wie früher Getreide gelagert wurde und wie der Hühnerstall (stantwe) sowie die Transportmittel funktionierten. Du kannst den Schmieden dabei zusehen, wie sie Werkzeuge und Messer fertigen, während ein Assistent den handgefertigten Blasebalg bedient. Außerdem hast du die Gelegenheit, mit einem traditionellen Heiler (Sangoma) zu sprechen und traditionelle Tänze zu erleben. Das Lizauli Traditional Village liegt direkt an der asphaltierten C49, 33 km südlich von Kongola.

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2. Mafwe Living Museum

Das Mafwe Living Museum ist ein lebendiges Freilichtmuseum, in dem du alles über die Kultur und den Alltag der Mafwe erfährst. Das Museum umfasst ein traditionelles Dorf und die umliegenden Felder auf einem wunderschönen Hügel mit Blick auf den Kwando-Fluss. Riesige Baobab-Bäume spenden Schatten, während die Mafwe in traditioneller Kleidung ihre fast vergessene Kultur präsentieren. Die Darsteller erklären alles mit großer Hingabe, und ein Guide übersetzt für dich ins Englische. Fast das gesamte Programm ist interaktiv: Versuche dich im Weben eines traditionellen Netzes oder probiere die angebotenen Speisen. Ein Besuch im Living Museum ist ein unvergessliches Abenteuer! Du findest es am Ende der D3502, 16 km nördlich von Kongola.

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Aktivitäten

Die Zambezi-Region ist bekannt für erstklassige Tierbeobachtungen, Angeln und Birding. Aktivitäten in der Region drehen sich vor allem um diese einzigartigen Vorzüge, besonders direkt am Flussufer.

1. Game Drives

Es gibt fünf Nationalparks zu entdecken, von denen jeder eine Vielzahl faszinierender Tiere beheimatet. Wenn du außerhalb der Parks übernachtest, können abenteuerlustige Fahrer mit einem 4x4 gegen eine kleine Naturschutzgebühr das Netzwerk aus Flüssen, Auen, Wäldern und weiten Landschaften voller Wildtiere erkunden. Die meisten Wege sind sandig – lass also den Reifendruck etwas ab und halte ein gewisses Tempo, damit du nicht stecken bleibst. Auch bei Fahrten durch flaches Wasser gilt: Drehzahl hochhalten! Jeder Park hat eigene Regeln, auch was die Ein- und Ausfahrtszeiten angeht – informier dich also kurz, bevor du dich in die Wildnis wagst. Wenn du lieber einen geführten Game Drive machen möchtest, bieten das fast alle Lodges und Unterkünfte an. Erfahrene Guides bringen dir alles über Fauna und Flora bei und zeigen dir Tiere und Spuren, die du sonst garantiert übersehen hättest. Das ist der beste Weg, um die Region und ihre Bewohner kennenzulernen: direkt von den Locals, die hier aufgewachsen sind. Manche verwöhnen dich zum Sonnenuntergang sogar mit einem Gin Tonic und kleinen Snacks! Hier ist eine praktische Liste der Top 10 Tiere, die du im Zambezi fotografieren kannst.

2. Birding

Bienenfresser am Sambesi

Die Sambesi-Region ist ein weltweit bekanntes Paradies für Vogelbeobachtungen mit über 450 Arten. Dank der fließenden Gewässer und der üppigen Landschaft triffst du hier auf Vögel, die du sonst nirgendwo in Namibia findest. Die meisten der Okavango-Spezialitäten sind hier zu Hause, darunter der Schieferreiher, die Gabelracke und der Klunkerkranich. Da es hier ganzjährig Wasser gibt, ist die Gegend von November bis April ein beliebter Stopover für viele Zugvögel aus Eurasien und anderen Teilen Afrikas – darunter auch die leuchtend rosafarbenen Karminspinte. Die beste Zeit für Birding ist die feuchte Jahreszeit von November bis April, wenn die Zugvögel da sind. Aber Achtung: Die Straßen können dann stellenweise sehr matschig und rutschig werden – bleib also nicht stecken! Beobachte Adler und Kraniche, wie sie über dir kreisen, Watvögel, die scheinbar über das Wasser schweben, und farbenfrohe Bienenfresser, Nektarvögel und Racken, die durch die Luft sausen. Die gesamte Sambesi-Region ist ein erstklassiges Ziel für Vogel-Fans; selbst in Katima Mulilo gibt es tolle Spots! Schau dir unsere Top 10 Vögel, die du in der Sambesi-Region fotografieren kannst, an!

3. Unterwegs auf dem Wasser

Elefanten am Chobe River

Wasser ist das Herzstück der Sambesi-Region. Hier kannst du eine Aktivität erleben, die es sonst kaum in Namibia gibt: Safari per Boot! Beobachte Wildtiere ganz entspannt von einem stabilen Ausflugsboot oder Hausboot aus – oder wähle den Nervenkitzel in einem traditionellen Einbaum, dem Mokoro. Egal, wie du die vielen Flüsse und Kanäle erkundest, du wirst mit hautnahen Begegnungen belohnt: Antilopen, die am Ufer grasen, Flusspferde, die neugierig aus dem mit Seerosen übersäten Wasser blinzeln, und Elefanten, die ein erfrischendes Bad nehmen. Die ruhigen, von Papyrus gesäumten Wasserwege lassen dich den Alltag komplett vergessen, während du den Sonnenaufgang oder Sundowner auf dem Wasser genießt. Bootstouren und Mokoro-Ausflüge kannst du in den meisten Lodges und Camps oder über Anbieter in Katima buchen.

4. Angeln

Tigerfisch am Sambesi
Boot in der Sambesi-Region

Auch wenn wir sie nicht immer direkt sehen – unter der Wasseroberfläche des Sambesi tummeln sich unzählige Fische! Wenn du auf der Suche nach einem erstklassigen Angelabenteuer bist, wirst du hier garantiert fündig. Ob der legendäre Tigerfisch, der mystische Nembwe oder eine der vielen Brassen- und Welsarten: Angeln am Sambesi ist für Anfänger wie für Profis ein unvergessliches Erlebnis. Wenn du es auf Tigerfische abgesehen hast, ist der obere Sambesi bei Katima Mulilo zwischen Juni und August deine beste Adresse. Dieser Flussabschnitt ist berühmt für kapitale Tigerfische über 8 kg – besonders rund um die Wenela-Stromschnellen, den Sikunga-Kanal und die nahegelegenen Felsbänke. Für Nembwe, Brassen oder Welse kannst du dein Glück von Juni bis Dezember im Hauptstrom oder in den vielen Seitenarmen des traumhaften Kwando-Flusses versuchen. In der Sambesi-Region bieten etliche Anbieter Angelausflüge an, meist nach dem „Catch and Release“-Prinzip. Aber Achtung: Fische niemals in Nationalparks oder gesperrten Wasserwegen, sonst droht ein saftiges Bußgeld.

Kombiniere deinen Trip mit…

1. Etosha Nationalpark

Tiere an einem Wasserloch im Etosha Nationalpark

Tausche das satte Grün gegen die karge Savanne und besuche Namibias berühmten Etosha Nationalpark. Dieser karge Park rund um eine riesige weiße Salzpfanne bietet dir einen spannenden Kontrast zu den Erlebnissen in der Sambesi-Region. Beide Parks ergänzen sich perfekt – in Etosha hast du zudem gute Chancen, Nashörner zu sehen und deine Big-5-Liste zu vervollständigen. Die Fahrt von Kongola in der Sambesi-Region bis zum Namutoni-Tor im Osten von Etosha dauert etwa 7,5 Stunden. Wir empfehlen einen Zwischenstopp in Rundu, um die Strecke entspannt zu bewältigen.

2. Chobe Nationalpark in Botswana

Der Chobe Nationalpark zählt zu den besten Nationalparks im südlichen Afrika und steht dem Sambesi in Sachen Wildreichtum und üppiger Natur in nichts nach. Von der botswanischen Seite aus kannst du Bootstouren und Pirschfahrten auf dem Chobe River unternehmen. Der Park ist nur etwa 1,5 Stunden von Katima Mulilo entfernt – einfach über die Ngoma-Brücke und durch den Grenzübergang.

3. Victoriafälle (Simbabwe/Sambia)

Folge dem Lauf des mächtigen Sambesi, bis er 108 Meter tief über eine Felskante stürzt. Der Donner ist gewaltig, und die Gischt spürst du schon von Weitem. Die Victoriafälle gehören mit ihrer Breite von 1,7 Kilometern zu den größten Wasserfällen der Welt – sie sind etwa doppelt so hoch und mehr als doppelt so breit wie die Niagarafälle! Die Fälle bilden die natürliche Grenze zwischen Simbabwe und Sambia und sind von Katima Mulilo aus in etwa 3 Stunden erreichbar (du passierst dabei zwei Grenzübergänge). Vor Ort führen verschiedene Wege zu unterschiedlichen Aussichtspunkten, von denen aus du die imposanten Wassermassen bestaunen kannst.

Rund um die Fälle triffst du oft auf Wildtiere, die am Flussufer trinken, bevor das Wasser in die Tiefe stürzt. In der Regenzeit zwischen Ende November und Anfang April ist das Wasservolumen schier unfassbar – manchmal verschwinden die Fälle sogar komplett hinter einer 400 Meter hohen Gischtwand. Wenn du zu dieser Zeit reist, solltest du unbedingt eine Regenjacke einpacken und deine Sachen in wasserdichten Taschen verstauen.

Rund um die Fälle gibt es jede Menge Action: Wildwasser-Rafting, Kanutouren, Bungee-Jumping oder klassische Tierbeobachtungen. Wer besonders mutig ist, wagt den Sprung in den Devil's Pool: ein natürliches, drei Meter tiefes Becken direkt an der Abbruchkante, das nur durch eine schmale Felslippe von den tosenden Wassermassen getrennt ist. Der Devil's Pool liegt auf der sambischen Seite und ist nur über geführte Bootstouren von Tongabezi Safaris zugänglich.

Reiseziele entdecken

Wildlife & Safari

Die Sambesi-Region in Namibia ist einer der besten Geheimtipps für Safaris im gesamten südlichen Afrika. Die Kavango-Sambesi-Region besticht durch ihren Wasserreichtum, eine vielfältige Vogelwelt und jede Menge Wildtiere – und das ganz ohne Zäune! Das bedeutet: pure, unberührte Wildnis, durch die wandernde Herden ungehindert ziehen können. In den fünf Nationalparks der Region kannst du die Tierwelt hautnah erleben: Freu dich auf rund 400 Vogelarten, vier der „Big Five“ (Nashörner gibt es hier leider nicht!), seltene, an das Wasser angepasste Antilopen sowie riesige Büffel- und Elefantenherden. Dazu kommen Kudus, Impalas, Zebras, Löwen, Leoparden und Afrikanische Wildhunde. Die Liste ist schier endlos – nirgendwo sonst in Namibia wirst du so viele verschiedene Tiere auf deiner Liste abhaken können.

Leopard am Chobe River
Flusspferd am Sambesi
Sitatunga am Sambesi
Löwen in der Sambesi-Region

Unterkunft

So planst du die Zambezi-Region in dein Namibia-Abenteuer ein

Obwohl sie ganz im Nordosten Namibias liegt, gibt es viele Möglichkeiten, den Zambezi bei deiner nächsten Reise zu besuchen. Egal, ob du von Botswana, Angola oder Sambia über den Fluss kommst oder die Region in eine längere Namibia-Tour einbaust – du hast die Qual der Wahl. Hier sind ein paar Tipps, die dir bei der Planung helfen:

Insider-Tipps

  • Die Sambesi-Region ist Malariagebiet – sprich vor deiner Reise mit deinem Arzt über eine Prophylaxe und pack unbedingt Mückenschutz ein.

  • Die Region ist extrem abgelegen – in den Lodges gibt es oft weder Handyempfang noch WLAN.

  • Bargeld ist hier das A und O. Du brauchst es für alles: in Läden, in den Lodges, für Aktivitäten, beim Tanken oder für Souvenirs. Karten – egal ob physisch oder virtuell – werden kaum akzeptiert. In Katima Mulilo kannst du dich an Geldautomaten eindecken.

  • Trinkwasser – das Leitungswasser in den Camps oder Lodges kommt meist direkt aus den Flüssen und ist nicht trinkbar. Die meisten Unterkünfte stellen jedoch kostenloses, sicheres Trinkwasser bereit. Bring dir also eine robuste, wiederverwendbare Flasche zum Auffüllen mit.

  • Unterwegs – um die Sambesi-Region in deinem eigenen Tempo zu erkunden, solltest du einen 4x4 (meist mit Schaltgetriebe) sicher beherrschen.

  • Begegnungen – sei freundlich, aufgeschlossen und geduldig gegenüber den Einheimischen, auch wenn die Verständigung auf Englisch mal nicht klappt.

Namibias Sambesi-Region bietet dir einen Einblick in eine Wildnis und Lebensweise, die vom globalisierten Alltag noch weitgehend unberührt ist. Wo sonst kannst du unberührte afrikanische Landschaften ganz für dich allein entdecken? Der Tourismus steckt hier noch in den Kinderschuhen, setzt aber von Anfang an auf Nachhaltigkeit sowie ökologische und soziale Verantwortung. Wir versprechen dir: Dieses Stück Paradies wird dich verändern und immer wieder aufs Neue überraschen. Wenn du auf der Suche nach weniger überlaufenen Geheimtipps bist, solltest du jetzt mit der Planung beginnen. Wir helfen dir dabei!