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Nachhaltiger Tourismus: Alles, was du wissen musst

Jessica Tyrrell
von Jessica Tyrrell
Veröffentlicht am 28. Juni 2021
6 Minuten Lesezeit

Das Thema nachhaltiges Reisen hat seit der Pandemie endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient. Die unfreiwillige Reisepause war für uns alle – Touristen, die Branche und Regierungen – eine seltene Gelegenheit, unser Reiseverhalten zu hinterfragen und den Weg für einen verantwortungsbewussten, „grünen“ Neustart zu ebnen. Warum ein grüner Neustart? Weil der Tourismus in den letzten Jahren zunehmend von seinem ungeliebten Zwilling überschattet wurde: Overtourism. Die Folgen für die Umwelt und die lokalen Communities sind oft verheerend.

Hier kommt nachhaltiger Tourismus ins Spiel. Er respektiert die Einheimischen, uns Reisende, das kulturelle Erbe und – ganz wichtig – unsere Umwelt. Aber wie genau funktioniert nachhaltiges Reisen eigentlich? Lies weiter, um es herauszufinden.

Windkraftanlagen
Flugzeug über einem Strand

Was bedeutet nachhaltiger Tourismus?

Laut der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) ist nachhaltiger Tourismus eine Form des Reisens, die ihre heutigen und zukünftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen voll berücksichtigt. Dabei werden die Bedürfnisse der Besucher, der Branche, der Umwelt und der gastgebenden Gemeinschaften gleichermaßen beachtet.

Kurz gesagt: Nachhaltiger Tourismus ist eine bewusste Art des Reisens, bei der Reiseziele so wenig wie möglich belastet werden. Nachhaltiger und regenerativer Tourismus gehen weit über den einzelnen Reisenden hinaus. Sie nehmen auch die Tourismusbranche und Regierungen in die Pflicht, verantwortungsvoll zu handeln, indem sie:

  • Das kulturelle Erbe und die Traditionen der lokalen Gemeinschaften respektieren und fördern

  • Sich aktiv für den Erhalt der Authentizität eines Reiseziels einsetzen

  • Die Anzahl und Qualität lokaler Arbeitsplätze steigern

  • Einwohner bei der Entscheidung einbeziehen, welche Rolle der Tourismus in ihrer Region spielen soll

  • Erfolg nicht nur in wirtschaftlichen Zahlen messen, sondern auch am Wohlergehen des Landes

Infografik, die Ökotourismus-Praktiken als Zahnräder in einem System darstellt

Warum ist nachhaltiger Tourismus so wichtig?

Vor Corona waren jährlich rund 1,4 Milliarden Menschen unterwegs – das entspricht 18 % der Weltbevölkerung! Tourismus ist zwar ein riesiger Wirtschaftsfaktor und trägt 10 % zum globalen BIP bei, doch er verursacht auch etwa 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Damit ist die Reisebranche ein schwerwiegender Faktor in der Klimakrise. Zudem verbrauchen Touristen vor Ort wertvolle Ressourcen wie Wasser, Lebensmittel, Strom und belasten die Infrastruktur. Dieser enorme Druck auf die Zielgebiete führt zu massiver Umweltverschmutzung – 14 % des gesamten festen Abfalls weltweit gehen jährlich allein auf das Konto von Reisenden. Die Folgen sind Erosion von Kulturlandschaften, ökologischer Raubbau und soziale Ungleichheit.

All das sind Symptome eines schädlichen Phänomens: Overtourism. Einfach gesagt: Wenn durch ungebremstes Reisen zu viele Menschen an einem Ort zusammenkommen. Orte wie Thailand, Bali, Spanien oder Italien leiden bereits darunter. Die Straßen sind überfüllt, die Tierwelt leidet, Strände sind vermüllt, historische Stätten nehmen Schaden und Einheimische werden aus ihren Vierteln verdrängt.

Flaschen, Stausee und Berge
Überfüllte Stadt
Abholzung
Meeresschildkröte mit Plastikmüll

Wie kann ich nachhaltig reisen?

Indem wir verantwortungsbewusst reisen, können wir den Tourismus nachhaltiger gestalten. Hier erfährst du, wie das geht (für 5 schnelle und einfache Tipps, schau dir unsere Top 5 Sustainable Travel Hacks an).

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  • Qualität vor Quantität: Reise lieber seltener, dafür aber länger.

  • Reisen in der Nähe ist meist die bessere Wahl. Wenn es dich doch in die Ferne zieht, achte darauf, eine Destination zu wählen, die Nachhaltigkeit großschreibt und nicht überlaufen ist.

  • Entscheide dich für Orte, die deine Unterstützung brauchen – Tourismus in Schwellenländern hilft, Armut zu bekämpfen, stärkt die lokale Wirtschaft und ist ein wichtiger Anreiz, die Natur vor Ort zu schützen.

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Fliegen hinterlässt einen beachtlichen CO2-Fußabdruck, aber du kannst deinen Einfluss minimieren:

  • Fliege direkt und vermeide Zwischenstopps.

  • Wähle eine nachhaltigere Airline (einige nutzen bereits Biokraftstoffe).

  • Das Wichtigste: Fliege weniger.

  • Kompensiere deine Emissionen oder wähle eine Fluggesellschaft, die das für dich übernimmt.

Buche Unterkünfte, die auf Nachhaltigkeit setzen und öko-zertifiziert sind (wir übernehmen das für dich!).

  • Schau dir an, was deine Gastgeber tun, um etwas zurückzugeben und ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern – zum Beispiel durch erneuerbare Energien oder indem sie Einheimischen faire Jobs und Mitspracherechte bieten (und achte darauf, dass es kein Greenwashing ist!).

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  • Nutze eine nachhaltige Buchungsplattform, die dir die Recherche abnimmt – am besten eine, die deinen CO2-Fußabdruck direkt kompensiert (so wie Viatu).

  • Stärke die lokale Wirtschaft, indem du umweltschonende Aktivitäten buchst, die von Locals angeboten werden.

  • Greif zu regionalen, saisonalen Lebensmitteln, die nicht importiert wurden.

  • Kaufe Souvenirs direkt bei den Einheimischen.

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  • Reduziere deinen Plastikmüll, indem du auf Plastiktüten, Einwegflaschen, Becher, Besteck oder unnötige Verpackungen verzichtest.

  • Gehe bewusst mit Wasser und Energie um! Dusche kürzer, schalte unnötige Lichter aus und zieh Stecker von Geräten, die du gerade nicht brauchst.

  • Engagiere dich bei lokalen Organisationen und tauche tief in das Leben vor Ort ein.

Wer macht nachhaltigen Tourismus richtig?

Ein Land, das man in Sachen nachhaltiges Reisen unbedingt auf dem Schirm haben sollte, ist das Königreich Bhutan im östlichen Himalaya. Hier wird Entwicklung am Bruttonationalglück gemessen – und der Tourismus spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Land ist klimapositiv (ja, wirklich!) und kontrolliert den Tourismus streng: Qualität geht vor Quantität. Alle Besucher brauchen ein Visum und zahlen eine tägliche Gebühr von 200 bis 250 Dollar. Darin enthalten sind die Unterkunft in ausgewählten Hotels, Aktivitäten mit geringem ökologischem Fußabdruck und lokale, ethisch vertretbare Mahlzeiten. Das Geld fließt direkt in den Naturschutz und soziale Projekte. Ziemlich cool, oder?

Königreich Bhutan
Tänzer in Bhutan
Landschaft in Bhutan
Yak in Bhutan

Ein Land, das Viatu besonders am Herzen liegt, ist das großartige Namibia. Als weltweit erstes Land verankerte Namibia den Umweltschutz fest in seiner Verfassung. Mit jährlich nur etwa 1,5 Millionen Besuchern (im Vergleich zu 36 Millionen in Thailand) bleibt es ein echter Geheimtipp. Rund 40 % der Landesfläche stehen unter staatlichem oder gemeinschaftlichem Schutz. Das trägt maßgeblich dazu bei, die faszinierende Tierwelt, die vielfältigen Ökosysteme und das kulturelle Erbe des Landes langfristig zu bewahren.

Viele verantwortungsbewusste Safari-Anbieter in Namibia ebnen den Weg für einen regenerativen Tourismus – allen voran Gondwana und Wilderness Safaris (beides Viatu-Partner). Diese Gruppen investieren massiv in die lokale Bevölkerung und den Schutz der Natur. Ihre Philosophie: Ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck. Ihre Camps setzen auf Solarenergie, verzichten konsequent auf Plastik, sparen Wasser, binden die lokale Bevölkerung aktiv ein und fördern die Bildung junger Menschen.

Elefanten im Damaraland, Namibia
Oryx-Antilope in Namibia
Löwe in Namibia
Himba-Kinder

Was tut Viatu?

Wir setzen auf konkrete, messbare Schritte in vier zentralen Bereichen, um unseren positiven Einfluss zu maximieren:

  1. Unsere Reiseziele — wir bewerten Destinationen nach dem GSTC-Standard, um sicherzustellen, dass wir nur Orte empfehlen, die nachhaltig agieren.

  2. Unsere Partner — wir arbeiten mit Unterkünften und Anbietern zusammen, die unsere Werte teilen: Mensch, Tier und Umwelt stehen bei ihnen an erster Stelle.

  3. Unsere Reisenden — wir klären auf und helfen dabei, den eigenen Fußabdruck zu minimieren. Dazu gehört verantwortungsvolles Verhalten vor Ort sowie die Kompensation von CO2-Emissionen.

  4. Unsere internen Abläufe — wir verpflichten uns zu internationalen Best Practices und höchster Transparenz.

Unsere vollständige Strategie findest du hier.

Bei Viatu fördern wir grüneres, intelligenteres Reisen in unberührte, weniger überlaufene Regionen. Overtourism ist unser Feind. Stattdessen setzen wir auf nachhaltigen Tourismus, damit die positiven Effekte des Reisens auch für kommende Generationen spürbar bleiben. Die Pandemie hat der Reisebranche eine nötige Atempause verschafft – und genau hier beginnt echte Veränderung.

Ist „nachhaltiges Reisen“ also ein Widerspruch in sich? Für uns ganz klar: Nein. Buche deine nächste nachhaltige Reise auf unserer Website und finde heraus, warum!