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Lokale Spezialitäten: Das musst du in Südafrika probieren

Bárbara Büchel
von Bárbara Büchel
Veröffentlicht am 27. Juli 2022
7 Minuten Lesezeit

Reisen ist ein Erlebnis für alle Sinne, das dich an Orte führt, die du bisher nur vom Hörensagen kanntest. Essen spielt dabei eine zentrale Rolle: Es ist der direkteste Weg, um in die Kultur, Identität und Geschichte eines Landes einzutauchen. Kulinarik ist eine universelle Sprache, die Menschen weit über den reinen Geschmack hinaus verbindet.

Südafrikas Food-Szene ist ein Schmelztiegel der Kulturen, die sich über lange Zeit gegenseitig beeinflusst haben. Heute erwartet dich auf deinem Teller eine köstliche Mischung aus afrikanischen, asiatischen und europäischen Einflüssen. Südafrika bietet Reisenden eine riesige Auswahl an unvergesslichen kulinarischen Highlights.

In diesem Blog nehmen wir dich mit auf eine kulinarische Reise durch die südafrikanische Küche. Lass es dir schmecken!

Sandwiches als Vorspeise?

Bunny Chow

Das „Bunny Chow“ ist ein absoluter Klassiker aus KwaZulu-Natal. Dabei wird ein ausgehöhltes Weißbrot mit aromatischem Curry gefüllt – wahlweise mit Gemüse, Huhn, Lamm oder Hammelfleisch. Die Wurzeln des Gerichts liegen in der indischen Küche. Entstanden ist es aus der Notwendigkeit heraus, dass indische Wanderarbeiter ihre herzhaften Currys während der Apartheid-Ära praktisch transportieren mussten. Das Curry aus dem ausgehöhlten Brot zu essen, ist eine Fusion aus afrikanischer und asiatischer Kochkunst – kein Wunder, dass das Bunny Chow zu den beliebtesten Street-Food-Gerichten des Landes gehört.

Südafrikanisches Bunny Chow mit indischem Curry in einem ausgehöhlten Brotlaib

Den besten authentischen Bunny Chow findest du in Durban. Besuche den Victoria Market, um dieses Gericht, bei dem Südafrika auf Indien trifft, direkt aus der Hand zu genießen.

Kota 

Ähnlich wie beim Bunny Chow wird auch beim „Kota“ ein Brot ausgehöhlt und großzügig gefüllt. Die Zutaten? Eine wilde Mischung aus gewürzten Pommes, Polony (einer Art Fleischwurst), Russian Sausages, Ei, Käse und Atchar – einem scharfen, eingelegten Mango-Relish. Das Kota ist ein Street-Food-Favorit, der seinen Ursprung in den Townships von Gauteng hat. Heute findest du es in unzähligen Spaza-Shops und kleinen Restaurants in ganz Südafrika.

Wenn du die Sehenswürdigkeiten in Soweto erkundest, solltest du unbedingt einen Stopp bei den Restaurants und Shops in der Vilakazi Street einlegen, um ein leckeres Kota zu probieren.

Südafrikas Top-Comfort-Food:

Bobotie 

„Bobotie“ ist ein südafrikanischer Auflauf: Die Basis bildet würziges Hackfleisch, das mit einer cremigen Eierschicht überbacken wird. Oft kommen Trockenfrüchte wie Rosinen oder Sultaninen hinzu, die dem herzhaften Gericht eine süßliche Note verleihen. Traditionell wird Bobotie mit duftendem, gelbem Kurkuma-Reis serviert, garniert mit Bananen und süßem Chutney. Das Gericht ist eine spannende Mischung aus indo-asiatischen Rezepten und Kochtechniken, die einst von niederländischen Siedlern ans Kap gebracht wurden. Heute ist Bobotie ein echtes Lieblingsessen für zuhause.

Mach einen Abstecher in eines der familiengeführten Restaurants im bunten Viertel Bo-Kaap, um die herzhafte Cape-Malay-Küche zu kosten. Ein Glas von Südafrikas besten Weinen passt perfekt dazu!

Südafrikanisches Bobotie mit Reis und Chutney

Potjiekos

Wenn es um „Slow Food“ in Südafrika geht, kommt man am berühmten „Potjiekos“ nicht vorbei. Es ist ein Eintopf, der in einem dreibeinigen gusseisernen Topf, dem sogenannten Potjie, über offenem Feuer langsam geschmort wird. Die Hauptzutaten sind Fleisch und Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Kohl und Blumenkohl. Gewürzt wird das Ganze mit einer speziellen Mischung aus holländisch-malaiischen Gewürzen, die für eine wahre Geschmacksexplosion sorgen. Das offene Feuer verleiht dem Eintopf eine feine Rauchnote. Durch das langsame Garen verbinden sich alle Aromen perfekt zu einem herzhaften Ganzen.

Rindfleisch-Gemüse-Potjie, über offenem Feuer gegart

Dombolo und Ochsenschwanz-Eintopf 

„Dombolo“ ist das beliebte traditionelle südafrikanische Dampfbrot. Der Teig wird entweder in kochendem Wasser oder direkt in einem herzhaften Eintopf gegart. Dombolo wird oft zu Gerichten wie Ochsenschwanz-Eintopf, cremigem Spinat, Linseneintopf oder Butternusskürbis-Püree serviert. Das fluffige Brot in die sämige Sauce zu tunken, ist eine Geschmackskombination, die süchtig macht – du wirst es lieben! Für viele Südafrikaner ist das ein absolutes Lieblingsessen für den Sonntag oder kalte Wintertage.

Samp

„Samp“ ist ein weiterer Klassiker der südafrikanischen Küche, dessen Basis getrocknete, gestampfte Maiskörner bilden. Bei Samp sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt; es lässt sich wunderbar mit verschiedensten Beilagen kombinieren. Das Rezept ist extrem vielseitig und variiert je nach persönlichem Geschmack oder kultureller Tradition. Die zwei bekanntesten Varianten sind die herzhafte oder die cremige Version. Die herzhafte Variante wird meist mit Bohnen sowie Rind-, Hühnchen-, Lamm- oder Gemüse-Eintopf serviert. Die cremige Variante hingegen wird mit frischer Sahne und Butter zubereitet. Samp ist in vielen südafrikanischen Kulturen ein geschätztes Grundnahrungsmittel. Was es so besonders macht? Die Einfachheit, der günstige Preis und die Vielseitigkeit. 

Mein Tipp: Setz den Neighbourgoods Market auf deine Liste, wenn du in Kapstadt bist. Dort findest du sowohl authentische Klassiker als auch moderne Interpretationen südafrikanischer Gerichte wie Samp und Dombolo. 

Shisa Nyama oder Braai

„Shisa nyama“ bedeutet auf Zulu wörtlich „brennendes Fleisch“. Die Grillkultur ist in Südafrika tief verwurzelt und ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Freunde und Familie. Ähnlich wie beim „Braai“ (dem afrikaansen Wort für Grillen) hat Shisa Nyama seinen Ursprung in den Townships. Es ist weit mehr als nur Essen: Es ist eine Mischung aus Musik, Bier, brutzelndem Fleisch und guter Gesellschaft – kurz gesagt: Shisa Nyama ist ein Lebensgefühl! Meist kommen verschiedene Fleischsorten wie „Boerewors“, Lammkoteletts, Hühnchen und T-Bone-Steaks auf den Grill. Dazu gibt es klassischerweise Pap (Maisbrei), Chakalaka (ein würziges südafrikanisches Relish) und verschiedene Salate.

Traditioneller Braai oder Shisa Nyama mit Fleisch vom offenen Feuer

Die besten Orte für ein authentisches Shisa-Nyama-Erlebnis sind die lokalen Pubs und Restaurants in Townships wie Soweto. Alternativ kannst du die Stände auf dem Fourways Farmer's Market in Johannesburg besuchen, um am Wochenende bei Live-Musik und gutem Essen unter freiem Himmel zu feiern.

Zeit für einen Snack:

Biltong 

„Biltong“ ist einer der absoluten Snack-Klassiker Südafrikas. Der Name leitet sich von den niederländischen Wörtern „bil“ (Hinterviertel) und „tong“ (Streifen oder Zunge) ab. Es handelt sich um getrocknetes, gepökeltes Fleisch, das typischerweise mit Salz, Essig sowie einer traditionellen Mischung aus schwarzem Pfeffer und Koriander gewürzt wird. Ein geschmacksintensiver Leckerbissen, den du in Südafrika an jeder Ecke – vom kleinen Kiosk bis zum Feinkostladen – findest.

Biltong (getrocknetes Fleisch), ein traditioneller südafrikanischer Snack auf einem Holzbrett
Kaffee und südafrikanische Rusks auf einem rustikalen Tisch im Farm-Stil

Rusks

Rusks sind der perfekte Begleiter für deine Kaffee- oder Teepause. Dieser Snack ist kein gewöhnlicher Keks: Er ist hart, knusprig und wird doppelt gebacken. Am besten schmecken sie, wenn du sie kurz in Rooibos-Tee, Kaffee, warme Milch oder heiße Schokolade tunkst. In Südafrika gibt es sie in unzähligen Varianten – von Buttermilch über Kleie bis hin zu Rosinen oder Pekannüssen.

Zum Nachtisch:

Malva Pudding

Malva Pudding ist ein saftiger Kuchen mit Aprikosennote, der in einer cremigen, karamellisierten Buttersauce getränkt wird. Ein echtes Highlight, das meist mit Schlagsahne, Vanillesauce oder Eis serviert wird. Der Name leitet sich vermutlich vom afrikaansen Wort „malva“ für Marshmallow ab, was die schwammige Textur des Desserts perfekt beschreibt. Du findest diesen Klassiker in vielen Cafés in ganz Südafrika.

Traditioneller südafrikanischer Malva Pudding mit Vanillesauce

Koeksisters

An Koeksisters kommst du in Südafrika nicht vorbei. Dieses süße, klebrige Gebäck besteht aus geflochtenem Teig, der frittiert und anschließend in einem Sirup mit Zimt-, Ingwer- und Zitronennote gewendet wird. Koeksisters sind Kult und werden im ganzen Land an Straßenständen und in Bäckereien verkauft. Der perfekte Begleiter für deinen Kaffee oder Tee am Nachmittag.

In Sirup getränkte, traditionelle südafrikanische Koeksisters

Melkkos

Melkkos ist ein cremiges Zimt-Dessert, das einfach guttut. Die Basis ist eine dickflüssige Milchmischung, die mit Sago oder in Mehl verriebenem Butter zubereitet wird. Zimt ist hier die entscheidende Zutat, die für das typische Aroma sorgt – entweder wird die Mischung mit einer Zimtstange gekocht oder das fertige, warme Schälchen wird großzügig mit Zimtzucker bestreut. Eigentlich ein klassisches Winter-Comfort-Food, aber Melkkos schmeckt das ganze Jahr über!

Traditionelles südafrikanisches Melkkos, eine cremige Süßspeise serviert mit Zimtzucker

Wenn du im Urlaub neue Gerichte probierst, tauchst du direkt in die Kultur des Landes ein – und das ganz ohne Klischees. Die Welt kulinarisch zu entdecken, hilft dir dabei, die kulturelle Vielfalt um uns herum besser zu verstehen und wertzuschätzen.

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