Ob Natur-Profi oder Neuling – es ist absolut verständlich, wenn man diese beiden stämmigen Tiere mit den markanten Hörnern auf den ersten Blick verwechselt. Auch wenn sie sich in vielerlei Hinsicht ähneln, gibt es einige deutliche Unterschiede zwischen Spitzmaul- und Breitmaulnashörnern – angefangen beim Aussehen über den Lebensraum bis hin zum Verhalten.

Kurz erklärt: Spitzmaulnashorn vs. Breitmaulnashorn
Äußeres Erscheinungsbild
Größe
Dass beide zur Familie der Nashörner gehören, sieht man ihnen sofort an. Doch bei der Größe gibt es gewaltige Unterschiede: Während das Spitzmaulnashorn meist zwischen 900 und 1.350 kg auf die Waage bringt, ist sein Verwandter mit 1.800 bis 2.500 kg fast doppelt so schwer. Nach dem Elefanten ist das Breitmaulnashorn damit das zweitgrößte Landsäugetier der Welt.

<p>Ein Breitmaulnashorn beim Grasen</p>

Entspannte Spitzmaulnashörner
Die Oberlippe
Neben der Größe gibt es noch einen weiteren auffälligen Unterschied: die Oberlippe. Der Name des Breitmaulnashorns hat übrigens nichts mit seiner Farbe zu tun. Er leitet sich vom afrikaansen Wort „weit“ ab, was so viel wie „breit“ bedeutet und sich auf das Maul des Tieres bezieht. Spitzmaulnashörner haben hingegen eine eher spitze, hakenförmige Oberlippe.
Kopfform und Größe
Auch bei der Kopfform und -größe unterscheiden sich die beiden Dickhäuter deutlich. Das Spitzmaulnashorn hat einen kürzeren, aber dafür kompakteren und stärker ausgeprägten Kopf. Das Breitmaulnashorn besitzt eine längere, weniger markante Stirnpartie und einen deutlich längeren Schädel. Zudem tragen Spitzmaulnashörner ihren Kopf meist höher, während Breitmaulnashörner ihn näher am Boden halten – ideal zum Grasen.

Spitzmaulnashörner haben einen kürzeren, aber kompakteren und stärker ausgeprägten Kopf.

Breitmaulnashörner haben eine längere, weniger markante Stirnpartie und einen deutlich längeren Schädel.
Ohren
Spitzmaulnashörner haben zudem kleinere, rundere Ohren als Breitmaulnashörner, deren Ohren eher spitz zulaufen und oben schmaler sind. Die größeren Ohren des Breitmaulnashorns sind eine clevere Anpassung der Natur: Da sie nicht besonders gut sehen, gleichen sie das mit einer Nase aus, die meist dicht über dem Boden schwebt.

Die Ohren des Spitzmaulnashorns sind eher abgerundet

Die Ohren des Breitmaulnashorns sind eher spitz
Hörner
Beide Nashornarten tragen zwei Hörner, doch in Form und Größe gibt es Unterschiede. Beim Spitzmaulnashorn sind die beiden Hörner in ihrer Länge recht ähnlich, während beim Breitmaulnashorn das vordere Horn deutlich länger ist als das zweite. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es beim Spitzmaulnashorn Unterschiede: Die Männchen haben oft kräftigere Hörner, während die der Weibchen länger und schmaler ausfallen.

Die Hörner des Spitzmaulnashorns sind in ihrer Länge ähnlicher.

Die Hörner des Breitmaulnashorns unterscheiden sich meist deutlich in der Größe.
Verhalten
Sozialverhalten
Breitmaulnashörner sind die geselligeren Tiere: Du findest sie meist in größeren Gruppen von sieben oder mehr Tieren. Spitzmaulnashörner hingegen leben eher als Einzelgänger. Zwar sieht man sie gelegentlich in kleinen Gruppen von bis zu fünf Tieren, das ist aber eher die Ausnahme.
Mutter und Kind
Spitzmaulnashorn-Kälber laufen meist hinter ihrer Mutter her, während Breitmaulnashorn-Kälber in der Regel vor ihr laufen. Da das Breitmaulnashorn beim Grasen den Kopf tief hält, kann es so seinen Nachwuchs besser im Auge behalten.

Spitzmaulnashorn-Kälber laufen hinter ihren Müttern her.

Breitmaulnashorn-Kälber laufen neben ihren Müttern her.
Fressgewohnheiten
Wie bereits erwähnt, haben Spitzmaulnashörner eine spitze Oberlippe, während Breitmaulnashörner – wie der Name schon sagt – ein breites, fast quadratisches Maul haben. Das liegt an ihren unterschiedlichen Fressgewohnheiten: Spitzmaulnashörner sind keine Weidetiere, sondern fressen Blätter von Bäumen und Sträuchern. Dabei hilft ihnen ihre spitze Lippe, die wie ein Greifwerkzeug funktioniert. Breitmaulnashörner hingegen grasen und halten ihre Köpfe mit dem breiten Maul meist nah am Boden.

Spitzmaulnashörner haben eine spitze Oberlippe, mit der sie gezielt Blätter von Bäumen und Sträuchern abrupfen können.

Breitmaulnashörner grasen und halten dabei ihre breiten Mäuler nah am Boden.
Mehr über Breit- und Spitzmaulnashörner
Wie viele Nashörner gibt es noch auf der Welt?
Beide Arten stehen auf der Liste der gefährdeten Tiere. Während das Breitmaulnashorn als „potenziell gefährdet“ gilt und nur noch etwa 10.082 ausgewachsene Tiere existieren, ist das Spitzmaulnashorn „vom Aussterben bedroht“ – weltweit gibt es nur noch 3.142 erwachsene Exemplare.
Wo kann ich Breit- und Spitzmaulnashörner sehen?
Beide Arten sind auf dem afrikanischen Kontinent beheimatet. Südliche Breitmaulnashörner findest du in Kenia, Südafrika, Botswana, Namibia und Simbabwe. Von den nördlichen Breitmaulnashörnern gibt es allerdings nur noch zwei weltweit – beide sind Weibchen und leben in Kenia.
Spitzmaulnashörner sind in Kenia, Ruanda, Simbabwe, Botswana, Südafrika und Namibia zu Hause.
Jetzt bist du dran! Erkennst du den Unterschied?


Links: Breitmaulnashorn; Rechts: Spitzmaulnashorn
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