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Der ultimative Guide: Trinkgeld auf einer Safari im südlichen Afrika

Zeldi Smulders
von Zeldi Smulders
Veröffentlicht am 19. Januar 2022
9 Minuten Lesezeit

Deine Safari beginnt in dem Moment, in dem du dich auf den Weg in dein wildes, wunderbares Ziel machst. Sie besteht aus all den tollen Erlebnissen, die du sammelst – von deiner Unterkunft bis hin zu den Aktivitäten, an denen du teilnimmst. Wenn du vom Safari-Fahrzeug an den Esstisch wechselst, fragst du dich sicher, was üblich ist, besonders beim Thema Trinkgeld für Guides und das Personal in der Safari-Lodge. Trinkgeld-Etikette kann für manche ein echtes Kopfzerbrechen sein, aber dieser Guide hilft dir dabei, den Durchblick zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum solltest du Trinkgeld geben?

  2. Wem gibst du Trinkgeld?

  3. Wie viel Trinkgeld ist angemessen?

  4. Wie gibst du Trinkgeld?

  5. Wann und wo gibst du Trinkgeld?

  6. Unterschiede beim Trinkgeld im südlichen Afrika

Warum solltest du Trinkgeld geben?

Wie viel Trinkgeld man gibt, hängt von persönlichen Erwartungen und lokalen Gepflogenheiten ab. Auf einer Safari in Afrika ist Trinkgeld zwar keine Pflicht, aber freiwillig und wird sehr geschätzt. Es gehört nicht nur zur guten Etikette, sondern unterstützt auch die lokalen Gemeinschaften.

Ein bisschen Hintergrundwissen

Vielleicht fragst du dich, warum Trinkgeld für Safari-Mitarbeiter überhaupt nötig ist. Hier sind die Gründe, warum viele Gäste sich dazu entscheiden:

In Afrika müssen viele Angestellte, die in der Stadt oder auf dem Land leben, weite Wege zurücklegen, besonders wenn sie in abgelegenen Safari-Gebieten arbeiten. Da es in vielen Kulturen üblich (und erwartet) ist, dass erwerbstätige Familienmitglieder ihre arbeitslosen Verwandten unterstützen, bleibt ihnen von ihrem Lohn oft nicht alles selbst.

Sollten die Gehälter nicht eigentlich alle Kosten decken? Safari-Lodges sollten faire Löhne zahlen, aber selbst Fachkräfte wie Parkranger verdienen oft nicht viel, besonders wenn sie beim Staat angestellt sind. Die Gebühren, die du zahlst, decken weit mehr als nur die Gehälter. Sie fließen auch in Konzessionsgebühren, Versicherungen, Sicherheit, Unterhaltung und Instandhaltung. Nachhaltige Lodges versuchen, Kosten zu senken, indem sie eigene Gärten anlegen oder Solarenergie nutzen – so bleibt am Ende mehr für die Mitarbeiter übrig.

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Trinkgeld – ja oder nein?

Das bleibt ganz dir überlassen. Wenn du kannst, belohne guten Service – aber fühl dich nicht verpflichtet, etwas dazulassen, wenn die Leistung mal nicht gestimmt hat. Auf Safari wirst du allerdings meistens auf extrem freundliche und hart arbeitende Leute treffen, die alles dafür tun, dass du eine richtig gute Zeit hast.

Wenn du das im Hinterkopf hast, fällt es dir sicher leicht, für ein ehrliches Lächeln ein angemessenes Trinkgeld zu geben. Besonders wenn deine Heimatwährung stärker ist, kann ein für dich kleiner Betrag im südlichen Afrika einen riesigen Unterschied machen. Trinkgeld sollte von Herzen kommen und nicht nur, weil es erwartet wird – am Ende zählt einfach, dass es fair bleibt.

Auf Safaris ist Trinkgeld absolut angebracht, weil das Team oft über sich hinauswächst. Sie merken sich deine Vorlieben, geben sich bei der Tiersuche extra viel Mühe und arbeiten verdammt lange Tage. Sie stehen früh auf, um das Frühstück vorzubereiten, und bleiben spät wach, um alles für den nächsten Tag sauberzumachen. Sie erledigen so viele Aufgaben im Hintergrund, damit du eine sichere und rundum gelungene Zeit hast. Trinkgeld ist einfach ein großes „Dankeschön“ für diesen Einsatz.

Wem gibt man Trinkgeld?

Das Safari-Team in einer Lodge lässt sich meist in zwei Gruppen einteilen:

  • Front-of-House-Personal: Dazu gehören Guides, Tracker, Fahrer, Kellner und Spa-Therapeuten. Diesen Leuten gibst du in der Regel einzeln Trinkgeld. Mit ihnen verbringst du meist mehr Zeit und lernst sie persönlich kennen.

  • Back-of-House-Personal: Das sind Leute wie Anti-Wilderer-Einheiten, Wachpersonal, Reinigungskräfte, Köche, Gärtner und Instandhaltungsteams. Mit ihnen hast du oft weniger Kontakt; für sie gibt es meist eine gemeinsame Trinkgeldkasse.

Medizinisches Personal, Manager, Besitzer oder Piloten bekommen auf Safari normalerweise kein Trinkgeld. Aber natürlich kannst du das trotzdem tun, wenn sie dir besonders geholfen haben oder über ihre Pflicht hinaus für dich da waren.

Weitere Leute, die sich während deiner Reise über ein Trinkgeld freuen:

  • Transfer-Fahrer: Die dich vom Flughafen abholen oder sicher von A nach B bringen und für eine angenehme Fahrt sorgen.

  • Tankwarte: (Falls du selbst fährst) Sie füllen deinen Tank, putzen die Scheibe und prüfen Öl, Wasser und Reifendruck.

  • Parkplatzwächter: (Falls du selbst fährst) Sie helfen dir beim Einparken und behalten dein Auto im Auge, während du weg bist. Sie gehören manchmal zu Sicherheitsfirmen, arbeiten aber oft auch auf eigene Faust.

RolleDurchschnittsbetrag
Transfer-Fahrer10 % des Gesamtpreises bei längeren Fahrten
GepäckträgerR10/N$10 (ca. 0,50 USD) oder P10 (ca. 0,70 USD) pro Gepäckstück
Allgemeines Lodge-PersonalR50/N$50 (ca. 2,40 USD) oder P50 (ca. 3,40 USD) pro Gast und Tag (wird unter dem gesamten Personal aufgeteilt)
Safari-GuideR150/N$150 (ca. 7,30 USD) oder P150 (ca. 10,30 EUR) pro Person für eine Tagestour
Ranger/TrackerR100/N$100 (ca. 4,80 USD) oder P100 (ca. 6,80 USD) pro Person und Tag
Servicepersonal10 % des Rechnungsbetrags (falls das Trinkgeld nicht enthalten ist) oder an der Bar einfach aufrunden
ParkplatzwächterR5/N$5 (ca. 0,25 USD) oder P5 (ca. 0,35 USD) pro Stunde (falls du nicht ohnehin schon Parkgebühren zahlst)
TankwartR5/N$5 (ca. 0,25 USD) oder P5 (ca. 0,35 USD) pro Tankstopp
Wellness-Personal10 % des Gesamtpreises für die Anwendung
RolleTransfer-Fahrer
Durchschnittsbetrag10 % des Gesamtpreises bei längeren Fahrten
RolleGepäckträger
DurchschnittsbetragR10/N$10 (ca. 0,50 USD) oder P10 (ca. 0,70 USD) pro Gepäckstück
RolleAllgemeines Lodge-Personal
DurchschnittsbetragR50/N$50 (ca. 2,40 USD) oder P50 (ca. 3,40 USD) pro Gast und Tag (wird unter dem gesamten Personal aufgeteilt)
RolleSafari-Guide
DurchschnittsbetragR150/N$150 (ca. 7,30 USD) oder P150 (ca. 10,30 EUR) pro Person für eine Tagestour
RolleRanger/Tracker
DurchschnittsbetragR100/N$100 (ca. 4,80 USD) oder P100 (ca. 6,80 USD) pro Person und Tag
RolleServicepersonal
Durchschnittsbetrag10 % des Rechnungsbetrags (falls das Trinkgeld nicht enthalten ist) oder an der Bar einfach aufrunden
RolleParkplatzwächter
DurchschnittsbetragR5/N$5 (ca. 0,25 USD) oder P5 (ca. 0,35 USD) pro Stunde (falls du nicht ohnehin schon Parkgebühren zahlst)
RolleTankwart
DurchschnittsbetragR5/N$5 (ca. 0,25 USD) oder P5 (ca. 0,35 USD) pro Tankstopp
RolleWellness-Personal
Durchschnittsbetrag10 % des Gesamtpreises für die Anwendung

Wie viel Trinkgeld ist angemessen?

Wie viel Trinkgeld du auf Safari gibst, hängt von den Aufgaben und dem Einsatz der Mitarbeiter ab. Safari-Ranger oder Guides erhalten oft etwas mehr, da sie eine spezialisierte Rolle einnehmen, während das restliche Personal – das genauso wichtig für dein Erlebnis ist – meist einen anderen Betrag bekommt. Herausragender Service darf natürlich großzügiger belohnt werden, während du bei mittelmäßigem Service auch weniger oder gar nichts geben kannst. Überleg dir einfach, wie viel Wissen dein Guide geteilt hat, wie sehr er sich eingebracht hat und wie viele Pirschfahrten ihr pro Tag gemacht habt. Am Ende entscheiden natürlich auch dein persönliches Empfinden und dein Budget.

Dieser Guide hilft dir dabei, das passende Trinkgeld für deine Safari in Südafrika, Namibia und Botswana zu finden:

So funktioniert das Trinkgeld

Meistens hat jede Lodge ihr eigenes System für Trinkgelder (halt in deinem Zimmer Ausschau nach Hinweisen zur Trinkgeldpolitik). Folgendes ist jedoch üblich:

  • Die Gemeinschafts-Trinkgeldbox – Diese findest du meist im Hauptbereich. Die verschlossenen Boxen sind oft beschriftet: für das Servicepersonal, die Mitarbeiter im Hintergrund oder das Team im Einsatz, wie Guides, Ranger und Tracker.

Vorteile: Einfach zu handhaben und niemand weiß genau, wer wie viel gegeben hat.
Nachteile: Mitarbeiter, die einen besonders guten Job gemacht haben, bekommen nicht mehr als der Rest.

  • Trinkgeld beim Manager abgeben – Wenn es keine Gemeinschaftsbox gibt, geben viele Gäste das Trinkgeld vor der Abreise beim Manager ab.

Vorteile: Du kannst den Manager bitten, das Geld an eine bestimmte Person weiterzuleiten, falls du sie vor der Abreise nicht mehr persönlich getroffen hast.
Nachteile: Du erlebst die direkte Dankbarkeit des Mitarbeiters nicht.

  • Trinkgeld persönlich übergeben – Eine diskrete Methode: Gib dem Mitarbeiter beim Händeschütteln das Trinkgeld in die Hand. So kann er es direkt entgegennehmen und sich bedanken.

Vorteile: Der Mitarbeiter, der sich besonders ins Zeug gelegt hat, fühlt sich wertgeschätzt.
Nachteile: Es ist manchmal schwer, einen passenden Moment zu finden, ohne dass es andere mitbekommen.

  • Trinkgeld im Zimmer hinterlassen – Lass das Geld gut sichtbar auf einem Tisch liegen. Wichtig: Leg unbedingt einen kurzen Zettel dazu.

Vorteile: Du vermeidest unangenehme Situationen.
Nachteile: Das Personal könnte denken, du hättest das Geld vergessen, und es beim Manager abgeben oder dich suchen, damit du es zurückbekommst.

  • Trinkgeld über die Kreditkartenabrechnung – Falls die Unterkunft Kartenzahlung anbietet, kannst du den Betrag einfach auf der Rechnung vermerken.

Vorteile: Praktisch, wenn du kein Bargeld dabei hast oder großzügiger sein möchtest.
Nachteile: Nicht alle Lodges bieten das an, da oft hohe Gebühren anfallen oder es einfach nicht ihr bevorzugter Weg ist.

Safari-Trinkgelder entspannt managen

Hier sind ein paar Tipps, wie du das Thema Trinkgeld auf Safari ganz einfach hältst:

  • Nimm Bargeld mit – Auch wenn es in Südafrika und Namibia Geldautomaten gibt, sind diese nicht immer in der Nähe.

  • Hab kleine Scheine parat – So musst du nicht nach Wechselgeld fragen.

  • Sichere dein Bargeld – Nutze den Safe in deinem Zimmer oder frag den Manager nach einer sicheren Aufbewahrung.

  • Lass dich nicht täuschen – Achte auf die Uniformen und vergewissere dich, wem du das Trinkgeld gibst.

  • Trinkgeld in der Gruppe – Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, bestimmt eine Person, die das Geld einsammelt und in einen Umschlag steckt. Eine kleine Dankeskarte dazu kommt immer gut an.

  • Sortiere das Trinkgeld vorab – Pack das Geld in beschriftete Umschläge, sortiert nach Tagen oder Orten – so, wie es für deine Reise am meisten Sinn ergibt.

Wann und wo Trinkgeld geben?

In diesen Situationen ist Trinkgeld üblich:

  • Nach einer Aktivität

  • Am Ende des Tages

  • Nach deinem Aufenthalt

Hinweis: Es wird nicht erwartet, nach jeder einzelnen Aktivität zu zahlen. Tatsächlich ist es oft entspannter, erst am Ende des Aufenthalts zu geben. Andere Gäste könnten sich sonst unter Druck gesetzt fühlen, wenn sie sehen, wie du ständig Trinkgeld gibst, während sie vielleicht eine andere Route gewählt haben.

Bedenke auch: Wenn du am Ende der Safari einen Gesamtbetrag gibst, wird dieser oft unter allen Mitarbeitern aufgeteilt. Da eine Safari aus vielen verschiedenen Rollen besteht, bekommt so jeder etwas ab – unabhängig von seiner individuellen Leistung. Das ist zwar fair, nimmt dir aber die Möglichkeit, jemanden für einen besonderen Einsatz direkt zu belohnen. Frag im Zweifelsfall einfach den Manager der Lodge nach einer Empfehlung.

In vielen Regionen des südlichen Afrikas – wie Namibia, Botswana und Südafrika – ist Trinkgeld in Bereichen üblich, in denen du es zuhause vielleicht nicht erwarten würdest. Gehe deine Reiseroute durch und notiere dir die Orte, an denen Trinkgeld angebracht ist:

  • Am Flughafen

  • In deiner Unterkunft

  • Auf Safari

  • Bei Tagestouren

  • An Tankstellen

  • Auf Parkplätzen

  • In Restaurants und Bars

Gibt es Unterschiede beim Trinkgeld im südlichen Afrika?

Jetzt weißt du, wie das mit dem Trinkgeld in Südafrika, Botswana und Namibia läuft. Aber wo liegen die Unterschiede?

  • In Botswana kannst du in Lodges oder bei Guides teilweise in USD zahlen – das ist bei größeren Beträgen praktisch. Die Landeswährung ist jedoch der Pula.

  • Auf einer Safari in Südafrika ist der Südafrikanische Rand die bevorzugte Währung.

  • In Namibia werden sowohl der Namibische Dollar (NAD) als auch der Südafrikanische Rand (ZAR) akzeptiert, da sie den gleichen Wechselkurs haben.

Manche Lodges haben eigene Empfehlungen. Am Ende läuft es meist auf die lokale Währung hinaus. Es ist immer eine gute Idee, kleine Scheine der Landeswährung dabei zu haben, da manche Betriebe nur diese akzeptieren. Beachte, dass bei Kartenzahlung oft in der Landeswährung abgerechnet wird.

Lies dazu auch: Der ultimative Safari-Guide für Namibia, Was eine Safari am Eastern Cape so besonders macht und Der Botswana Pocket Guide. Schau auch auf unserem Blog vorbei für weitere Guides.

Jetzt, wo das Organisatorische geklärt ist, steht deiner Reise nichts mehr im Weg. Safaris im südlichen Afrika sind nicht nur ein riesiger Spaß, sondern auch ein absolut unvergessliches Erlebnis! Buche deine Safari mit Viatu und profitiere bei jedem Schritt von unserer Expertenberatung.