Jess im Test: Nambwa Tented Lodge
Der ewige Reiz, abseits der ausgetretenen Pfade zu reisen, hat meinen Kollegen Alessandro – für ihn war es das erste Mal in Namibia – und mich in die wilde (und grüne!) Sambesi-Region im Nordosten Namibias geführt. Wir durften authentische Einblicke in das afrikanische Leben gewinnen und wurden mit endlosen Ausblicken auf weite Flüsse, weitläufige Überschwemmungsgebiete, Auenwälder und eine unglaubliche Vielfalt an Tierarten belohnt. An Bord unseres treuen 4x4-Gondwana2Go-Gefährts haben wir sechs sensationelle Tage damit verbracht, die Tierwelt, die Menschen und die Natur der Region zu erkunden. Unser Abenteuer war ein echtes Erlebnis: Wir haben in luxuriösen Unterkünften übernachtet, die in Sachen Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen, fantastisch gegessen und sind wandernden Elefanten, einheimischen Tieren, bunten Vögeln und Flusspferden in malerischen Gewässern begegnet. Begleite uns auf dieser Reise – hier kommen unsere Geschichten von einem Trip, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Erster Stopp: Nambwa Tented Lodge im Bwabwata-Nationalpark
Lage
Die Nambwa Tented Lodge liegt mitten im Herzen der Mayuni Conservancy im Bwabwata Nationalpark, der Teil des Kavango-Zambezi (KAZA) Transfrontier Conservation Area ist. Um dorthin zu gelangen, sind wir die asphaltierte B8 gefahren (sie ist in einem top Zustand, aber pass auf die Kühe auf!) – ausgehend vom Ngoma Gate an der namibischen Grenze zu Botswana (Route 1 auf der Karte unten). Unterwegs sind wir durch Katima Mulilo gekommen, die Hauptstadt der Region. Katima ist der ideale Ort, um sich vor dem Aufbruch in die Wildnis mit Proviant, Sprit und anderen wichtigen Dingen einzudecken. Wenn du aus der Kavango-Region im Westen anreist, nimmst du ebenfalls die gut ausgebaute B8, auch bekannt als TransCaprivi Highway.
Am Eingang zum Bwabwata Nationalpark angekommen, haben wir die kleine Naturschutzgebühr bezahlt und uns eine Parkkarte geholt. Das ist absolut empfehlenswert, denn Google Maps reicht in der Sambesi-Region nicht aus – du würdest dich garantiert verfahren! Wir haben außerdem den Reifendruck etwas gesenkt und den Allradantrieb zugeschaltet. Den Weg zur Nambwa Island, wo sich die Lodge, der Campingplatz und die Lagunencamps befinden, zu finden, ist eigentlich recht einfach. Bleib einfach 14 km lang auf der Sandpiste (mit ein bisschen Schwung, damit du nicht stecken bleibst!). Wenn du wie wir nach der Regenzeit unterwegs bist, können die Ebenen überflutet sein, was bedeutet, dass du durch etwas flaches Wasser fahren musst.
Wichtig: Du musst dir für die Navigation in der Sambesi-Region unbedingt mehrere Offline-Karten herunterladen. Google Maps zeigt die kleineren Wege in den Nationalparks oft nicht an – sonst findest du am Ende vielleicht dein Bett für die Nacht nicht! Wir empfehlen dir, eine Reihe von Offline-Karten für das Gebiet herunterzuladen, darunter Tracks4Africa, Pocket Earth UND Google Maps. Aber nichts geht über eine physische Karte, also besorg dir am besten auch so eine!
Die Lodge
Die Nambwa Tented Lodge erinnert an das Baumhaus aus deinen Kindheitsträumen. Sie liegt direkt am gewundenen Kwando-Fluss und erhebt sich elegant und unaufdringlich über die grünen Feuchtgebiete. Über erhöhte Holzstege gelangst du auf eine riesige Terrasse, die von uralten Kameldornbäumen beschattet wird. Von hier aus hast du einen 180-Grad-Blick auf die von Bäumen und Impalas gesprenkelte Flutebene. Die Schoten dieser Bäume sind der Lieblingssnack der Elefantenherde, die direkt unter deinen Füßen vorbeizieht – nur eine Armlänge entfernt! Zur Dinner-Zeit verwandelt sich das Holzdeck in ein von Kerzen beleuchtetes Open-Air-Restaurant, in dem der Küchenchef seine Kreationen des Tages serviert. Wenn die Sterne funkeln und die Schakale rufen, ziehen dich die hypnotischen Flammen des Lagerfeuers magisch an.
Aktivitäten
Gegen 15 Uhr hieß es: Zeit für den obligatorischen Game Drive am Nachmittag! Mit Kenneth als Guide machten wir uns auf den Weg durch die hohen Graslandschaften im Süden des Parks. Wir passierten grasende Impalas und Paviane, die sich gegenseitig pflegten, während die Sonne die Landschaft in goldenes Licht tauchte. Schließlich erreichten wir Horseshoe Bend: eine Flussbiegung des Kwando, die nicht nur für ihre Aussicht bekannt ist, sondern auch als der Hotspot für Sundowner schlechthin gilt. Unsere Gastgeber hatten am sandigen Ufer einiges aufgefahren – Gin & Tonics, Wein, Spirituosen und Snacks, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Wir beobachteten die blinzelnden Flusspferde, während Rotschnabel-Toko – quasi Zazu aus dem König der Löwen – neugierig um uns herumhüpfte. Nur ein kurzes Stück entfernt bietet eine erhöhte Holzplattform einen noch weiteren Blick über die Umgebung. Die nächtliche Rückfahrt war dann ein echtes Abenteuer: Wir entdeckten einige nachtaktive Tiere, darunter Galagos und eine Hyäne!
Am frühen Morgen war der Reiz, die Landschaft aus einer anderen Perspektive zu erleben, einfach zu groß. Als sich der Morgennebel lichtete, stiegen wir mit unserem Guide Reitz in ein Boot, um den Kwando River zu erkunden. Das sanfte Plätschern des Wassers, tief fliegende Bienenfresser, die Rufe der Schreiseeadler und Rote Moorantilopen auf Augenhöhe – ich war wie in einem Traum! Wir passierten einige Flusspferde (mit ordentlich Tempo!), machten eine Pause für Kaffee und Snacks, lernten alles über die lokalen Bräuche und genossen es, den Fluss ganz für uns allein zu haben. Reitz erzählte uns die lokale Legende, warum Flusspferde rosa Haut um die Augen haben, und flocht mir eine Halskette aus einer weißen Flusslilie – ein Brauch, der sonst eigentlich Brautpaaren vorbehalten ist! Aber wie Reitz immer sagt: „Was auf dem Fluss passiert, bleibt auf dem Fluss“.
Wir konnten Vögel und Tiere direkt von der Lodge aus beobachten, ohne uns auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt zudem ein schattiger, versteckter Pool. An unserem Abreisetag – der uns echt schwerfiel – besuchten wir noch das Sijwa Project, eine inspirierende Gemeinschaftsinitiative unserer Gastgeber.
Die Zimmer
Es gibt 10 Zelt-Suiten – oder sollte ich besser Paläste sagen? Alle verfügen über ein eigenes Bad, private Stege und eine Aussichtsterrasse, die geschickt zwischen den hoch aufragenden Kameldornbäumen versteckt ist. Jedes Zelt bietet einen großzügigen, offenen Wohnbereich, ein Bad und ein Schlafzimmer, ausgestattet mit allem Komfort, den man sich wünscht. Riesige Fenster lassen viel Licht in die Räume, die mit ihren Erdtönen und natürlichen Holzelementen die Grenze zwischen drinnen und draußen fast verschwimmen lassen. Außerdem gibt es einen begehbaren Kleiderschrank mit Safe, Decken und weiteren durchdachten Extras (wie Mückenspray!). Neben dem Sofa steht eine Tee- und Kaffeestation – allerdings ohne Wasserkocher. Stattdessen versorgt uns das umweltbewusste Team auf Wunsch und jeden Morgen mit heißem Wasser.
Genauso gibt es keinen Minikühlschrank und keine Klimaanlage. Aber glaub mir, das vermisst du hier absolut nicht! Deine Gastgeber sorgen dafür, dass all deine Wünsche erfüllt und sogar übertroffen werden. Ich war total begeistert, als ich abends ins Bett hüpfte und eine Wärmflasche unter der Decke fand – und morgens mit einem Tablett voller Kekse und heißem Wasser geweckt wurde. Ein absoluter Traum.
WLAN
Die Nambwa Tented Lodge liegt extrem abgelegen und ist noch ein echter Geheimtipp. Genau das macht den Aufenthalt hier so besonders. Aber das bringt natürlich ein paar Einschränkungen mit sich – oder Vorteile, wenn du mich fragst. In deinem Zimmer gibt es kein WLAN, sondern nur im Hauptgebäude, und selbst dort ist die Verbindung eher instabil und sehr langsam! Wenn du während deiner Reise arbeiten musst oder deine Familie erreichen willst, könnte das hier eine kleine Herausforderung werden.
Kulinarik
Was gibt es zum Frühstück? In der Nambwa Lodge musst du dich zum Glück nicht entscheiden. Nach unserer frühmorgendlichen Bootsfahrt erwartete uns ein riesiges kontinentales Buffet. Von Gebäck über Käse und Aufschnitt bis hin zu frischem Obst war alles dabei! Zusätzlich konnten wir warme Speisen bestellen, die uns ruckzuck serviert wurden – einfach lecker. Zum Abendessen gab es ein festes 3-Gänge-Menü. Der Küchenchef hat uns seine Kreationen persönlich vorgestellt, bevor wir uns durch die Gänge geschlemmt haben. Stell dir herzhafte Suppen, saftige Pies und dekadente Desserts vor – alles zubereitet mit Zutaten aus der Region. Dazu gibt es eine umfangreiche Getränkekarte. Falls du spezielle Wünsche oder Unverträglichkeiten hast, gib deinen Gastgebern einfach direkt bei der Ankunft Bescheid.
Nachhaltigkeit
Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die African Monarch Lodges in Sachen nachhaltiger Tourismus ganz vorne mitspielen. Ihr Engagement für die Umwelt und die Menschen in der Sambesi-Region ist an jeder Ecke spürbar. Die Nambwa Lodge wurde behutsam aus natürlichen und nachhaltigen Materialien erbaut. Sie wird zu 100 % mit Solarenergie betrieben, verwendet biologisch abbaubare Pflegeprodukte, beschäftigt Mitarbeiter aus der Region, setzt auf lokales Gemüse und verzichtet auf stromfressende Geräte. Zudem werden dort handgefertigte Produkte aus der Umgebung verkauft – und das alles, ohne dass du auf Luxus verzichten musst.
Zu guter Letzt – und das ist wohl der inspirierendste Teil – haben die African Monarch Lodges ein absolut bemerkenswertes, nachhaltiges Community-Projekt ins Leben gerufen, das Mensch und Natur gleichermaßen zugutekommt. Das von der Gemeinschaft geführte Sijwa Project recycelt sämtliche Abfälle der Lodges und verwandelt sie in dekorative Accessoires, Schmuck und sogar robuste Baumaterialien. Ich habe mir dort ein Paar wunderschöne grün-goldene Ohrringe aus recycelten Glasflaschen gekauft (schau mal auf das Bild unten!). Nach den Prinzipien der Permakultur wird der organische Abfall kompostiert oder in einer Wurmfarm zu nährstoffreichem Dünger für den Gemüsegarten verarbeitet. Genau dieses Obst und Gemüse landet später auf deinem Teller! Außerdem gibt es Hühner, die die Lodges mit Bio-Eiern versorgen – der Überschuss wird verkauft. Vor Ort gibt es zudem eine Nähschule, in der Einheimische jeden Alters lernen, Kleidung und Accessoires herzustellen. Die aus Upcycling-Materialien gefertigten Stücke werden anschließend verkauft. Das schafft dringend benötigtes Einkommen für die Mitglieder des Schutzgebiets, die oft in Armut leben, und stärkt sie durch neue Fähigkeiten, Wissen und Ausbildung.
Ist das was für dich?
Wenn du nach einem nachhaltigen Aufenthalt suchst, der dein Leben bereichert – und gleichzeitig den Menschen vor Ort und dem Planeten zugutekommt –, dann ist die Nambwa Lodge genau dein Spot. Hier erlebst du unberührte Natur und fotogene Tiere in einem luxuriösen Ambiente, ganz ohne schlechtes Gewissen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Buch deine Reise mit Viatu und überzeug dich selbst ;)
In 3 Worten: Ruhe, Elefanten, Abgeschiedenheit