Der ultimative Travel Guide zum Fish River Canyon
Wusstest du, dass Namibia den zweitgrößten Canyon der Welt beherbergt? Nur der Grand Canyon ist noch gewaltiger. Die raue, trockene Schönheit des Fish River Canyons haut dich garantiert um – egal, ob du den Panoramablick vom Rand genießt oder dich an die weltberühmte, 90 km lange 5-Tage-Wanderung durch die Schlucht wagst. Freu dich auf einsame Wüstenlandschaften, die 500 Millionen Jahre alte Felsformationen, eine einzigartige Flora und Fauna sowie legendäre Sonnenuntergänge bieten. Wie auch immer du den Canyon erkundest: Dieses geologische Wunder Namibias gehört auf jede Bucket List. Vielleicht ist er größenmäßig nur die Nummer zwei, aber für uns ist Afrikas ältester und größter Canyon die absolute Nummer 1 ;)
Lies weiter für unseren umfassenden Travel Guide mit allem, was du über den majestätischen Fish River Canyon wissen musst.
Lage
Der faszinierende Fish River Canyon zieht sich durch das Koubis-Massiv im Süden Namibias – von Seeheim bis zum Orange River an der Grenze zu Südafrika. Der südliche Teil des 160 km langen und 27 km breiten Canyons liegt im |Ai-|Ais/Richtersveld Transfrontier Park, ganz im Süden Namibias. Mit einer Tiefe von bis zu 550 Metern ist er der tiefste Canyon der Region. Hier findest du das Hobas Rest Camp – das Tor zum Canyon und der Startpunkt für den Fish River Hiking Trail. Weiter südlich, tief im Park, endet der 90 km lange Wanderweg an den Ai-Ais Hotsprings and Spa, einer Oase für Wanderer und Erholungssuchende. Der nördliche Teil des Fish River Canyons erstreckt sich bis in private Naturschutzgebiete wie den Gondwana Nature Park, Vogelstrausskluft und den Canyon Nature Park.
Anreise
Mit dem Auto
Obwohl der Canyon riesig ist, ist er erstaunlich schwer zu erreichen. Die wenigen Schotterpisten sind in die Jahre gekommen, daher solltest du ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit wählen (ein 4x4 ist aber nicht zwingend nötig). Schau dir dazu unsere Tipps für Selbstfahrer an.
Der südliche Teil
Hobas (Haupt-)Aussichtspunkt: Von Karasburg und der B1 nimmst du die C12 und dann die C37 bis zum Hauptaussichtspunkt des Fish River Canyons. Von Keetmanshoop aus fährst du über die B4 auf die C12 und dann auf die C37.
Wenn du den Canyon bei Hobas besuchst, fällt eine Naturschutzgebühr von ca. 2 € (40 N$) pro Person für ausländische Gäste an, plus 0,50 € (10 N$) pro Auto. Das Tor und das Büro sind täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet.
Ai-Ais: Um direkt von der B1 zu den Ai-Ais Hot Springs zu gelangen, nimmst du die C10. Die Fahrt von Hobas nach Ai-Ais dauert etwa eine Stunde.
Der nördliche Teil (Private Naturreservate)
Von Keetmanshoop oder Lüderitz aus nimmst du die B4 und biegst dann auf die D463 ab.
Mit dem Flugzeug
Es gibt mehrere Landebahnen für Privat- und Charterflüge in die Gegend um den Fish River Canyon:
- in Ai-Ais
- bei der Fish River Lodge und Vogelstrausskluft
- bei Seeheim
- in der näheren Umgebung bei Grunau, Keetmanshoop und Bethanie
Die beste Reisezeit
Der Fish River Canyon ist das ganze Jahr über ein tolles Ziel. Wenn du die Regenzeit (mit mageren 10 bis 50 mm Niederschlag) umgehen willst, solltest du zwischen Mai und Oktober kommen. Der Herbst (März bis Mai) ist die beliebteste (und am stärksten besuchte) Zeit für einen Besuch: Die Temperaturen liegen zwischen 26 °C und 41 °C, und die Abende sind angenehm kühl. Der Sommer (Dezember bis Februar) ist ebenfalls beliebt, aber es wird SEHR heiß – mit Tagestemperaturen zwischen 38 °C und 41 °C. Im Frühling (September bis November) ist weniger los, bei Höchstwerten zwischen 31 °C und 38 °C. Die Wintermonate (Juni bis August) sind mit 20–25 °C angenehm mild und trocken. Das macht den Winter zur besten Zeit für den Fish River Canyon Hiking Trail.
Aktivitäten
Wo fangen wir bloß an?!
Die Highlights
Der Fish River Trail
Das ist einer der beliebtesten Treks im südlichen Afrika – und definitiv einer der anspruchsvollsten. Der Trail ist zwischen dem 1. Mai und dem 15. September für maximal 30 Wanderer pro Tag geöffnet. Die Wanderung durch den Fish River Canyon von Hobas nach Ai-Ais ist die beste Art, die raue, karge Canyon-Landschaft hautnah zu erleben. Die klassische Route ist ein 90 km langer, selbstgeführter Trail (80 km, wenn du die Abkürzungen findest!), für den du etwa 5 bis 7 Tage einplanen solltest. Du musst dein gesamtes Essen, die Schlafausrüstung und Kleidung selbst tragen – aber die Schlepperei lohnt sich: Wenn du dich im Fluss erfrischst, unter der funkelnden Milchstraße schläfst und ehrfürchtig zu den uralten Felsformationen hinaufblickst, ist jeder Schritt vergessen.
Der Main Viewpoint (Hobas Viewpoint)
Dieser Aussichtspunkt ist für jeden zugänglich und der meistfotografierte Spot – und das aus gutem Grund! Der Blick reicht tief in den Canyon und weit darüber hinaus. Perfekt für ein Picknick an einem der schattigen Tische mit Blick auf „Hell’s Bend“. Tages-Permits gibt es direkt am Gate für 60 NAD pro Person plus 10 NAD pro Fahrzeug. Du brauchst ein Auto mit hoher Bodenfreiheit, um zum Viewpoint zu gelangen.
Der Hikers’ Viewpoint
Dieser Punkt liegt 3 km nördlich des Main Viewpoints und markiert den Start des Fish River Canyon Hiking Trails. Von hier aus hast du ein Panorama, das die gewaltige Größe des Canyons erst richtig spürbar macht. Ein genialer Ort für den Sonnenuntergang!
Sulphur Springs (Palm Springs) Viewpoint
Dieser Aussichtspunkt ist ein 2-stündiger Ausflug, der sich vor allem lohnt, wenn du in der Nähe übernachtest. Vom Hobas Campsite aus folgst du der D324 für 15 km nach Süden – eine holprige Schotterpiste, die parallel zum Canyon verläuft. Unterwegs kannst du immer wieder anhalten, um Fotos zu machen! Der letzte Spot, den du mit einem 2x4-Fahrzeug erreichst, ist Sulphur Springs (Palm Springs). Hier kannst du an einem Picknicktisch entspannen, deine Padkos (Roadtrip-Snacks) genießen und den Blick auf eine weitere enge Flussschleife schweifen lassen.
Journeys Namibia bietet eine komfortable und landschaftlich reizvolle Slackpacking-Route für alle, die das Leben im Canyon hautnah spüren wollen. Die 2- und 3-Tages-Wanderungen beinhalten einen erfahrenen Guide sowie Frühstück, Mittag- und Abendessen inklusive Getränken während der Tour. Die Gruppengröße liegt bei mindestens 2 und maximal 10 Personen. Bei der 2-Tages-Wanderung startest du an der Fish River Lodge und verbringst die erste Nacht im Camp Eternity und die zweite im Camp Edge. Wer sich für die 3-Tages-Variante entscheidet, übernachtet zuerst in der Fish River Lodge, gefolgt von einer Nacht im Camp Eternity und einer im Camp Edge. Du schläfst in einzigartigen, dezent in die Landschaft integrierten Steinhütten, von denen aus du den faszinierenden, farbwechselnden Canyon unter dir überblickst.
Tageswanderungen
Von der Fish River Lodge aus kannst du zwischen April und September geführte Tageswanderungen in den Canyon unternehmen oder entlang der Abbruchkante wandern. Außerdem gibt es Mountainbike-Touren, Sundowner und Pirschfahrten! So erlebst du die Wasserbecken, die Tierwelt, spektakuläre Sonnenuntergänge und die Geologie ganz ohne Camping-Stress.
Wenn du den Rim to River Hiking Trail oder die Canyon-Tageswanderung buchen möchtest, schreib einfach eine Mail an Viatu unter helpme@viatu.com.
Ai-Ais Natural Hot Springs
Eine grüne Oase inmitten der heißen Wüste – mit Palmen und Thermalbädern! Ai-Ais wirkt fast wie eine Fata Morgana und ist der perfekte Ort für Wüstenreisende, um den Staub abzuwaschen und am Pool zu entspannen. Die Schwefelquellen liegen am Ende des Fish River Trails im Ai-Ais Resort. Das Resort bietet übrigens auch Tageswanderungen in den Canyon an.
In der Umgebung
Stopp im Canyon Roadhouse
In der heißen namibischen Sonne gibt es nichts Besseres als ein kühles Bier in dieser berühmten, schrägen Institution, 16 km nördlich von Hobas. Zwischen rostigen Oldtimern und fotogenen Köcherbäumen findest du hier jede Menge tolle Fotomotive (und WLAN gibt es auch!).
Kajakfahren auf dem Orange River
Ein Traum für Wassersportler: Der Orange River liegt 110 km südlich von Ai-Ais an der Grenze zwischen Namibia und Südafrika. Entlang des Flusses gibt es zahlreiche Anbieter für Tagesausflüge oder mehrtägige Abenteuer. Das Wasser ist warm, die Stromschnellen sorgen für Adrenalin und die Landschaft in der Schlucht ist einfach grandios. Kajaktouren kannst du über Felix Unite oder Amanzi Trails organisieren.
Köcherbaumwald, Giant’s Playground und Mesosaurus-Fossilien bei Keetmanshoop
150 km nördlich vom Hobas Rest Camp, auf dem Weg zurück nach Windhoek, kommst du durch die Wüstenstadt Keetmanshoop. Hier lohnt sich ein Stopp beim Köcherbaumwald, einem Nationaldenkmal Namibias. Rund 250 Exemplare der Aloidendron dichotomum ragen hier zwischen den Wüstenfelsen in die Höhe. Die San nutzten die Äste dieser skurrilen Bäume früher als Köcher – die größten Exemplare sind bis zu 300 Jahre alt! Von Juni bis Juli blühen sie leuchtend gelb und locken unzählige Insekten, Vögel und Säugetiere an.
Ganz in der Nähe liegt der Giant’s Playground, eine bizarre geologische Formation. Die riesigen, wild übereinandergestapelten Dolerit-Felsen sehen aus wie Bauklötze, die ein Riese einfach liegen gelassen hat! Auf dem nahegelegenen Mesosaurus-Fossilienfeld kannst du die gut erhaltenen Fossilien eines frühen wasserlebenden Reptilienverwandten bestaunen. Sie sind ein starker Beweis für die Kontinentaldrift, da dieselben Fossilien in identischem Gestein auch in Südamerika gefunden wurden.
Tierwelt
Du wirst vielleicht überrascht sein, aber in und um den kargen Fish River Canyon gibt es tatsächlich einiges an Leben! Der Ai-Ais/Richtersveld Transfrontier Park beheimatet eine Vielzahl an Tieren, darunter die klassischen Vertreter Namibias: Strauße, Oryxantilopen und Zebras. Halte Ausschau nach Klippschliefern, Schakalen, Löffelhunden, Klippspringern, Grünmeerkatzen und der seltenen Nama-Flachschildkröte. Der Park liegt im Sukkulenten-Karoo-Biom und bietet viele einzigartige, uralte Pflanzenarten. Dazu gehören die seltenen und skurril anmutenden „Halfmens“ (Halbmenschen), die bis zu 5 Meter hoch werden können, sowie die großen, weichborkigen Köcherbäume. Und spitze die Ohren: Mit etwas Glück hörst du den eindringlichen Ruf des majestätischen Schreiseeadlers!
So planst du den Fish River Canyon in dein Namibia-Abenteuer ein
Da der Fish River Canyon im äußersten Süden Namibias liegt, ist er von anderen Sehenswürdigkeiten etwas weiter entfernt – aber der Weg lohnt sich absolut. Nach deiner Landung am Hosea Kutako International Airport in Windhoek mietest du dir am besten einen Wagen (idealerweise einen 4x4) und fährst Richtung Süden nach Keetmanshoop. Genieß unterwegs die mondartige Landschaft und halte Ausschau nach Tieren am Straßenrand. Die 500 km lange Fahrt dauert etwa 5 Stunden. In Keetmanshoop kannst du eine Pause einlegen, bevor es weiter zum Fish River Canyon geht. Von dort sind es nur noch 150 km bzw. 2 Stunden Fahrt bis Hobas und zum Canyon. Danach kannst du entweder zurück nach Windhoek fahren oder einen Abstecher in die Küstenstadt Lüderitz machen, weiter zum Sossusvlei reisen und schließlich wieder in Windhoek landen.
Alternativ kannst du zuerst das Sossusvlei besuchen, dann Richtung Süden nach Lüderitz fahren, weiter landeinwärts nach Keetmanshoop und schließlich zum Fish River Canyon. Von dort aus geht es dann wieder Richtung Norden nach Windhoek.
Viatu bietet mit dem Extended Self-Drive Package: Namibia's Wildlife & Wilderness eine fantastische Reise an, die den Fish River Canyon mit den besten Tierbeobachtungen verbindet. Auf dieser Tour triffst du im Etosha Nationalpark und der Kalahari-Wüste auf die berühmten Wüstentiere und genießt die weite Wildnis des Fish River Canyons sowie das felsige Damaraland.
Wir helfen dir gerne dabei, die Wanderung im Fish River Canyon als Teil deiner gesamten Reiseroute zu buchen – reine Tageswanderungen können wir jedoch nicht vermitteln.
Obwohl er Namibias zweitbeliebteste Attraktion ist, verirrt sich weniger als 1 % der jährlichen Besucherzahlen des Grand Canyon zum Fish River Canyon. Wenn das mal kein echter Geheimtipp ist! Hier erlebst du Natur pur in einer absolut dramatischen Wüstenlandschaft – egal, ob du gerne wanderst oder nicht. Dieses Spektakel solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Also: Koffer packen und los!