Im Rampenlicht: 6 junge afrikanische Klima- und Umweltaktivisten
Die Jugend auf dem afrikanischen Kontinent mobilisiert sich in beeindruckender Zahl, um mehr Taten im Kampf gegen den Klimawandel zu fordern. In Afrika ist der Klimawandel keine ferne Bedrohung, sondern eine drängende Realität. Der Kontinent leidet überproportional unter den schweren Folgen, obwohl er am wenigsten dazu beigetragen hat. Da junge Menschen über 75 % der afrikanischen Bevölkerung ausmachen, ist ihnen klar: Das Handeln – oder Nichthandeln – der heutigen Führungskräfte bestimmt ihre Zukunft und die der kommenden Generationen. Unbeeindruckt von leeren politischen Gesten stellen sich junge Afrikaner gegen ein System, das bei der Sicherung ihrer Zukunft bisher kläglich versagt hat.
Die Klimagerechtigkeitsbewegung war lange Zeit von Ausgrenzung geprägt; afrikanische Stimmen fehlten oft an der Spitze der globalen Debatte. Doch junge afrikanische Aktivisten nehmen die Herausforderung an und nutzen jede Chance, um auf der Weltbühne gegen Klima-Ungerechtigkeit aufzustehen. Die afrikanische Klimaszene treibt heute entscheidende Dialoge voran, stärkt das zivilgesellschaftliche Engagement und setzt sich für politische Veränderungen ein. Ob durch den Druck auf Politiker und Konzerne oder durch Basisbewegungen – afrikanische Aktivisten fordern einen echten Wandel.
Wie UNICEF treffend feststellt: „Der Klimawandel betrifft uns alle, aber die Zukunft gehört der Jugend.“
Lust auf eine Portion Inspiration? Uns geht es genauso. Hier sind unsere Favoriten unter den jungen afrikanischen Klima- und Umweltaktivisten, die sich ihren Platz erkämpfen und ihre Energie nutzen, um Klimagerechtigkeit voranzutreiben.
Adenike Oladosu spricht auf dem Elevate Festival 2020
Für Oladosu ist Klimaaktivismus keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Sie ist eine treibende Kraft in der Klimaszene und eine leidenschaftliche, intersektionale Öko-Feministin – mit ihrer Arbeit möchte sie andere zum Handeln bewegen. Oladosu legt die Messlatte für Engagement immer ein Stück höher und hat alle Hände voll zu tun: Sie ist Initiatorin von Fridays For Future Nigeria, Botschafterin für African Youth Climate und Gründerin der panafrikanischen Bewegung „ILeadClimate“, um nur einige ihrer Projekte zu nennen.
Da ihr hochwertige Klimabildung am Herzen liegt, erkannte Oladosu eine Wissenslücke zum Thema Klimawandel in Afrika. Ihre Antwort darauf war ILeadClimate – eine panafrikanische Bewegung für Klimagerechtigkeit, die eine Kultur des Handelns fördern will. ILeadClimate führt Bildungs- und Aktionsinitiativen in zahlreichen ländlichen und städtischen Gemeinden durch. Oladosu ist überzeugt, dass Klimabildung nicht im Klassenzimmer enden darf. Sie setzt sich aktiv dafür ein, dass Klimagerechtigkeit auch im Alltag präsent ist – ob in religiösen Einrichtungen, auf Farmen oder bei sozialen Treffen.
Oladosu glaubt, dass die Klimabildung junger Menschen entscheidend ist, um eine gerechte Zukunft zu sichern, denn sie sind die Führungskräfte von morgen. Sie betont, dass jeder Verantwortung für generationenübergreifende Gerechtigkeit übernehmen sollte, unabhängig von Alter, Wohnort oder Status. Als echte panafrikanische Aktivistin stärkt sie die Jugend mit fundiertem Wissen, damit diese innovative, kontextspezifische Lösungen für Anpassung und Klimaschutz entwickeln kann. Verfolge Oladosus Vision auf Instagram und Twitter.
Nkosilathi Nyathi spricht auf der COP25 über die Umweltrechte von Kindern (Foto: Rosa Castaneda)
Schon in jungen Jahren hat sich Nyathi leidenschaftlich für die Klima- und Umweltagenda in Simbabwe eingesetzt. Der junge Aktivist zeigt seinen Altersgenossen, dass sie in ihren Gemeinden selbst wirkungsvolle Schritte gegen die Folgen des Klimawandels unternehmen können. Seine Reise begann damit, dass er die Kraft visueller Medien nutzte, um die verheerenden Auswirkungen von Dürren, Überschwemmungen und Bodenerosion in seiner Heimat Victoria Falls zu dokumentieren. Seine eindrucksvollen Videos machen die sozioökonomischen Schäden, die der Klimawandel im Alltag seiner Community anrichtet, für jeden sichtbar.
Trotz zahlreicher Auszeichnungen ruht sich der simbabwische Aktivist nicht auf seinen Lorbeeren aus. Nyathi ist ein begnadeter Redner und eine der wichtigsten Stimmen der Jugend. Als Vertreter von UNICEF Simbabwe setzt er sich bei Konferenzen wie der COP25 oder dem African Regional Summit on Sustainable Development unermüdlich dafür ein, dass die Weltpolitik endlich dringende Klimaschutzmaßnahmen ergreift. Er hält die Verantwortlichen nicht nur in der Pflicht, sondern leitet auch einen „Green Club“ und moderiert globale Online-Gespräche, um junge Menschen für den Klimaschutz zu begeistern.
Neben seinen verschiedenen Führungsrollen findet Nyathi immer wieder Wege, direkt vor Ort etwas zu bewegen. So hat er beispielsweise beim Bau einer Biogasanlage in seiner ehemaligen Grundschule geholfen, die nun in der Schulküche als Ersatz für Feuerholz dient. Außerdem unterstützte er die Installation einer solarbetriebenen Wasserpumpe an seiner Highschool. Diese Projekte zeigen den Menschen vor Ort, dass ein nachhaltiger Lebensstil absolut machbar ist. Nyathis Engagement beweist, dass die Stimmen der afrikanischen Jugend in der Klimagerechtigkeitsbewegung zählen. Sein Wirken und seinen Weg kannst du auf seinem Instagram-Kanal verfolgen.
Elizabeth Wathuti spricht auf der COP 26 in Glasgow (Foto: UN Climate Change)
„Öffnet eure Herzen und handelt gegen die Klimakrise“ – Elizabeth Wathuti
Wathuti setzt sich stark dafür ein, dass wir der Klimakrise mit mehr Menschlichkeit begegnen. Sie appelliert an die Weltgemeinschaft, den Sorgen der besonders betroffenen Regionen aufmerksamer zuzuhören. Nur so können wir gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, denen sich diejenigen täglich gegenübersehen, die für ihre Zukunft kämpfen. Wathutis Stimme ist ein Sprachrohr, das die Realität der Klimakrise in Kenia und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent auf die globale Bühne bringt.
Als leidenschaftliche Umweltschützerin gründete sie die „Green Generation Initiative“, die das Umweltbewusstsein junger Menschen durch das Pflanzen von Bäumen stärken will. Die Initiative nutzt naturbasierte, praktische Lösungen, um Lernende, Freiwillige und Teilnehmer für die enge Verbindung zwischen Umwelt und menschlichem Leben zu sensibilisieren. Bisher wurden so bereits über 30.000 Obstbäume in ganz Kenia gepflanzt. Zudem unterstützt die Initiative Gemeinden mit konkreten Ansätzen, um Ernährungssicherheit zu schaffen und dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Wathuti ist eine beeindruckende Aktivistin und eine Führungspersönlichkeit, die mit viel Mitgefühl für die Zukunft unseres Planeten kämpft. Wie sie selbst sagt: „Wenn unsere Handlungen nicht ehrlich gemeint sind, werden wir den Menschen, die jetzt unter der Krise leiden, nicht gerecht.“ Schau dir ihr Instagram-Profil hier an.
Der in Tansania geborene Umweltaktivist Abdulbasat ebnet jungen Afrikanern konsequent den Weg, damit sie bei der Gestaltung der Klimaagenda in Politik und Praxis mit am Tisch sitzen. Der preisgekrönte Aktivist ist ein echter Allrounder: Er berät, leitet, forscht und vermittelt der Welt komplexe Umweltthemen.
Abdulbasat brennt für Citizen Science und ist überzeugt, dass die Kraft für nachhaltigeres Verhalten in den Menschen selbst liegt. Er nutzt digitale Tools, damit Bürger direkt zur Wissensproduktion in ihren Gemeinden beitragen können. Sein Fokus liegt auf dem Aufbau von Kompetenzen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Unermüdlich mobilisiert er junge Leute, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen und Innovationen anzustoßen, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind – für nachhaltige Gewohnheiten und starke Gemeinschaften.
Abdulbasats beeindruckender Lebenslauf unterstreicht sein starkes Engagement für globale Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. Als Botschafter für über fünf internationale Umweltkoalitionen hat er Tansania bei zahlreichen internationalen Klimaverhandlungen vertreten. Seine Präsenz in globalen Botschafterrollen ist ein starkes Zeichen für afrikanische Führungskraft und rückt die Erfahrungen mit Klimaungerechtigkeit in Afrika in den Fokus der weltweiten Klimabewegung. Sein Einfluss und seine Arbeit im Umweltbereich zeigen eine Hartnäckigkeit und einen unermüdlichen Tatendrang, die eine panafrikanische Umweltbewegung inspirieren.
Vanessa Nakate
Die ugandische Klimaaktivistin ist eine der wichtigsten Stimmen Afrikas in der globalen Klimabewegung. Nakate ist bekannt für ihre kritische und direkte Art – sie analysiert messerscharf, was schiefläuft und was getan werden muss. Statt politischer Floskeln liefert sie harte Fakten über den aktuellen Stand der Klimaungerechtigkeit. Sie scheut sich nicht, Mächtige zur Rechenschaft zu ziehen, und ist zu einer mutigen Figur in der globalen Klimabewegung geworden. Ob im Gespräch mit Staatschefs oder auf dem Cover des Time Magazine: Nakate bleibt ihrer Sache treu.
Nachdem sie die Klimakrise in Uganda selbst miterlebt hat, war Nakate alarmiert über die drastischen Veränderungen, die Dürreperioden und Überschwemmungen in ihrer Heimat verschärften. Motiviert, die Krise anzugehen, wurde sie die erste ugandische Klimaaktivistin, die die „Fridays For Future“-Kampagnen in ihrem Land anführte. Später gründete sie das „Rise Up Climate Movement“, das die Stimmen von Klimaaktivisten aus ganz Afrika auf der globalen Bühne verstärken will. Nakate geht mit gutem Beispiel voran und lässt ihren Worten Taten folgen: Ihr „Green Schools Project“ hat beispielsweise Solarenergie in ugandische Schulen gebracht. Neben ihrem Engagement hat Nakate das Buch The Bigger Picture veröffentlicht – es zeigt schonungslos die verheerenden Konsequenzen unseres aktuellen Weges der Klimaungerechtigkeit auf. Nakates beharrlicher Aktivismus inspiriert Menschen dazu, selbst Teil des Wandels zu werden, und hat wichtige Klimadiskussionen weit über Afrika hinaus angestoßen.
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Yola Mgogwana bei einem Klimamarsch in Khayelitsha (Foto: Beautiful News)
„Mein Alter bedeutet nicht, dass meine Sicht auf die Welt weniger zählt.“ – Yolanda Mgogwana.
Yola hat erneut bewiesen, dass Klimaaktivismus keine Altersgrenze kennt. Mit der Mission, die Leugnung des Klimawandels zu beenden, ist Mgogwana zur Stimme derer geworden, die sonst nicht gehört werden. Durch ihre eigenen Erfahrungen kennt sie die Härten der Klimaungerechtigkeit in den Townships in ganz Südafrika. Da diese Gemeinschaften von den Mainstream-Medien und der Entwicklungspolitik oft ignoriert werden, setzt sich Mgogwana mutig für Klimagerechtigkeit ein.
Klimabildung ist ein zentraler Pfeiler ihres Aktivismus. Durch ein Programm für „Eco-Warriors“ wurde sie inspiriert und mit dem Wissen ausgestattet, sich für Klimagerechtigkeit stark zu machen. Aus diesem Engagement heraus gründete sie die „Green Environment Group“ für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren. Zweimal pro Woche trifft sie sich mit den Kleinen, um ihnen die Grundlagen des Klimawandels und des Aktivismus zu vermitteln. Als aktive Umweltschützerin nimmt sie an Kundgebungen, Projekten, Interviews und Konferenzen teil – keine Gelegenheit lässt sie aus, um Aufmerksamkeit zu schaffen und Veränderungen einzufordern.
Mgogwanas Geschichte zeigt, wie wertvoll Bildung ist, um Klimaschutz voranzutreiben. Sie ist ein transformatives Werkzeug, das eine neue Generation afrikanischer Aktivisten inspiriert – junge Menschen wie Mgogwana, die ihre Rechte kennen und das System verändern wollen. Mehr über ihre inspirierende Arbeit erfährst du hier, wo du ihr Projekt auch unterstützen kannst.
Diese jungen Afrikanerinnen und Afrikaner erheben ihre Stimme gegen Strukturen, die unserem Planeten schaden. Gemeinsam schaffen sie eine Plattform, auf der sie das afrikanische Narrativ zum Klimawandel auf globaler Bühne mitbestimmen und gleichzeitig lokale Basisinitiativen anführen. Sie fordern heute einen echten Wandel – und wir stehen voll hinter ihnen!
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