Kunst ist überall. Sie durchdringt jeden Bereich unseres Lebens – von unserem Zuhause bis hin zu den Straßen, auf denen wir unterwegs sind. Kunst spricht zu uns, erzählt Geschichten, die Zeit, Raum und sogar unsere Vorstellungskraft übersteigen. Verschiedene Kunstformen verkörpern die Erlebnisse, Ansichten und Überzeugungen ihrer Schöpfer. Damit ist Kunst ein kraftvoller Weg, die kulturelle Landschaft eines Reiseziels hautnah zu erleben.
Als Reisende tauchen wir oft tief in die Kunstszene ein, während wir nach einer Verbindung zu den Orten suchen, die wir besuchen. Kunst auf Reisen zu erleben, vertieft unsere Bindung zu einem Ort und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in unseren Herzen und Köpfen.
„Die Künste sind wichtig, weil wir wichtig sind und unsere Geschichten zählen.“ – Mohammed Sheriff
Dieser Blog feiert 6 beeindruckende schwarze Künstler, die in Südafrika und darüber hinaus die Kunstwelt nachhaltig verändern.
Zanele Muholi
Die in Johannesburg lebende Künstlerin bezeichnet sich selbst als visuelle Aktivistin und erforscht schwarze sowie LGBTQI-Identitäten in Südafrika. Muholi nutzt Kunst als Form des Aktivismus, um soziale Herausforderungen anzusprechen, die in den Mainstream-Medien oft unsichtbar bleiben. Ihre künstlerische Ausrichtung ist eine direkte Antwort auf die anhaltende Gewalt und Diskriminierung, mit der LGBTQI-Personen und Schwarze täglich konfrontiert sind.
Muholis Mission ist es, das Narrativ zu verändern: „eine schwarze, queere und trans-visuelle Geschichte Südafrikas neu zu schreiben, damit die Welt von ihrem Widerstand und ihrer Existenz auf dem Höhepunkt der Hassverbrechen erfährt“. Muholis Arbeit regt mutig Diskussionen über die mangelnde Repräsentation schwarzer und queerer Identitäten in südafrikanischen Kunsträumen an. Durch die Kameralinse durchbricht Muholi das Stigma, das die Sichtbarkeit dieser Identitäten in der Kunst lange Zeit behindert hat. Dieser visuelle Aktivismus schafft neue Möglichkeiten für die nächste Generation von Künstlern, die den Status quo kritisch hinterfragen.
Du kannst eine Art Safari mit Coffeebeans Routes buchen, um lokale Künstler und Galerien in Kapstadt zu unterstützen – inklusive eines Besuchs der Stevenson Art Gallery, in der Zanele Muholi regelmäßig ausstellt.
Wenn du nicht bis zu deiner Reise warten willst, kannst du Zanele Muholis persönlichen Werdegang und ihren künstlerischen Prozess in dem Kurzfilm „Johannesburg“ hier kennenlernen.
Südafrika hat eine lebendige Street-Art-Szene, die einige der besten Street-Art-Künstler des Kontinents beheimatet. Von Maboneng bis Jewel City hat Dbongz die Wandmalereien in der Innenstadt von Johannesburg maßgeblich geprägt. Inspiriert davon, Wände als Leinwand zu nutzen, verliebte er sich sofort in die Freiheit, Mauern mit Farben und Geschichten zum Leben zu erwecken. Dbongz fängt die Vielfalt der Migrantengemeinschaften in Johannesburg ein, die die „City of Gold“ ihr Zuhause nennen. Seine Wandbilder tragen Geschichten weiter und senden Botschaften an Menschen aller Hintergründe. Folge Dbongz auf Instagram, um direkt Updates zu seinen neuesten Projekten zu erhalten.
Um Dbongz’ Kunst zu erleben, werden die Straßen von Johannesburg automatisch zu deiner Galerie. Warum buchst du nicht deine eigene abenteuerliche Graffiti-Fahrradtour hier?
Diese junge, kreative Künstlerin aus Kapstadt hat weltweit gläserne Decken durchbrochen. Tony Gums kraftvolle Selbstporträts zeigen die Vielfalt afrikanischer Identitäten – fernab der einseitigen Narrative, die oft weltweit verbreitet werden. Inspiriert von ihrem Xhosa-Erbe und dem Lebensgefühl ihrer Generation, nutzt Tony Gum ihre Kunst, um die Vielschichtigkeit afrikanischer Identität zu beleuchten. In ihren fotografischen Arbeiten setzt sie Kostüme, Bodypainting, Make-up und Requisiten ein, um faszinierende Bilder zu schaffen, die den Einfluss von Konsum, Kolonialismus und Kultur auf afrikanische Identitäten kritisch hinterfragen. Tony Gum ist eine Trendsetterin, die längst die Aufmerksamkeit globaler Modemagazine wie der Vogue auf sich gezogen hat. Internationale Auszeichnungen wie der Miami Beach Pulse Prize sind für das junge Talent keine Seltenheit. Wie die Vogue treffend feststellte: Tony Gum ist definitiv ein „internationales Cool Girl, das man entdecken und lieben muss“.
Mehr über Tony Gums künstlerische und persönliche Ansichten erfährst du in ihrem fesselnden Interview mit L’Officiel.
Der gefeierte, in Simbabwe geborene bildende Künstler ist bekannt für seine abstrakten, figurativen Porträts, die Emotionen, Bewegung und Ausdruck einfangen. Anstatt unsere äußere Realität abzubilden, erforscht er menschliche Gefühle wie Trauer, Optimismus und Frustration. Greatjoys Werke vermitteln diese Emotionen durch ausdrucksstarke Pinselstriche, präzise Bleistiftführung und eine gezielte Farbwahl. Seine Kunst bietet dem Betrachter eine Plattform, um die Bedeutung dieser inneren Gefühle selbst zu entschlüsseln.
2019 veröffentlichte Greatjoy die bemerkenswerte Serie „Conversations of a Man“. Sie beleuchtet die verschiedenen Herausforderungen, mit denen Männer in unserer Gesellschaft konfrontiert sind. „Conversations of a Man“ zielt darauf ab, wichtige Diskussionen über die Toxizität des Patriarchats anzustoßen. Diese Serie ist wegweisend, da sie Männer und die Gesellschaft dazu inspiriert, das Bewusstsein zu schärfen und die Probleme des Patriarchats dringlicher anzugehen. Zudem fordert sie ein Umdenken in der Erziehung und Sozialisierung junger Jungen – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Elternhauses. Die Serie ist eng mit Greatjoys eigenen Erfahrungen verknüpft, die er in seinem autobiografischen Kunstbuch „The Path to Great Joy“ niedergeschrieben und illustriert hat.
Yolanda Mazwana
Yolanda Mazwana ist eine autodidaktische bildende Künstlerin aus Johannesburg, die sich auf ausdrucksstarke Malerei spezialisiert hat. In ihren Arbeiten verwebt sie soziales Storytelling mit Themen wie psychischen Erkrankungen, Phobien und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ihr abstrakter Stil verbindet Expressionismus, Neo-Expressionismus und Symbolik, um die psychische und emotionale Verletzlichkeit des Menschen in der heutigen Gesellschaft zu thematisieren.
In der Serie „Symptoms of Nothing“ porträtiert Mazwana schonungslos die physischen und physiologischen Reaktionen auf Traumata. Durch den gezielten Einsatz von Texturen und Farben verdeutlicht sie die Schwere dieser Reaktionen. Die Serie macht die lähmende Erfahrung von Traumata und psychischen Problemen greifbar. Da das Thema psychische Gesundheit in Südafrika aufgrund von Stigmatisierung oft tabuisiert wird, bricht Mazwana mit „Symptoms of Nothing“ das Schweigen und räumt mit gesellschaftlichen Vorurteilen auf.
Wusstest du, dass die „First Thursdays“ in Kapstadt ein echtes Highlight sind? An jedem ersten Donnerstag im Monat dreht sich alles um frische Kunst – auch Mazwanas Werke waren dort im letzten Jahr zu sehen.
Wenn du in Johannesburg bist, schau unbedingt in der Kalashnikovv Gallery vorbei und entdecke ihre aktuelle Kunstserie.
Direkt, kompromisslos und unverblümt – so lässt sich Gquntas künstlerischer Stil am besten beschreiben. Sie setzt sich in ihrer Kunst mit den komplexen Nuancen des südafrikanischen kulturellen und politischen Kontextes nach der Apartheid auseinander. Während sie die gewaltsamen Gegensätze zwischen Arm und Reich, Unterdrückern und Unterdrückten thematisiert, zeigt sie, dass diese Gegensätze paradoxerweise eng miteinander verwoben sind und oft im selben Raum existieren.
Gqunta kritisiert die gesellschaftlichen Ungleichheiten, die aus patriarchalen Strukturen und dem Erbe der Apartheid resultieren. Sie nutzt ihre Kunst als Werkzeug, um notwendige Gespräche über Gewalt anzustoßen. Mit Medien wie Sound, Video, Glasscherben, Stacheldraht und zerrissener Kleidung konfrontiert sie den Betrachter mit emotional aufgeladenen Botschaften. Die Anwältin und Kunstliebhaberin Pulane Kingston bringt es auf den Punkt: „Gqunta ist eine der wenigen Künstlerinnen, die bereits verstanden hat, dass wir Heilung durch das Zerbrochene in uns finden müssen, damit Südafrika eine lebendige Demokratie werden kann, in der Würde wirklich zählt.“
Behalte Gquntas zum Nachdenken anregende Ausstellungen hier im Blick. Wer weiß, vielleicht findet bald eine Ausstellung in deiner Nähe statt!
Kunst erzählt Geschichten – sie ist ein wesentlicher Teil unseres Menschseins und verbindet uns alle. Sie lässt uns fühlen und Teil von etwas sein, das größer ist als wir selbst. Wenn du auf Reisen in die Kunst eintauchst, lernst du Kulturen und Orte noch einmal ganz anders kennen.
Reisen öffnet den Horizont. Und was gibt es Schöneres, als mit Viatu die aufstrebende Kunstszene Südafrikas zu entdecken?