Wenn du kein Zoologe oder absoluter Katzen-Fan bist, verwechselt man Geparden und Leoparden schnell mal. Die Fellzeichnung der beiden Raubkatzen ist sich auf den ersten Blick ziemlich ähnlich. Aber: Es gibt tatsächlich einige deutliche Unterschiede. Lies weiter, um herauszufinden, worauf du achten musst.

Gepard oder Leopard? So erkennst du den Unterschied
Äußeres Erscheinungsbild
Größe und Körperbau
Ein männlicher Gepard wiegt im Schnitt etwa 54 kg, ein Weibchen 43 kg. Bei Leoparden liegt das Durchschnittsgewicht der Männchen bei 60–70 kg, während die Weibchen eher 30–40 kg auf die Waage bringen. Auch wenn der Gewichtsunterschied auf dem Papier nicht riesig wirkt, ist es vor allem die Statur, die den Unterschied macht.
Geparden und Leoparden unterscheiden sich in ihrem Körperbau enorm. Geparden wirken durch ihre Schulterhöhe deutlich hochbeiniger. Sie sind zudem viel schlanker gebaut als Leoparden, die eher einen robusten, gedrungenen Körperbau haben. Da Geparden die schnellsten Landsäugetiere der Welt sind, hilft ihnen ihr leichter Rahmen dabei, bei der Jagd ordentlich Tempo zu machen.

Leoparden haben einen robusten, eher gedrungenen Körperbau

Geparden sind hochbeiniger und deutlich schlanker gebaut als Leoparden.
Das Fell
Einer der größten Unterschiede zwischen Gepard und Leopard ist ihr Fell. Während Geparden runde oder ovale Punkte haben, zeichnen sich Leoparden durch sogenannte „Rosetten“ – rosenförmige Flecken – aus.

Leoparden haben rosettenförmige Flecken auf ihrem Fell

Geparden haben runde Punkte auf ihrem Fell
Das Gesicht
Ein weiterer auffälliger Unterschied zwischen Geparden und Leoparden liegt in ihrem Gesicht. Geparde erkennst du sofort an den schwarzen „Tränenlinien“, die von den Augen bis zu den Mundwinkeln verlaufen. Diese Linien spielen eine wichtige Rolle bei der Jagd, denn Geparde sind tagaktiv. Man geht davon aus, dass die dunklen Markierungen das Sonnenlicht reflektieren und ihnen so helfen, sich besser auf ihre Beute zu konzentrieren. Da Leoparden hingegen meist nachts auf die Jagd gehen, fehlen ihnen diese markanten Gesichtsmerkmale.

Leoparden haben keine markanten Tränenlinien im Gesicht

Geparde haben markante schwarze Tränenlinien im Gesicht
Die Augen
Im Gegensatz zu Geparden jagen Leoparden bevorzugt nachts, auch wenn sie bei Bedarf gelegentlich tagsüber auf Beutezug gehen. Deshalb besitzen Leoparden viele lichtempfindliche Zellen in ihren Augen, die zwar weniger Farben wahrnehmen, ihnen aber helfen, Bewegungen und Formen im Dunkeln mühelos auszumachen. Ihre großen Pupillen lassen zudem viel Licht einfallen, was ihre Nachtsicht zusätzlich verbessert.
Geparde haben eher bernsteinfarbene Augen, während die Augen von Leoparden meist in einem grün-bläulichen Ton leuchten.
Der Schwanz
Da die Schwänze von Geparden und Leoparden unterschiedliche Aufgaben erfüllen, unterscheiden sie sich auch in ihrer Form. Der Schwanz des Geparden ist flacher und eher ruderartig geformt, um ihn bei der Jagd als Steuerhilfe zu unterstützen. Der Schwanz eines Leoparden ist hingegen eher röhrenförmig; das gibt ihm mehr Balance beim Klettern und hilft dabei, schwere Beute in die Bäume zu ziehen.

Leopardenschwänze sind eher röhrenförmig

Gepardenschwänze sind etwas flacher
Pfoten und Krallen
Leoparden haben deutlich kräftigere Vorder- als Hinterbeine, was ihnen hilft, ihre massiven Köpfe und Hälse zu stützen. Bei Geparden ist es genau umgekehrt: Ihre Hinterbeine sind größer als die Vorderbeine, was sie bei der Jagd extrem schnell und wendig macht.
Ein weiterer Unterschied liegt in den Krallen. Während Leoparden ihre Krallen einziehen können – sie nutzen sie vor allem zum Klettern und Jagen –, bleiben die Krallen der Geparden immer draußen. Das gibt ihnen den nötigen Halt und Grip, wenn sie mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind.

Die Krallen von Leoparden sind einziehbar.

Die Krallen von Geparden sind nicht einziehbar.
Verhalten
Jagdverhalten
Wie bereits erwähnt, sind Geparden tagaktiv, während Leoparden lieber nachts auf die Jagd gehen. Das ist allerdings keine feste Regel, denn auch Leoparden jagen mal tagsüber und Geparden gelegentlich nach Sonnenuntergang. Meistens versuchen Geparden jedoch, größeren Raubtieren aus dem Weg zu gehen.
Nachwuchs
Da Geparden körperlich schwächer sind als Leoparden, überlebt ihr Nachwuchs seltener. Deshalb bringen sie meist 4 bis 6 Junge auf einmal zur Welt, in der Hoffnung, dass zumindest einige davon das Erwachsenenalter erreichen. Leoparden hingegen bekommen meist nur 2 oder 3 Junge, da diese eine deutlich höhere Überlebenschance haben.

Leoparden bringen weniger Junge zur Welt.

Gepardenmutter mit ein paar weiteren Jungtieren
Lebensraum
Geparden nutzen Bäume zwar als Aussichtspunkt, um Beute zu erspähen, verbringen dort aber bei weitem nicht so viel Zeit wie Leoparden. Leoparden ziehen ihre Beute oft mit nach oben in die Baumkrone. Für einen Geparden wäre das unmöglich – dafür fehlt ihm schlicht die Kraft.
Jetzt bist du dran! Erkennst du den Unterschied?


Links: Leopard; Rechts: Gepard
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