7 Fakten über afrikanische Pinguine, die du noch nicht kanntest
Der afrikanische Pinguin ist ein neugieriger und einfach hinreißender Zeitgenosse, den du entlang der südafrikanischen Küste antreffen kannst. Diese Pinguine sind in Afrika beheimatet und spielen eine wichtige Rolle im Küstenökosystem. Auch wenn sie etwas pummelig aussehen: Sie bringen gerade einmal 4 Kilogramm auf die Waage und werden etwa 60 Zentimeter groß!
Lies weiter, um mehr über diese flugunfähigen Vögel zu erfahren und 7 Fakten zu entdecken, die dich garantiert überraschen werden.
1. Der afrikanische Pinguin hatte schon einige Namen
Der wissenschaftliche Name des afrikanischen Pinguins – Spheniscus demersus – stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „tauchender Keil“. Das passt perfekt, denn die kleinen Kerle können bis zu 130 Meter tief tauchen!
Umgangssprachlich wurden sie früher oft als „Eselspinguine“ bezeichnet, weil ihre Rufe stark an das I-Aah eines Esels erinnern. Da jedoch drei weitere Pinguinarten ähnliche Laute von sich geben, heißt die Art heute offiziell afrikanischer Pinguin, um Verwechslungen zu vermeiden.
2. Sie leben nur in zwei Ländern
Den afrikanischen Pinguin gibt es weltweit nur in zwei Ländern, beide liegen an der Südwestküste Afrikas. Ihr Lebensraum beschränkt sich exklusiv auf Namibia und Südafrika. Dort verteilen sie sich auf 24 Kolonien zwischen Namibia und der Algoa Bay bei Port Elizabeth. Entlang dieses Küstenabschnitts halten sie sich meist auf Inseln und Felsvorsprüngen im Meer auf.
Die beiden bekanntesten Kolonien in Südafrika findest du am Boulders Beach in Simon’s Town und am Stony Point in Betty’s Bay. Es gibt nur eine weitere Kolonie auf dem Festland, die an der Küste im Süden Namibias liegt. Man geht davon aus, dass Festlandkolonien erst durch den Rückgang von Raubtieren möglich wurden. Allerdings wird die Kolonie in Betty’s Bay hin und wieder von Leoparden heimgesucht – und bei einem wirklich kuriosen Zwischenfall wurde die Kolonie in Simon’s Town sogar von einem Bienenschwarm angegriffen!
3. Sie gelten als Indikatorart
Eine Indikatorart ist ein Lebewesen, dessen Anwesenheit, Abwesenheit oder Häufigkeit Aufschluss über den Zustand der Umwelt gibt. Der Rückgang der afrikanischen Pinguine hängt direkt mit der Überfischung ihrer Hauptnahrungsquellen wie Sardellen und Sardinen sowie mit dem Klimawandel zusammen. Sardinen sind ihre Leibspeise, doch durch die Überfischung sind die Tiere gezwungen, ihren Speiseplan anzupassen.
4. Portugiesische Siedler hielten sie anfangs (irrtümlich) für Fische und aßen sie
Irgendwann zwischen 1487 und 1488 umsegelte der portugiesische Entdecker Vasco da Gama die Südspitze Afrikas. In der Mossel Bay sahen die Reisenden zum ersten Mal Pinguine. Wahrscheinlich waren diese Entdecker die ersten Europäer, die jemals Pinguinen begegneten. Das sorgte bei der Crew für ordentlich Verwirrung. Ein Besatzungsmitglied notierte in seinem Tagebuch: „Es gibt hier Vögel so groß wie Enten, die aber nicht fliegen können und wie Esel schreien.“
Die portugiesischen Siedler waren strenggläubige Katholiken und durften freitags kein Fleisch essen. Fisch war jedoch erlaubt. Also beschlossen sie kurzerhand, die flugunfähigen Vögel aufgrund ihrer Schwimmkünste einfach als Fische zu deklarieren. Diese „Gesetzeslücke“ erlaubte es den Seefahrern, freitags Pinguinfleisch zu essen, ohne gegen ihren Glauben zu verstoßen.
5. Ihre Augen haben ein paar faszinierende Besonderheiten
Die Augen des afrikanischen Pinguins sind wirklich bemerkenswert. An jeder Seite des Kopfes sitzt ein kleines schwarzes Auge, das – genau wie bei uns Menschen – binokulares Sehen ermöglicht. Das bedeutet, sie können ein Objekt mit beiden Augen fokussieren und so ein einzelnes, räumliches Bild erzeugen. Sie besitzen Farbsehen und sind besonders empfindlich für violette, blaue und grüne Lichtwellenlängen.
Noch besser: Pinguine haben abgeflachte Hornhäute. Das verhindert, dass das Licht beim Eintritt ins Auge unter Wasser zu stark gebrochen wird, was sonst zu unscharfer Sicht beim Tauchen führen würde. Das verbessert nicht nur ihre Sicht unter Wasser, sondern sorgt auch an Land für einen klaren Durchblick. Außerdem besitzen Pinguine eine Nickhaut, ein drittes Augenlid, das ihre Augen beim Schwimmen vor Salzwasser schützt.
Ein markantes Merkmal des afrikanischen Pinguins ist die rosafarbene Drüse über jedem Auge. Blut wird in diese Drüsen geleitet, dort durch die Umgebungsluft abgekühlt und dann wieder in den Körper zurückgeführt – so bleibt das Tier auch bei Hitze cool. Je wärmer es ist, desto intensiver färben sich diese Drüsen rosa.
6. Sie sind monogam und bleiben ein Leben lang zusammen
Brillenpinguine sind monogam – das heißt, sie bleiben ihr ganzes Leben lang bei demselben Partner. Mit etwa vier Jahren werden sie geschlechtsreif, und beide Elternteile teilen sich die Verantwortung, die Eier über einen Zeitraum von 40 Tagen auszubrüten. Meistens werden zwei Eier gelegt, die zum Schutz im Sand oder unter Büschen vergraben werden.
7. Die Zeichnung jedes Pinguins ist ein Unikat
Der Brillenpinguin trägt den typischen Pinguin-„Smoking“ in Schwarz-Weiß. Doch jeder von ihnen hat ein ganz eigenes Muster aus schwarzen Punkten auf der weißen Brust, an dem man die Tiere voneinander unterscheiden kann. Auf dem weißen Bauch verläuft zudem ein breites, schwarzes Band, das sich über die Brust bis zu den Flanken und Beinen zieht. Außerdem haben sie schwarze Schwimmhäute und eine schwarze Gesichtsmaske mit den charakteristischen rosafarbenen Drüsen über den Augen. Mit ihrem schwarzen Schnabel fangen und fressen sie ihre Beute, während der kurze Schwanz an Land für das Gleichgewicht sorgt und beim Schwimmen als Ruder dient.
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