Language

Dein Pocket Guide für Ruanda

Courtney Drysdale
von Courtney Drysdale
Veröffentlicht am 17. Mai 2023
16 Minuten Lesezeit

Ruanda ist ein kleines, von Land umschlossenes Land mit gerade einmal 26.338 km². Es liegt im Great Rift Valley in Zentralafrika, nur südlich des Äquators. Das Land der tausend Hügel besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Ebenen, Vulkanen und Wäldern, die sich die Berge hinaufziehen – ein Paradies für Abenteurer und Fans von wilden Tieren. Ruanda hat es geschafft, sein kulturelles Erbe und seine Naturräume vorbildlich zu schützen, was es zu einem Top-Ziel für bewusste Reisende macht. Lies weiter und erfahre, warum Ruanda ein so besonderes und beliebtes Reiseziel ist.

Ruanda auf einen Blick

Eine Reise nach Ruanda lässt sich in ein paar Kernpunkte unterteilen: eine lebendige Kultur, absolut lebensverändernde Begegnungen mit Wildtieren – wie beim Gorilla-Trekking oder der Chance, die Big 5 zu sehen – und eine dramatische Landschaft voller Leben. Jeder dieser Aspekte hat seinen ganz eigenen Charakter.

Bevölkerung

Mit etwas über 13 Millionen Einwohnern ist Ruanda vergleichsweise dicht besiedelt. Die wichtigsten Zentren sind Kigali in der Landesmitte und Musanze im Nordwesten.

Architektur in Kigali, Ruanda
Ein Weg am Völkermord-Mahnmal in Kigali
Ein Brunnen in Kigali, Ruanda
Die sanften Hügel der ruandischen Landschaft

Geschichte

Ruanda wird oft als das „Land der tausend Hügel“ bezeichnet und blickt auf eine reiche kulturelle Vergangenheit zurück, die bis in die Jungsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren reicht. Das Königreich Ruanda entstand im 16. Jahrhundert und bestand bis zur Kolonialisierung durch die Deutschen im Jahr 1899 und später durch die Belgier nach dem Ersten Weltkrieg. 1962 erlangte Ruanda die Unabhängigkeit, doch das Land litt unter inneren Konflikten, vor allem zwischen den Volksgruppen der Tutsi und Hutu. 1994 eskalierte diese Gewalt im Völkermord in Ruanda, bei dem innerhalb von nur 100 Tagen etwa 800.000 Menschen ermordet wurden – die meisten davon Zivilisten und Angehörige der Tutsi. Trotz dieses unbeschreiblich schrecklichen Ereignisses hat sich Ruanda zu einer multikulturellen und friedlichen Nation gewandelt, die sich ihrer Geschichte stellt und das Gedenken wachhält.

Heute gilt Ruanda als fortschrittliches afrikanisches Land, in dem mehr Frauen in der Regierung sitzen als irgendwo sonst auf der Welt. Zudem ist es das sauberste Land Afrikas: Mit der landesweiten Initiative „Umuganda“ – einem nationalen Feiertag – räumen die Menschen am letzten Samstag jedes Monats gemeinsam ihre Umgebung auf.

Ein Ankole-Rind in Ruanda
Eine Frau beim Korbflechten in Ruanda
Eine traditionelle königliche Hütte in Ruanda
Ein moderner Schneider in Ruanda

Menschen & Kultur

In Ruanda gibt es drei ethnische Hauptgruppen: Hutu, Tutsi und Twa (Batwa). Die Hutu stellen mit etwa 84 % die Bevölkerungsmehrheit, gefolgt von den Tutsi mit 15 % und den Twa (Batwa) mit einem kleinen Anteil von 0,3 %. Ruanda blickt auf eine reiche Kulturgeschichte zurück. Orte wie Nyanza beherbergen den rekonstruierten, bienenkorbförmigen Königspalast und die verehrte königliche Herde der langhörnigen Ankole-Rinder, denen ihre Hüter der Tradition nach Lieder vorsingen. Im nahegelegenen Huye befindet sich zudem das Ethnografische Museum. Es bewahrt antike Artefakte und wichtige historische Zeugnisse, die die Verbindung der Ruander zu ihren Vorfahren und Traditionen lebendig halten – darunter auch Dokumentationen der Amasunzu-Frisuren, die früher dem Adel vorbehalten waren. Zu den weiteren kulturellen Besonderheiten Ruandas zählen das bereits erwähnte Umuganda, die unverwechselbare Architektur aus Kuhdung, die Imigongo-Malereien (die du vor allem im Dorf Nyakarambi nahe der tansanischen Grenze findest), der Intore-Tanz sowie eine Vielzahl wunderschöner Handwerkskunst. Nicht zuletzt ist die Hauptstadt Kigali ein Muss: Hier findest du ein weitläufiges Kulturdorf und das Kigali Genocide Memorial – ein Ort, der nachdenklich stimmt und tief bewegt.

Eine Gruppe ruandischer Frauen in traditioneller Kleidung
Eine Gruppe junger Fußballspieler in Ruanda
Eine ruandische Frau mit Kind
Eine Gruppe Schulkinder in Ruanda

Sprachen

Etwa 98 % der Bevölkerung sprechen die Bantusprache Kinyarwanda. Viele Menschen beherrschen jedoch auch Französisch, Englisch und Swahili. Hier sind ein paar nützliche Sätze für unterwegs:

Hallo! (informell) – Bite | Wie geht es dir? – Amakuru (Antwort: Ni meza)

Ich heiße… – Nitwa… | Danke – Murakoze

Auf Wiedersehen – Murabeho

Können Sie einen Polizisten rufen? – Urashobora guhamagara umupolisi?

Gibt es hier in der Nähe einen Arzt? – Hafi aho hari umuganga?

Spricht hier jemand Englisch? – Hano hari umuntu uvuga icyongereza?

Wie komme ich nach …? – Nigute nagera kuri …?

Danke für deine Hilfe, auf Wiedersehen – Urakoze kubufasha bwawe, muraho

Vielen Dank, auf Wiedersehen – Murakoze cyane, muraho

Ein Überblick

Ruanda liegt nur ein Stück südlich des Äquators und grenzt an Tansania, Burundi, die Demokratische Republik Kongo und Uganda. Das Land befindet sich mitten im Albertine Rift und gilt als eine der artenreichsten Regionen Afrikas. Die Landschaft ist extrem abwechslungsreich: Von den Tieflandebenen und Feuchtgebieten im Osten und Zentrum bis hin zu den sanften, grünen Hügeln, die sich von Nordwesten bis Südosten in bewaldete Bergketten verwandeln. Außerdem prägen große Seen, die zum System der Großen Seen gehören, das Bild. Etwas mehr als 10 % der Landesfläche stehen unter Schutz. Ruanda bietet ein hervorragend gepflegtes Netz an Nationalparks, Reservaten und Feuchtgebieten, die weltweit von Bedeutung sind, sowie Wälder, die eine tiefe kulturelle Verwurzelung haben.

Wälder und Hügel in Ruanda

Wälder und Berge

Rund 19 % von Ruanda sind von Bergwäldern bedeckt. Diese afro-montanen Ökosysteme umfassen weitläufige Tieflandwälder, Bergregenwälder und bewaldete Gebiete. Sie sind ein sicherer Rückzugsort für 97 Säugetierarten – das entspricht 40 % aller Säugetierarten des gesamten Kontinents. Hier leben seltene und faszinierende Tiere wie der Berggorilla, die L’Hoest-Meerkatze und das Riesenschuppentier.

Ein Schuhschnabel in einem Feuchtgebiet in Ruanda

Feuchtgebiete

Ruanda punktet mit einer beeindruckenden Anzahl an Feuchtgebieten, die für den Wasserhaushalt und die natürliche Filterung essenziell sind. In den letzten Jahren hat das Land viel unternommen, um diese wertvollen Ressourcen zu schützen. Ein echtes Vorzeigeprojekt ist der Nyandungu Eco-Tourism Park in Kigali: Durch gezielte Maßnahmen wurde das einst degradierte Feuchtgebiet wiederbelebt und bietet heute wieder 62 Pflanzenarten sowie über 100 Vogelarten ein Zuhause.

Impala-Antilopen im Akagera-Nationalpark, Ruanda

Savanne

Safari-Fans können im Akagera-Nationalpark die Big 5 sowie Zebras, Giraffen und viele weitere Tiere der Steppe entdecken. Als einzige geschützte Savannenregion Ruandas ist der Park das letzte Rückzugsgebiet für Arten, die an dieses Ökosystem angepasst sind.

Blick auf den Kivusee von Kibuye aus, Ruanda.

Seen

Ruanda beherbergt stolze 101 Süßwasserseen, die ein weitverzweigtes Netz aus 6.400 km Flüssen und Feuchtgebieten speisen. Der Kivusee, einer der Großen Afrikanischen Seen, ist ein beliebtes Reiseziel mit traumhaften Aussichten und jeder Menge Aktivitäten. Der Ihema-See, der zweitgrößte See des Landes, ist ein Highlight bei jedem Besuch im Akagera-Nationalpark.

Tierwelt und Safari

Ein Silberrücken-Berggorilla im Regenwald von Ruanda

Tierwelt

In Ruanda leben 151 Säugetierarten, darunter etwa 15 Primatenarten wie die Berggorillas im Volcanoes National Park. Die Gorillas aus nächster Nähe zu erleben, ist zweifellos eines der bewegendsten Abenteuer, die man sich wünschen kann. Die Tiere im Volcanoes National Park werden hoch geschätzt und streng geschützt, was zu stabilen und respektierten Populationen führt. Im Akagera National Park kannst du dich zudem auf die Suche nach den Big 5 machen. Dort triffst du außerdem auf Steppenbewohner wie Leierantilopen und Defassa-Wasserböcke sowie auf faszinierende Wasserbewohner wie Flusspferde und Krokodile.

Ein Gorilla-Baby in Ruanda
Zebras und Antilopen im Akagera National Park, Ruanda
Ruanda, Nyungwe Forest National Park, Affe
Ein Löwe im Akagera National Park, Ruanda

Flora

Ruanda bietet eine außergewöhnliche Artenvielfalt, die von Gräsern und prächtigen Bäumen über Regenwälder und Wiesen bis hin zu Buschland und verschiedenster Wasserflora reicht – insgesamt stolze 2.150 Pflanzenarten, wobei ständig neue entdeckt werden. Zu den besonderen Arten zählen Ficus thonningii, Verminia amygdalina und Dracaena afromontana sowie eine Vielzahl an Akazien und Orchideen.

Vogelwelt

Ruanda ist ein Paradies für Vogelliebhaber und beheimatet rund 700 Arten. Dazu gehören sowohl Vögel, die nur im Einzugsgebiet des Viktoriasees vorkommen, als auch gefährdete Arten wie der Grauersumpfsänger und der Schuhschnabel. Zu den besten Spots für Vogelbeobachtungen zählen der Nyungwe National Park und der Akagera National Park. Besonders sehenswert sind der Rotgesicht-Bartvogel, die Albertine-Eule, der Ruwenzori-Feinsänger und der Ruwenzori-Turako.

Ein Schreiseeadler im Akagera-Nationalpark, Ruanda
Ein Vogel im Volcanoes-Nationalpark, Ruanda
Nektarvogel in Ruanda, Nyungwe Forest Nationalpark
Ruanda, Nyungwe Forest Nationalpark, Vogel

Klima und beste Reisezeit

Ruanda hat ein subtropisches Hochlandklima mit zwei Regen- und zwei Trockenzeiten. Am besten reist du während der langen Trockenzeit von Juni bis September oder in der kürzeren Trockenzeit im Januar. In diesen Monaten erwarten dich angenehm milde Temperaturen und kaum Regen.

Die Regenzeiten sind heiß, schwül und bringen ordentlich Niederschlag mit sich. Die Natur erstrahlt zwar in sattem Grün, aber manche Gegenden sind dann schwieriger zu erreichen. Die lange Regenzeit von Februar bis Mai – bei den Locals als „Itumba“ bekannt – ist die niederschlagsreichste Zeit des Jahres. Du musst täglich mit allem rechnen, von leichten Schauern bis hin zu heftigen Regengüssen. Besonders rund um den Kivu-See und in der Bugarama-Ebene ist es dann sehr feucht und oft bewölkt. Die kurze Regenzeit von Oktober bis Dezember, genannt „Umuhindo“, ist etwas trockener, aber auch hier solltest du dich auf tägliche Niederschläge, hohe Luftfeuchtigkeit und einen bedeckten Himmel einstellen.

Die beste Reisezeit

  • Am besten
  • Gut
  • Akzeptabel
  • Januar

  • Februar

  • März

  • April

  • Mai

  • Juni

  • Juli

  • August

  • September

  • Oktober

  • November

  • Dezember

Top-Attraktionen

Kaffernbüffel im Akagera-Nationalpark in Ruanda

Akagera-Nationalpark

Wenn du an Ruanda denkst, hast du vielleicht nicht sofort eine Big-5-Safari im Kopf. Aber wir haben gute Nachrichten für dich! Dank intensiver Schutzmaßnahmen und der Wiederansiedlung von Spitz- und Breitmaulnashörnern sowie Löwen ist dieser wunderschöne Park der perfekte Ort für dein Safari-Abenteuer. Auf über 1.000 Quadratkilometern bietet der Park eine enorme Vielfalt: vom Lake Ihema – dem größten geschützten Feuchtgebiet Zentralafrikas – bis hin zu weiten Savannen und sanften, grünen Hügeln.

Ruanda, Nyungwe Forest National Park

Nyungwe Forest National Park

Dieser 1.000 Quadratkilometer große Regenwald ist ein wahres Paradies für Primaten, Vögel und eine Vielzahl weiterer Säugetiere, Amphibien und Reptilien. Der Park zählt zu den ältesten Regenwäldern Afrikas und ist vor allem für seine Schimpansen-Trekkings sowie die hier einheimischen L’Hoest-Affen bekannt. Du kannst die Gegend bei Wanderungen erkunden oder auf einer Hängebrücke hoch über den Baumwipfeln bei einem Canopy Walk die Perspektive wechseln.

Gorilla im Volcanoes-Nationalpark

Volcanoes-Nationalpark

Dieser außergewöhnliche Nationalpark erstreckt sich über eine dramatische Bergkette und ist das Zuhause eines der kostbarsten Tiere der Welt: des Berggorillas. Benannt nach dem Virunga-Massiv, einer Kette ruhender Vulkane, die aus dem üppigen Boden ragen, beherbergt der Park zudem 200 bunte Vogelarten, Goldmeerkatzen und viele weitere faszinierende Tiere. Ein echter Geheimtipp ist der Buhanga Eco Park, der einst als heiliger Krönungsort der ruandischen Könige diente. Ebenfalls sehenswert sind die Musanze-Höhlen, die vor rund 62 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch entstanden sind.

Ein Schimpanse im Gishwati-Mukura-Nationalpark, Ruanda

Gishwati-Mukura-Nationalpark

Dieser Park besteht aus den beiden Wäldern Gishwati und Mukura und liegt auf einem Bergrücken, der die Einzugsgebiete von Kongo und Nil trennt. Das Gebiet ist Lebensraum für eine kleine Gruppe von Schimpansen, Goldmeerkatzen, Blauaffen und L’Hoest-Meerkatzen. Du kannst die Gegend bei Wanderungen, auf Schimpansen-Tracking-Touren, bei Wasserfall-Ausflügen oder beim Birdwatching erkunden. Außerdem lohnt sich ein Besuch in den umliegenden Dörfern, um hautnah in die lokalen Bräuche einzutauchen – von Touren durch Teeplantagen bis hin zur Imkerei und dem Wissen über traditionelle Heilpflanzen.

Kiwusee in Ruanda

Kiwusee

Dieser riesige See erstreckt sich über eine Fläche von 2.700 km² und liegt inmitten des afrikanischen Grabenbruchs, umgeben von üppigen Bergen. Als Teil der Großen Afrikanischen Seen ist der Kiwusee ein absolutes Must-See. Er lockt mit Sandstränden und zahlreichen einsamen Inseln, die aus dem klaren Süßwasser ragen. Der See ist zudem ein Paradies für Vogelbeobachtungen – halte Ausschau nach Graupapageien, Kronenadlern, Bronzenektarvögeln, Riedscharben und vielen mehr. Du kannst an den traumhaften Stränden entspannen oder dich bei Aktivitäten wie Stand-up-Paddling, Wandern oder Radfahren auspowern.

Nahaufnahme einer Hand mit roten Kaffeekirschen in Ruanda

Kaffeeplantagen

Über ganz Ruanda verteilt findest du zahlreiche Kaffeebauern, die sich in Kooperativen und an Waschstationen organisiert haben. Besonders rund um den Kiwusee bei Gisenyi gibt es tolle Ecken zu entdecken. Ein lohnenswerter Stopp ist die Kinunu Waschstation nahe dem Ufer des Kiwusees. Sie ist perfekt für einen Tagesausflug mit dem Fahrrad oder Boot und lässt sich wunderbar mit einer Wanderung oder Radtour entlang des Congo Nile Trails verbinden. Ingoboka liegt zwischen Gisenyi und Karongi – du kannst vom Festland aus mit dem Paddelboot hinüberfahren und ihren berühmten Arabica-Kaffee probieren. Auch KZ Noir bezieht Kaffee von lokalen Bauern und liegt direkt am Nordufer des Kiwusees. Viele Unterkünfte organisieren spezielle Touren für ihre Gäste. Gib uns einfach bei deiner Buchung Bescheid, damit wir das direkt in dein Ruanda-Abenteuer einplanen können.

Eine Frau spaziert durch eine Teeplantage in Ruanda

Teeplantagen

Ein absolutes Muss für alle Teeliebhaber sind die Teeplantagen in der traumhaften Landschaft rund um den Nyungwe National Park. Ganz vorne mit dabei ist Gisovu Tea, direkt am Rande des uralten Waldes. Das Anwesen bietet Tagestouren an, bei denen du an einer Verkostung teilnehmen oder mit dem Mountainbike über das Gelände fahren kannst. Auch ein Besuch bei Gisakura Tea lohnt sich – die Plantage liegt am westlichen Rand des Nyungwe Forest National Park. Hier kannst du das wunderschöne Gelände erkunden und einige der besten Teesorten der Welt probieren.

Unterkünfte

Hier sind ein paar unserer liebsten Unterkünfte in Ruanda…

Gut zu wissen

Visa & Reisepass

Für die Einreise nach Ruanda benötigst du einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und über eine freie Seite für Visa-Stempel verfügt. Du kannst dein Visum bei der Ankunft beantragen – alle Infos zum Ablauf findest du hier. Falls du während deiner Reise auch Kenia und Uganda besuchen möchtest, gibt es ein praktisches Kombi-Visum. Für Mitglieder des Commonwealth, der Afrikanischen Union und der Frankophonie sind 30-Tage-Touristenvisa bei der Ankunft sogar kostenlos. Die genauen Visabestimmungen kannst du auf der Website der ruandischen Botschaft nachlesen.

Zeitzone

Ruanda liegt in der Central African Time (CAT), was GMT+2 entspricht.

Trinkgeld

Trinkgeld ist in Ruanda kein Muss, aber eine schöne Geste, um guten Service wertzuschätzen – besonders bei den spezialisierten Trackern, die dich zu den Gorillas führen. Als Faustregel gelten etwa 10 %, aber das liegt ganz bei dir. Bei Gorilla-Trackern oder dem Personal in der Lodge kannst du sowohl in lokaler Währung als auch in Euro, US-Dollar oder Britischen Pfund zahlen. In ländlicheren Gegenden ist die lokale Währung jedoch die bessere Wahl. Wenn du in einer Gruppe reist, könnt ihr die Trinkgelder sammeln und gemeinsam übergeben, damit sie fair unter dem Personal aufgeteilt werden können. Am besten machst du das zum Ende deines Aufenthalts.

Mobilfunk & Kommunikation

Die Vorwahl für Ruanda ist +250. Eine SIM-Karte bekommst du problemlos vor Ort; der größte Anbieter ist MTN, gefolgt von Tigo. Das Land ist gut abgedeckt, in den meisten Städten hast du sogar 4G-Empfang.

Eine Frau verkauft Obst auf dem Markt in Huye, Ruanda.

Währung

Die Währung in Ruanda ist der Ruanda-Franc (RWF). 100 Centimes entsprechen dabei einem Franc.

Geldwechsel

Fremdwährungen wie Euro, Britische Pfund oder US-Dollar kannst du an Flughäfen, in Wechselstuben oder bei Banken in größeren Städten wie Kigali problemlos umtauschen.

Bargeld und Karte

In Kigali kannst du in den meisten Etablissements mit Karte zahlen – dort findest du auch die meisten Geldautomaten. In ländlichen Regionen ist Bargeld jedoch oft das einzige Zahlungsmittel. Hab also immer genug dabei und leg dir am besten einen kleinen Notgroschen zur Seite.

Stecker

In Ruanda sind meist runde Stecker im Einsatz. Am häufigsten triffst du auf Typ C (rund, 2-polig) und Typ J (rund, 3-polig, eng beieinander).

Wasser

Vom Leitungswasser solltest du in Ruanda lieber die Finger lassen. Greif stattdessen zu abgefülltem Wasser – das solltest du zur Sicherheit auch zum Zähneputzen verwenden. Fruchtsäfte und andere Getränke in Flaschen oder Dosen sind ebenfalls eine sichere Wahl.

Eine Straße, die sich durch einen Wald in Ruanda schlängelt

Unterwegs in Ruanda

Mit dem Auto unterwegs

In Städten wie Kigali gibt es tolle Alternativen zu Uber, wie zum Beispiel SafeMotos oder Yego Moto. Wenn du selbst fahren möchtest, brauchst du deinen nationalen Führerschein sowie einen internationalen Führerschein. Ruanda gilt als das zweitsicherste Land Afrikas und ist wie gemacht für einen Roadtrip auf eigene Faust. Mietwagen bekommst du bei zahlreichen Anbietern direkt in Kigali – von lokalen Services bis hin zu internationalen Marken wie Europcar ist alles dabei.

Selbst fahren

Ruanda hat eines der am besten ausgebauten Straßennetze der Region. Da jedoch nur etwa 20 % der Straßen asphaltiert sind, können die Wege in entlegenere Gebiete oder Nationalparks in der Regenzeit matschig werden – hier ist ein 4x4-Fahrzeug oft die bessere Wahl. Grundsätzlich kommst du in den meisten Teilen des Landes auch ohne Allrad durch, aber klär das am besten vorher mit uns ab. In Kigali ist das Straßennetz gut, und die Ruander sind für ihre entspannte Art am Steuer bekannt. Es herrscht Rechtsverkehr und die Tempolimits werden ernst genommen – in ländlichen Gegenden liegt das Limit meist bei 60 km/h. Sei aufmerksam, da auf den Straßen oft Menschen und Tiere unterwegs sind. Von Alleinfahrten oder Touren ohne lokalen Guide nahe der Grenze zum Kongo ist aufgrund der dortigen Unruhen abzuraten. Die Promillegrenze liegt bei 0,08 %, also lass das Bier lieber stehen, wenn du noch fahren musst. Ein privates Fahrzeug mit Fahrer lässt sich ganz einfach über deine Unterkunft, einen Mietwagenservice oder Rent a Driver Rwanda organisieren – das kostet meist etwa 50 USD pro Tag.

Anreise per Flug

RwandAir fliegt Ruanda direkt aus dem Ausland an. Die Maschinen landen fast immer am Kigali International Airport (KGL), der direkt vor den Toren der Hauptstadt liegt. Auf diesen Flügen darfst du 10 kg Handgepäck mitnehmen (bei Flügen ab Johannesburg sind es 7 kg). In der Economy und Premium Economy sind 2 Gepäckstücke à 23 kg erlaubt, in der Business Class sogar 3 Gepäckstücke à 23 kg. Interne Charterflüge lassen sich über Akagera Aviation buchen, und viele Lodges organisieren Transfers für ihre Gäste.

Fledermäuse über dem Kivu-See

Im Notfall

Kigali verfügt über gute Krankenhäuser, wie das King Faisal Hospital. In extremen Fällen kann jedoch eine medizinische Evakuierung per Flug nach Kenia oder Südafrika nötig werden. In Ruanda ist eine Krankenversicherung gesetzlich vorgeschrieben – kümmere dich also rechtzeitig vor Reiseantritt darum. Für Notfälle in abgelegenen Gebieten bietet Akagera Aviation Charterflüge an. Informiere dich am besten vorab über deren Website. Ruanda gilt als sicher für Reisende, auch wenn es vereinzelt zu Kleinkriminalität kommen kann. Speichere dir am besten diese Notfallnummern auf deinem Handy:

Notfallnummern:

112: Notruf und Krankenwagen
113: Verkehrsunfälle
111: Feuerwehr
3511: Fehlverhalten durch Polizeibeamte
3512: Hotline bei geschlechtsspezifischer Gewalt

Medikamente

Malaria kommt in Ruanda ganzjährig vor. Sprich etwa einen Monat vor deiner Reise mit deinem Arzt über eine Prophylaxe. Falls du spezielle Medikamente oder Rezepte benötigst, bring diese unbedingt von zuhause mit. Die meisten Lodges und Camps haben ein Erste-Hilfe-Set vor Ort. Da es im Dezember 2021 in der an Ruanda und Uganda grenzenden Region Nord-Kivu im Kongo einen Ebola-Ausbruch gab, solltest du dich zur Sicherheit mit den Symptomen auf der Website der Weltgesundheitsorganisation vertraut machen.

Impfungen

Wenn du durch ein Land mit Gelbfieberrisiko gereist bist, ist eine Impfung erforderlich. Prüfe dazu die Liste der relevanten Länder auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation. Beim Gorilla-Trekking kann ein Covid-Test verlangt werden; bei Krankheit darfst du unter Umständen nicht am Trekking teilnehmen. Das dient dem Schutz der Gorillas, die extrem anfällig für menschliche Krankheiten wie Covid, Ebola oder andere Viren sind.

Schuhe aus Bananenblättern, Nyanza, Ruanda

Das gehört ins Gepäck

Ruanda ist für seine traumhaften Bergwälder bekannt. Dass die Landschaft so sattgrün leuchtet, liegt am Regen, der hier das ganze Jahr über fällt. Pack also unbedingt eine Regenjacke ein. Wenn du ein Gorilla-Trekking planst, sind wasserfeste Kleidung und feste Wanderschuhe ein absolutes Muss. In den Sommermonaten kann es in Ruanda ziemlich heiß und schwül werden – luftige Kleidung aus leichten Stoffen ist dann dein bester Freund. Für Safaris eignen sich neutrale Farben am besten, beim Gorilla-Trekking solltest du eher auf dunkle, gedeckte Töne setzen. Und vergiss nicht: Kopfbedeckung, Sonnencreme und Badesachen für entspannte Tage.

Ein Gorilla-Baby im Volcanoes National Park, Ruanda
Menschen in Einbäumen auf dem Kivu-See, Ruanda
Eine Giraffe im Akagera-Nationalpark, Ruanda
  • Vermeide im Akagera-Nationalpark blaue Kleidung, da diese Farbe Tsetsefliegen anzieht. Auch wenn Ruanda bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit große Fortschritte gemacht hat, sind die Stiche der Fliegen extrem lästig – sicher ist sicher. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

  • Plastiktüten sind in Ruanda seit 2008 verboten. Du wirst im ganzen Land keine finden, also lass sie am besten direkt zuhause.

  • In der ruandischen Kultur gilt es als unhöflich, in der Öffentlichkeit zu essen. Genieß deine Mahlzeiten daher lieber ganz entspannt in Restaurants oder in deinem Hotelzimmer.

Von Gorillas über Berge und große Seen bis hin zu Safari-Abenteuern – Ruanda ist ein Reiseziel, das du so schnell nicht vergisst. Lust, noch mehr von diesem wunderbaren Land zu entdecken? Schau bei Viatu vorbei und plane dein nächstes nachhaltiges Abenteuer in Ruanda.