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West-Etosha: Entdecke den Geheimtipp im Etosha-Nationalpark

Daryll Williams
von Daryll Williams
Veröffentlicht am 5. Juli 2021
4 Minuten Lesezeit

Der Etosha-Nationalpark ist Namibias Top-Adresse für Tierbeobachtungen und zählt zweifellos zu den besten Safari-Zielen Afrikas. Auf rund 22.270 km² im Norden des Landes erstreckt sich ein Gebiet, das trotz seiner kargen Erscheinung für seine enorme Artenvielfalt bei Tieren und Vögeln bekannt ist. Das offene Gelände und die spärliche Vegetation sind ideal, um Wildtiere aufzuspüren – besonders wenn sie sich in den Wintermonaten von Juni bis August an den Wasserlöchern versammeln.

Der Westen des Parks hat jedoch seinen ganz eigenen Charakter und Reiz, gepaart mit den so wichtigen (und oft seltenen) Begegnungen mit der Tierwelt. Die einzigen Unterkünfte hier sind das luxuriöse NWR-Öko-Camp „Dolomite Camp“ und der eingezäunte Campingplatz „Olifantsrus“, die 2010 bzw. 2014 eröffnet wurden. Dieser Teil des Parks war zudem bis 2014 für Selbstfahrer gesperrt. Erst seit Kurzem kann man über das Galton Gate ein- und ausfahren, um die Landschaft und die über 15 Wasserlöcher der Region zu erkunden. Das bedeutet für dich: deutlich weniger Verkehr und jede Menge Ruhe.

Was dich im Westen von Etosha erwartet

West-Etosha bietet eine ganz andere Kulisse und Vegetation als der Osten oder das Zentrum – am auffälligsten ist, dass die Landschaft hier nicht so flach ist und der Boden eine dunklere, fast kohleartige Farbe hat. Es gibt Hügel wie die Bergrücken rund um das Dolomite Camp, die dem Ort seinen Namen gaben. Die Gegend ist bewaldeter und es gibt weniger Mopane-Bäume. Auch Elefanten ziehen gerne durch die Wälder und Savannen. Und obwohl die Region weniger als Magnet für Raubtiere bekannt ist, lassen sich Löwen hier definitiv blicken.

Ein dort ansässiges Rudel ist als „Rateldraf-Rudel“ bekannt – benannt nach einem lokalen Wasserloch. Außerdem triffst du hier auf seltenere Arten wie das Hartmann-Bergzebra, die Schwarzgesicht-Impala und die Braune Hyäne. Auch für Botaniker ist die Gegend besonders spannend, da nach den Regenfällen viele ungewöhnliche Pflanzenarten aus dem Boden sprießen.

Die beste Reisezeit für diesen Teil des Parks

Kurz gesagt: Die beste Zeit für West-Etosha ist die Trockenzeit von Juni bis Oktober. Wie in vielen anderen Teilen des südlichen Afrikas gibt es in Namibia zwei Jahreszeiten: die Regenzeit (oder „grüne Saison“) von November bis Mai und die Trockenzeit von Juni bis Oktober.

Während der Regenzeit ist das Gras hoch und saftig, die Vegetation dicht und buschig. Da es im Busch überall Wasser gibt, verteilen sich die Tiere weitläufig und versammeln sich nicht so stark an den Wasserlöchern. Wenn du in dieser Zeit auf eigene Faust mit dem Auto unterwegs bist, können die Wege matschig sein, was das Vorankommen deutlich verlangsamt.

Im Vergleich dazu sorgt die Trockenzeit für eine höhere Dichte an Wildtieren, da sie sich an den verbliebenen Wasserlöchern sammeln. Bei den steigenden Temperaturen von August bis Oktober entfernen sich die Tiere kaum von den Wasserstellen. Wenn du etwas Geduld mitbringst, kannst du hier spektakuläre Szenen erleben. Es ist keine Seltenheit, Impalas, Springböcke, Zebras, Strauße, Giraffen und Nashörner gleichzeitig trinken zu sehen – und mit etwas Glück beobachtet ein Gepard oder ein Löwenrudel das Geschehen aus der Nähe und wartet nur auf den richtigen Moment.

Welche Wasserlöcher lohnen sich?

Wenn du gerne fotografierst, gibt es im westlichen Etosha etwa 15 Wasserlöcher. Davon ist ungefähr die Hälfte einen Besuch wert, da die anderen entweder ausgetrocknet oder geschlossen sind. Unsere Favoriten sind Dolomietpunt (bekannt für tolle Sichtungen), Klippan, Rateldraf, Okawao, Renostervlei, Olifantsrus und Tobiroen. Schreib sie dir am besten direkt auf deine Liste.

Insider-Tipps

  • Dieser Teil des Etosha-Nationalparks liegt näher an der rauen Schönheit der Skeleton Coast und der Wildnis des Damaralandes. Vom Galton Gate im Westen aus kannst du über eine alternative Route nach Swakopmund fahren. Die Strecke führt über Asphalt, aber es gibt auch längere Abschnitte mit Schotter, für die du einen 4x4 brauchst.

  • Unterschätze die Entfernungen nicht: Bis zum Dolomite Camp sind es stolze 180 km von Okaukuejo aus. Den gesamten Park an einem Tag von Ost nach West zu durchqueren – unter Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung und mit Zeit für Tierbeobachtungen – ist extrem anstrengend und nicht zu empfehlen.

  • Behalte deine Tankanzeige im Auge. Meistens musst du den Park verlassen, um in Kamanjab zu tanken. Eine Tankstelle gibt es zudem in Okaukuejo.

  • Wenn du im Dolomite Camp übernachtest: Es gibt dort keine Selbstversorger-Optionen, du bist also auf das Restaurant angewiesen.

Namibia ist das ultimative Ziel, wenn du absolute Abgeschiedenheit suchst. Die weiten, offenen Landschaften und die faszinierende Tierwelt, die sich perfekt an diese raue Umgebung angepasst hat, sind einfach beeindruckend – und der Westen des Etosha-Nationalparks bildet da keine Ausnahme. Nutze die Chance, diesen Geheimtipp zu erkunden und lass dich von der Wildnis Namibias in ihren Bann ziehen.