Namibias Landschaften allein lassen dein Herz höherschlagen. Die kontrastreiche Kulisse bietet den perfekten Rahmen für Abenteuer: von adrenalingeladenen Safaris, bei denen du die Big 5 aufspürst, bis hin zum Erklimmen der höchsten Dünen der Welt. Hier erfährst du alles, was du für deine Reise nach Namibia wissen musst.
Namibia im Überblick
Bevölkerung
Bei nur 2,5 Millionen Einwohnern auf einer riesigen Fläche hast du in Namibia oft das Gefühl, das Land ganz für dich allein zu haben.
Geschichte
Namibia war einst deutsche Kolonie und stand nach dem Ersten Weltkrieg unter südafrikanischer Verwaltung, bevor es 1990 unabhängig wurde. In Windhoek, Lüderitz und Swakopmund stößt du noch heute auf die markante Architektur aus der Kolonialzeit. Es gibt sogar zwei jährliche Events, die deutsche Kultur und Traditionen feiern: das Oktoberfest und den Windhoeker Karneval.
Kulturen
In Namibia leben über 10 ethnische Gruppen, die mehr als 20 indigene Sprachen sprechen. Zu den größten Gruppen zählen die Ovambo, Herero, Nama, Damara, Khoisan, Caprivianer, Kavango, Coloureds sowie die deutsch- und afrikaanssprachige Bevölkerung. Die Khoisan, auch als „Buschleute“ bekannt, sind die älteste Gruppe und waren die Ureinwohner des südlichen Afrikas, lange bevor andere Völker sich hier niederließen. Eine weitere faszinierende Gruppe sind die Ovahimba: ein Nomadenvolk im Nordwesten nahe der Epupa-Fälle, das bis heute weitgehend an den alten Traditionen und der Lebensweise seiner Vorfahren festhält.


Unterwegs in Namibia
Dank der hervorragenden Straßenverhältnisse lässt sich das Land wunderbar auf eigene Faust erkunden – perfekt für einen Roadtrip zu allen Highlights. Hier ist ein kurzer Überblick von Süden nach Norden.
Der Süden Namibias besticht durch endlose Weite, windgepeitschte Geisterstädte, uralte Felsformationen und eine friedliche Atmosphäre, die einfach gut tut. Auch wenn es die trockenste Region ist, sind der Fish River Canyon und die rissigen Lehmböden von Sossusvlei ein magischer Anblick. Die Ziele liegen zwar weit auseinander, aber lass dich davon nicht abschrecken. Besuche den Köcherbaumwald 14 km nordöstlich von Keetmanshoop, dem wichtigsten Ort im Süden, oder wage dich beim Rafting auf den Orange River, der die natürliche Grenze zu Südafrika bildet.
Namibias zentrales Hochland ist die Heimat der Hauptstadt Windhoek in der Khomas-Region. Die Stadt erstreckt sich zwischen kleinen Bergen und Hügeln, die sich in den Sommermonaten in ein sattes Grün verwandeln. Windhoek ist für die meisten Reisenden der Startpunkt. Rund um die Hauptstadt dominieren vor allem Rinder- und Wildfarmen das Bild.
Im Osten erstreckt sich die Kalahari, während im Westen entlang der Küste die Namib-Wüste liegt. Die berühmte Skeleton Coast beginnt ein Stück nördlich von Henties Bay, der letzten größeren Siedlung vor dem Parkeingang.
Der Norden Namibias ist etwas niederschlagsreicher und nach dem Zentrum am dichtesten besiedelt, besonders rund um Oshikati, Ondangwa und Ongwediva. Während es im Nordwesten nahe der Epupa-Fälle noch recht trocken ist, wirkt die Zambezi-Region im äußersten Osten mit ihrer wilden, wasserreichen Natur fast wie Zentralafrika.

Ruacana Falls
Wasserfälle
Ruacana Falls: Einer der größten Wasserfälle Afrikas. Er stürzt 120 Meter in die Tiefe und liegt in der Kunene-Region.
Epupa Falls: Umgeben von Feigenbäumen, Baobabs und Makalani-Palmen. Die Fälle sind 60 Meter hoch und ebenfalls in der Kunene-Region zu finden.
Popa Falls: Mit einer Höhe von 4,5 Metern sind sie zwar kleiner, aber der Popa Falls Game Park in der Kavango-Region ist ein toller Ort, um Büffel – einen der Big 5 – zu entdecken.
Wüsten
Namib-Wüste: Die Namib gilt als „lebendige Wüste“ und bietet Lebensraum für unzählige Tiere. Halte Ausschau nach der berühmten Dünenschnäpper-Lerche, aber auch Oryx-Antilopen, Schakale, Chamäleons und Schlangen sind hier zuhause.
Kalahari-Wüste: Vielleicht nicht ganz so bekannt wie die Namib und weniger karg, als man denkt. Die Kalahari beeindruckt mit ihren roten Dünen und Bewohnern wie den Löwen mit ihrer markanten schwarzen Mähne.
Wildlife und Safari




Tierwelt
Namibia ist ein wahres Paradies für Tierbeobachtungen und beheimatet alle Vertreter der „Big 5“. Da wären zum einen die sanften Riesen, die Elefanten – von denen gibt es hier jede Menge, besonders im Damaraland und im Etosha-Nationalpark. Auch das Spitz- und Breitmaulnashorn ist hier zuhause, wobei beide Arten durch Wilderei bedroht sind. Namibia beherbergt die weltweit größte Population an Spitzmaulnashörnern – ein echter Erfolg für die Naturschutz- und Anti-Wilderei-Programme des Landes. Der Löwe ist der König der Wildnis, oder sollte man sagen: der König der Etosha-Pfanne? Du kannst sie im Etosha-Nationalpark aufspüren oder, mit einer ordentlichen Portion Glück, sogar frei entlang der Skeleton Coast beobachten.
Ein weiterer großer Jäger ist der Leopard. Bei den namibischen Farmern ist er nicht gerade beliebt, da er immer wieder Vieh reißt. Deshalb gibt es landesweit viele Projekte, die versuchen, diesen Konflikt zu entschärfen. Am besten triffst du diese faszinierenden Katzen in einer Auffangstation wie Okonjima oder bei AfriCat.
Zu guter Letzt gibt es noch den Afrikanischen Büffel. Er fühlt sich vor allem in den wasserreichen Regionen Namibias wohl, wie etwa in der Zambezi-Region, wo es regelmäßig regnet.
Neben den Big 5 gibt es in Namibia noch unzählige weitere Tiere, die einen Blick wert sind: Kudu, Oryx, Zebra, Giraffe, Springbock, Hyäne und Schakal.
Pflanzenwelt
Namibia beheimatet über 4.000 Pflanzenarten. Die wohl bekannteste unter ihnen ist die uralte Welwitschia in der Namib-Wüste, die zwischen 1.000 und 1.500 Jahre alt werden kann.
Vogelwelt
Für Vogelfans ist Namibia ein absoluter Traum. Über 600 Arten sind hier heimisch, allein 380 davon kannst du im Etosha-Nationalpark entdecken. Dazu gehören echte Highlights wie die Dünenschnäpper, der Monteiro-Toko oder der Herero-Schwätzer.




Klima und beste Reisezeit
Dank der geringen Niederschläge und fast ununterbrochenem Sonnenschein ist Namibia das ganze Jahr über ein fantastisches Reiseziel.
Beste Reisezeit
- Am besten
- Gut
- Akzeptabel
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Mai bis Oktober
Für alle, die aus dem kalten Norden kommen, fühlt sich der namibische Winter wie eine wohltuende Auszeit an. Diese Zeit gilt als Hauptsaison und ist ideal für eine Reise, allerdings auch die kostspieligste. Die Tiere versammeln sich in dieser Phase an Flüssen und Wasserlöchern, was sie leichter auffindbar macht – perfekt für einen Besuch im Etosha-Nationalpark. Nachts und morgens wird es allerdings empfindlich kühl. Pack für die frühen Game Drives im Juni, Juli und August unbedingt warme Kleidung ein.
November bis April
In diesen wärmeren Monaten ist in Namibia Nebensaison, was bedeutet: deutlich weniger Trubel. Die Regenzeit fällt meist in den März und April. Dabei handelt es sich oft nur um kurze Schauer am Nachmittag, die deine Pläne kaum beeinträchtigen. Wer Vögel beobachten will, ist jetzt genau richtig. Im Etosha-Nationalpark sind die Tiere allerdings schwerer zu entdecken, da sie durch das reichlichere Wasser nicht mehr auf wenige Wasserlöcher angewiesen sind. Im Dezember und Januar kann es vor allem in den Wüstenregionen extrem heiß werden. Der Vorteil: Die Preise sind deutlich niedriger und es gibt viele Angebote, die Namibia auch in dieser Zeit attraktiv machen.
Top-Attraktionen

Sossusvlei
Ein Besuch im Sossusvlei ist ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst. Wenn du später von deiner Namibia-Reise erzählst, wirst du dich lebhaft daran erinnern, wie du die Dune 45 erklommen hast, wie die skelettartigen Kameldornbäume im Deadvlei in der Sonne standen und wie tief der Sesriem Canyon ist, der vor langer Zeit vom Tsauchab geformt wurde – einem Fluss, der heute nur noch selten Wasser führt. Mehr dazu liest du hier.

Etosha-Nationalpark
Hier kannst du fast alle namibischen Wildtierarten in freier Wildbahn beobachten. Freu dich darauf, vier der „Big Five“ zu entdecken (den afrikanischen Büffel gibt es im Etosha nicht), dazu kommen Geparden, Antilopen, Hyänen und viele mehr. Ein einziger Tag an einem Wasserloch reicht, um den Überblick zu verlieren, so viele Tiere wirst du sehen.
Tipp: Tank voll, bevor du in den Park fährst – auf die Tankstellen im Park ist leider nicht immer Verlass.

Swakopmund
Swakopmund wird dein Herz im Sturm erobern. Die Stadt vibriert vor Live-Musik, entspannten Sessions und Sundownern, während die Sonne langsam im Ozean versinkt. Spür den deutschen Einfluss der Stadt bei einem lokalen Bier im „Brewer & Butcher“ direkt am Meer oder gönn dir eine deftige Eisbein-Portion im beliebten Brauhaus.

Skeleton Coast National Park
Wenn du etwas mehr Zeit hast, lohnt sich ein Trip von Swakopmund Richtung Norden zum Skeleton Coast National Park. Er ist berühmt für die zahlreichen Schiffswracks, die hier an den Stränden gestrandet sind, und für seine Robbenkolonie.

Geisterstadt Kolmanskop
Reise zurück in eine Zeit, als Diamantensuche so einfach war wie ein Spaziergang am Strand. Während des Diamantenrauschs im Süden Namibias entstand nahe Lüderitz fast über Nacht die kleine, aber wohlhabende Siedlung Kolmanskop. Als der Boom vorbei war, wurde der Ort verlassen und die Wüste holte sich ihr Land zurück. Spaziere durch die malerischen Häuser, die halb im Sand versunken sind, und schieße ein paar absolut Instagram-würdige Fotos.

Damaraland
Das Damaraland ist eine absolut besondere Region in Namibia. Hier leben die letzten freilebenden Spitzmaulnashörner sowie an das Wüstenklima angepasste Elefanten. Die Gegend ist sehr karg und weitläufig, Siedlungen sind hier eher selten. Wir empfehlen dir, diese Region mit einem erfahrenen Touranbieter zu erkunden, anstatt dich selbst ans Steuer zu setzen. Der Handyempfang ist oft Glückssache, und da es kaum Orte gibt, verfährt man sich hier schnell. Du willst definitiv nicht ohne Sprit und Wasser im Damaraland feststecken und darauf hoffen, dass dich jemand findet.

Waterberg
Das Waterberg Plateau Nature Reserve liegt zentral, nur wenige Autostunden nördlich von Windhoek. Der 50 km lange Tafelberg ragt 200 Meter in die Höhe und bietet mit seinem fast flachen Gipfel den idealen Rückzugsort für bedrohte Tierarten. Für namibische Verhältnisse ist die Vegetation hier erstaunlich üppig – eine Wanderung um den Berg gehört bei einem Besuch einfach dazu.
Unterkünfte
Namibia ist ein beliebtes Reiseziel – das bedeutet, du findest im ganzen Land eine riesige Auswahl an Unterkünften für fast jedes Budget. Egal ob einfach und rustikal oder luxuriös und verwöhnend: Hier findest du garantiert genau das Richtige für eine unvergessliche Zeit. Damit du direkt loslegen kannst, haben wir hier drei unserer Favoriten für dich zusammengestellt.
Ein paar unserer liebsten Hotels und Lodges

Onguma The Fort
Das Onguma The Fort liegt in einem privaten Wildreservat direkt am Etosha-Nationalpark. Mit seinen rauen Mauern, Steinelementen und dem markanten Turm bietet es zweifellos die schönsten Sonnenuntergänge in ganz Namibia.

Mowani Mountain Camp
Das Mowani Mountain Camp liegt versteckt im Damaraland zwischen riesigen Felsblöcken. Die Zimmer sind von der Natur inspiriert und fügen sich perfekt in die Umgebung ein.

Nambwa Tented Lodge
Versteckt in der wilden Sambesi-Region, inmitten einheimischer Bäume, liegt dieses luxuriöse Tented Camp. Ein besonderer Ort für Safaris, der mit einer unglaublichen Artenvielfalt begeistert.
Gut zu wissen
Visum
Die meisten Europäer brauchen für die Einreise nach Namibia kein Visum. Aber check das sicherheitshalber nochmal hier, bevor du in den Flieger steigst.
Sicherheit unterwegs
Bleib aufmerksam und achte auf deine Umgebung. Namibia ist zwar ein sicheres Reiseland, aber Überfälle können trotzdem vorkommen. Mit diesen Sicherheitstipps bist du auf der sicheren Seite:
Lass Wertsachen wie deine Kamera nicht offen liegen.
Lass niemals etwas Wertvolles auf den Sitzen im Auto liegen.
Meide einsame Gegenden, besonders nach Einbruch der Dunkelheit.
Trage keine großen Bargeldbeträge bei dir.
Wenn du dich irgendwo unwohl fühlst: Hör auf dein Bauchgefühl und verschwinde.

Mobilfunk und Kommunikation
Der gängigste Mobilfunkanbieter ist MTC. Einen MTC-Store findest du direkt am Hosea Kutako International Airport, aber auch im ganzen Land gibt es zahlreiche Verkaufsstellen. Eine SIM-Karte kostet etwa 0,40 € (7 N$). Am besten fährst du mit einem der Wochenpakete, um immer genug Datenvolumen zu haben. Für 3 € (50 N$) bekommst du 1 GB Daten plus 100 Freiminuten.
Impfungen
Eine Gelbfieberimpfung ist für Namibia nur dann Pflicht, wenn du zuvor in Gebieten Afrikas warst, in denen die Krankheit verbreitet ist. Malaria kommt vor allem im Norden und Osten Namibias vor, besonders während der Regenzeit. Schütze dich mit Mückenspray und langer Kleidung vor Stichen.
Währung
Bezahlt wird mit dem Namibia-Dollar. Der Südafrikanische Rand ist ebenfalls überall akzeptiert und hat den gleichen Wert.
Geldwechsel
Am Hosea Kutako International Airport gibt es eine Wechselstube, weitere findest du in Windhoek und Swakopmund. Du kannst dein Geld auch problemlos bei namibischen Banken tauschen.

Bargeld und Karte
Wenn du die abgelegenen Ecken Namibias erkunden willst, solltest du immer etwas Bargeld dabei haben. In den meisten Shops und Lodges kannst du zwar mit Karte zahlen, aber du wirst überrascht sein, wie viele Betriebe das nicht anbieten. Frag an Tankstellen – besonders in kleinen Orten – immer erst nach, ob Kartenzahlung möglich ist, bevor du tankst.
Steckdosen
Die gängigsten Steckertypen sind Typ D und C.
Sprache
Die Amtssprache in Namibia ist Englisch. Außerdem sind Afrikaans und Deutsch weit verbreitet.

Namibia ist ein Land der Kontraste: Von der rauen, weiten Wüstenlandschaft bis hin zur beeindruckenden Tierwelt – hier findest du Abenteuer, aber auch die nötige Ruhe, um einfach mal abzuschalten. Du kannst es kaum erwarten, Namibia selbst zu erleben? Schau dir unsere Touren an oder stell dir dein ganz persönliches Abenteuer zusammen!

