Unsere Küsten waren schon immer Orte für Spaß, Entspannung und eine traumhafte Kulisse. Doch wie jeder andere natürliche Lebensraum im modernen Zeitalter sind auch sie im Wandel. Heute stehen unsere Küsten unter Druck: Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung, Überfischung, der Klimawandel und Naturgefahren setzen ihnen zu.
Ganz im Sinne des Viatu-Ethos (und passend zum internationalen Coastal Clean-Up Day Ende des Monats!) widmen wir uns heute unseren Küsten und den nachhaltigen Geschichten, die sich dort abspielen.
Also, ohne langes Vorgeplänkel: Lass uns ins Thema eintauchen… 💭
Unser Binge-Tipp für September: Penguin Town
„Es gibt eine Menge Filme über Pinguine.“
Diesen Monat reisen wir ganz in den Süden, in den Küstenort Simon’s Town in Südafrika. Dieses kleine Juwel am Meer ist für vieles bekannt: riesige Felsbrocken, die südafrikanische Marine und – du hast es erraten – Pinguine!
Seit 1985 lebt am berühmten Boulders Beach eine Kolonie von Brillenpinguinen. Sie sind eine von nur drei Pinguin-Populationen auf dem südafrikanischen Festland.
Jeden Sommer erobern die Pinguine Strände, Straßen und sogar Parkplätze, um zu brüten. Dabei bringen sie den Ort mit ihren oft urkomischen Eskapaden fast zum Stillstand: Sie verursachen Staus, watscheln durch Picknicks und sorgen für allgemeines Chaos. Die Serie zeigt die Vögel an vielen ungewöhnlichen, urbanen Orten und illustriert gleichzeitig, was passiert, wenn verletzte Pinguine aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen werden. Im Mittelpunkt stehen drei Pinguin-Paare bzw. Individuen: das erfahrene Paar „The Bougainvilleas“, die frisch verheirateten „The Culverts“ und „Junior“, ein junger Vogel, der zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist.
Der Nachhaltigkeitsfaktor
Gesamt: 3/5
Nachhaltigkeit spielt in Penguin Town eine große Rolle – vor allem, wenn es um den Überlebenskampf dieser bedrohten Pinguine geht. Ein Großteil der Nachhaltigkeits-Debatte ergibt sich aus der zentralen Erzählung. Leider haben kommerzielle Fischerei, Meeresverschmutzung und die Zerstörung von Lebensräumen der lokalen Kolonie über die Jahre stark zugesetzt. 1910 gab es schätzungsweise noch 1,5 Millionen Brillenpinguine; ein Jahrhundert später wurde der Wasservogel als gefährdete Art eingestuft. 1982 waren nur noch zwei Brutpaare übrig. Dank unglaublicher Schutzbemühungen ist die Kolonie am Boulders Beach in den letzten Jahren jedoch auf über 3.000 Tiere angewachsen. Wenn dich das Schicksal bedrohter Arten interessiert, besonders wenn sie immer wieder mit Menschen in Kontakt kommen, ist das die richtige Serie für dich.
Insgesamt geben wir der Serie eine 3 auf unserer Nachhaltigkeitsskala. Ökonomische Faktoren werden kaum thematisiert, aber soziale und ökologische Aspekte stehen im Zentrum der Geschichte. Auch wenn die Serie nicht direkt zum Handeln aufruft, regt sie doch sehr zum Nachdenken darüber an, wie wir harmonischere Räume schaffen können, in denen unsere Tierwelt überleben und gedeihen kann.
Das Viatu-Review
Themen
Die großen Nachhaltigkeitsthemen sind allgegenwärtig, mit klaren Schwerpunkten auf Klimawandel, Urbanisierung und Tierwelt. Und auch wenn Penguin Town auf den ersten Blick nur eine weitere gemütliche TV-Serie zu sein scheint, fängt sie den Geist der Pinguine perfekt ein. Diese Geschöpfe fallen hunderte Male hin und legen auf ihren kurzen Beinen nur winzige Strecken zurück – aber sie geben niemals auf.
Produktion
Patton Oswalt führt als Erzähler durch die Show und sorgt für ein entspanntes, unterhaltsames Erlebnis. Viele Naturdokus nehmen sich selbst viel zu ernst, was sie oft schwer verdaulich macht, es sei denn, man ist ein absoluter Fan der gezeigten Tiere. Penguin Town folgt der Tradition, dass diese Tiere – und in diesem Fall auch die Menschen, die mit ihnen interagieren – nicht nur majestätisch, sondern auch lustig sein können. Informieren und unterhalten ist hier der Schlüssel, und die Serie zeigt uns eine Seite der Pinguine, die wir so noch nie gesehen haben.
Was die Serie besonders macht
Wie macht man eine achtteilige, vierstündige Doku-Serie über Pinguine spannend? Man macht sie zu Charakteren! Viele Naturfilme tun das. Aber Penguin Town geht einen Schritt weiter und gibt jedem Charakter eine eigene Persönlichkeit und Hintergrundgeschichte. Einen Pinguin beim Namen zu nennen ist eine Sache, aber ein Paar „The Bougainvilleas“ zu taufen, ist noch mal eine andere Hausnummer. Juniors Kampf, seine letzten Babyflaum-Federn loszuwerden, und der Revierstreit der Culverts mit den anderen Pinguinen machen die Serie absolut fesselnd. Wenn dann doch mal etwas Tragisches passiert (es ist schließlich eine Natur-Doku), sind wir emotional viel stärker involviert, nachdem wir fast vier Stunden mit diesen liebenswerten, flugunfähigen Vögeln verbracht haben.
Netflix & Change im September steht ganz im Zeichen inspirierender Unterhaltung. Nur wenig kann mit der Widerstandsfähigkeit der Tierwelt angesichts so vieler wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen mithalten. Wenn dich das nicht inspiriert, was dann?
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