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Netflix & Change: Die Ausgabe vom Oktober 2021

Daryll Williams
von Daryll Williams
Veröffentlicht am 1. Oktober 2021
4 Minuten Lesezeit
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Wenn wir über den Klimawandel sprechen, mag es dich überraschen, wie unbequem und unangenehm die Wahrheit ist: Die industrielle Tierhaltung trägt massiv zur globalen Umweltkatastrophe bei, vor der wir aktuell stehen.

Das Thema Nachhaltigkeit und der Konsum von tierischen Produkten sind untrennbar miteinander verbunden. Und obwohl die Debatte darüber, was wir essen, schon lange geführt wird, ist ein echter Wandel längst überfällig.

Wir haben beschlossen, nicht länger zu warten. Also, lass uns in Bewegung bleiben 🐮

Unser Binge-Tipp für Oktober: Cowspiracy

„Die industrielle Tierhaltung ist die Hauptursache für Entwaldung, Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung. Sie treibt die Zerstörung der Regenwälder, das Artensterben, den Verlust von Lebensräumen, die Bodenerosion, die ‚Todeszonen‘ in den Ozeanen und so gut wie jedes andere Umweltproblem voran. Und dennoch geht es fast ungehindert weiter.“

Laufzeit: 90 Minuten

Diesen Monat setzen wir auf Inhalte, die zum Nachdenken anregen. Die Art von Film, die noch lange nach dem Ausschalten im Kopf bleibt und unsere Gespräche nachhaltig prägt. Und passenderweise ist Cowspiracy – trotz des etwas augenzwinkernden Titels – eine der erschütterndsten Dokumentationen, die wir seit Langem gesehen haben.

Obwohl der Film bereits 2014 erschien, wirkt er so aktuell und relevant, als wäre er gestern gedreht worden. Schließlich ist die zentrale Frage „Was ist die Hauptursache des Klimawandels?“ heute wichtiger denn je.

Der Titel dieses visionären Werks, bei dem Kip Andersen und Keegan Kuhn Regie führten und das in der überarbeiteten Version von Leonardo DiCaprio produziert wurde, spielt bewusst auf eine Verschwörung an. Doch die größte Stärke des Films liegt im Storytelling, das sich um Andersens persönliche Reise auf der Suche nach der Wahrheit dreht.

Der Nachhaltigkeitsfaktor

Gesamtbewertung: 4/5

Alles begann damit, dass Andersen Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ sah. Von da an war er vom Umweltschutz besessen. Er dachte, er würde einen Unterschied machen, indem er ultra-kurz duschte, obsessiv recycelte, mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr und das Licht ausschaltete, wenn er den Raum verließ. Andersen arbeitete hart daran, seinen CO2-Fußabdruck zu verringern. Doch er fragte sich oft: „Angesichts der ökologischen Krisen auf unserem Planeten – würde es wirklich ausreichen, wenn jeder von uns diese kleinen Gewohnheiten annimmt?“

Dann stieß er auf einen Post eines Freundes: Ein Bericht der Vereinten Nationen besagte, dass die Viehzucht mehr Treibhausgase produziert als der gesamte Verkehrssektor. Ihm wurde klar, dass sein persönlicher Einsatz im Vergleich zu den Emissionen durch eine Ernährung, die auf Tierhaltung basiert, kaum ins Gewicht fiel. Der Rest ist Geschichte.

Die Co-Produzenten Kip Andersen und Keegan Kuhn argumentieren, dass unsere Aufmerksamkeit für einzelne Umweltthemen kollektiv nichts bewirken wird, solange wir uns nicht den Realitäten der industriellen Tierhaltung stellen. Ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind so allgegenwärtig, dass Fortschritte an anderer Stelle kaum gegen die zerstörerische Wirkung ankommen.

Die Lösung ist ein wahrer Traum für Umweltschützer: Sie erfordert kein politisches Geld, keine Konzernentscheidungen, keine neuen Ernährungsrichtlinien und keine Steueranreize. Wenn wir Fleisch, Milchprodukte und Eier essen, befeuern wir diese Katastrophe. Echter Wandel passiert in dem Moment, in dem wir uns gegenseitig davon überzeugen, unser Essverhalten zu ändern.

Das Viatu-Fazit

Themen:

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Der Film thematisiert explizit die kognitive Dissonanz, die mit der Haltung von Tieren als Nahrungsmittel einhergeht. Er berührt Ethik und Gesundheit, bleibt aber fest bei seinem Hauptthema: der Zerstörung unseres Planeten. Die Interviews im Film lesen sich wie ein „Who is Who“ der Tierrechtsaktivisten, darunter Will Potter, Howard Lyman, Will Tuttle, Richard Oppenlander und Michael Klaper.

Produktion:

Mit einer gelungenen Mischung aus Grafikdesign, Undercover-Recherchen und spannenden Interviews hält Cowspiracy über die gesamten 90 Minuten ein konstantes Tempo. Ein abwechslungsreiches und fesselndes Erlebnis.

Was ihn besonders macht:

Da immer mehr vegane Alternativen auf den Markt kommen, wird es einfacher, sich umweltfreundlicher zu ernähren. Wenn wir die Auswirkungen der Massentierhaltung erst einmal verstanden haben, ist es gut vorstellbar, dass wir in Zukunft auf unseren heutigen Fleischkonsum zurückblicken und uns – ähnlich wie beim Rauchen – fragen, warum wir das jemals getan haben. Dieser Film ist wirkungsvoll und hat das Potenzial, eine ganze Generation dazu zu inspirieren, das Richtige für unsere Gesundheit und den Planeten zu tun. Schau ihn dir an.

Netflix & Change ist eine Einladung zum Nachdenken. Wie können wir weiterhin Veränderungen anstoßen, die wirklich etwas bewirken? Wie genießen wir unseren Planeten, ohne dabei Spuren zu hinterlassen? Das ist eine ewige Frage, die wir uns bei Viatu jeden Tag aufs Neue stellen.

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