Language

Netflix & Change: Die Ausgabe vom November 2021

Daryll Williams
von Daryll Williams
Veröffentlicht am 1. November 2021
4 Minuten Lesezeit
Video thumbnail

Korallenbleiche ist eine Stressreaktion von Korallen auf steigende Meerestemperaturen – ein Thema, das in letzter Zeit immer häufiger diskutiert wird. Von Podcasts bis hin zu TV-Sendungen gibt es viele Formate, die darüber aufklären. Wie viele andere sind auch wir erst durch einen Netflix-Vorschlag so richtig auf die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf dieses Ökosystem aufmerksam geworden.

Bereit für dein monatliches Update zu aktuellen Themen? 🌊👀

November-Binge: Chasing Coral

„Alles auf unserem Planeten ist miteinander verbunden.“

Laufzeit: 89 Minuten

„Chasing Coral“ wurde von Jeff Orlowski gedreht und von Exposure Labs produziert. Im Kern erzählt der Film die Geschichte der Korallenbleiche und wie wichtig (und schwierig) es ist, solche Sorgen einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen.

Die Dokumentation enthüllt einen fantastischen Kosmos auf unserem Planeten. Schnell wird klar: Korallen sind weit mehr als nur die bunte Kulisse aus „Findet Nemo“. Als grundlegender Bestandteil des Riff-Ökosystems bestehen Korallen aus winzigen Strukturen, den Polypen. Sie beherbergen Algen – pflanzenähnliche Organismen –, die die Korallen durch Photosynthese mit Nahrung versorgen. Diese bemerkenswerte Partnerschaft zerbricht jedoch, wenn die Organismen unter Stress geraten. Wie der Film zeigt, starben 2016 erschütternde 29 % der Korallen am Great Barrier Reef. Wenn wir nicht handeln, wird die globale Erwärmung diese leuchtende, lebendige Welt in einen geisterhaften Friedhof verwandeln.

Der Nachhaltigkeitsfaktor

Gesamturteil: 4/5

Korallenriffe gehören zu den leuchtendsten Anblicken, die du jemals sehen wirst. Sie wirken wie Blumen, Gehirne oder Saugnäpfe; viele von ihnen strahlen in so wilden, psychedelischen Farben, dass sie kaum in einen Regenbogen passen würden. Was „Chasing Coral“ so gut gelingt, ist der Kontrast: Die lebendigen, prachtvollen Bilder werden direkt den abgestorbenen Korallen gegenübergestellt – weite Flächen aus steingrauem Fossil, deren ehemalige Tentakel wie tote Finger in die Höhe ragen.

Wenn du schon einmal beim Schnorcheln warst, bist du sicher schon auf solche Korallenfriedhöfe gestoßen. Aber erst jetzt wird dir bewusst, dass du dort keine Unterwasser-Gesteinsformationen gesehen hast, sondern Skelette.

Korallen mögen die Ruhe von Pflanzen ausstrahlen, aber eigentlich sind sie Tiere, die sich selbst ernähren. Sie sind buchstäblich das Fundament des Lebens. Wenn sie vom Meeresboden verschwinden – was sie gerade tun –, haben wir alle ein gewaltiges Problem.

Das Viatu-Review

Themen

In vielerlei Hinsicht ist „Chasing Coral“ eine Liebeserklärung an das Überleben unseres Planeten. Wie viele großartige Dokumentationen verpackt der Film Informationen in eine spannende Abenteuergeschichte, während er gleichzeitig die Folgen des Klimawandels aufdeckt und den gesamten Prozess der Korallenbleiche verständlich macht. Der Film beleuchtet auch die Hindernisse bei den Dreharbeiten. In einem Interview betont Dr. John „Charlie“ Veron, ein Experte für Korallen und Riffe, dass Ausdauer und Aufklärungsarbeit oberste Priorität haben – besonders für die junge Generation. Auch wenn die Aufnahmen nur an wenigen Orten wie Lizard Island entstanden sind, wird das Ausmaß des Problems deutlich. Über 500 Menschen aus aller Welt haben sich zusammengetan, um dieses Projekt zu unterstützen und die Veränderungen zu dokumentieren. Die zentrale Botschaft: Es ist noch nicht zu spät, aber wir müssen alle verfügbaren Mittel nutzen, um etwas zu bewegen.

Produktion:

Die Mischung verschiedener Elemente zieht die Zuschauer direkt in die Geschichte. Die Hauptdarsteller, darunter Richard Vevers und Zackery Rago, erzählen von ihren Gedanken während des gesamten Prozesses. Das verleiht dem Film eine persönliche, emotionale Note. Es bricht einem das Herz, den Korallen beim Sterben zuzusehen, doch man spürt den Zusammenhalt und die Unterstützung innerhalb des Teams durch den Bildschirm hindurch. Zudem liefern die Interviews wissenschaftliche Einblicke in die Welt der Korallenriffe. Die Kombination aus Luft- und Unterwasseraufnahmen sowie mikroskopischen Korallenfotos verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Ebene und zeigt die Komplexität und Schönheit dieses Ökosystems. Ein Fest der Farben und Arten, das eine wunderbare Landschaft offenbart.

Was ihn besonders macht:

„Chasing Coral“ ist ein eindrucksvoller und zum Nachdenken anregender Film, der mit einer optimistischen Note endet. Wir finden ihn sehr inspirierend, da er ein entscheidendes Thema für die Gesundheit unserer Ozeane anspricht und unterstreicht, wie dringend wir handeln müssen. Wir empfehlen ihn jedem, der mehr über Korallenriffe und die katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung erfahren möchte.

Die November-Ausgabe von Netflix & Change steht ganz im Zeichen der Aufklärung. Es ist möglich, das Korallenleben durch Veränderungen im menschlichen Verhalten wiederherzustellen. Doch das beginnt mit dem Bewusstsein für das Problem.

Werde Teil unserer Nachhaltigkeits-Revolution auf Instagram.