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Frauen, die die Reisebranche verändern

Daryll Williams
von Daryll Williams
Veröffentlicht am 16. September 2021
7 Minuten Lesezeit

Viel zu lange wurden viele Berufsfelder von Männern dominiert – und die Reisebranche bildet da keine Ausnahme. Ob bei der Planung von Routen oder als Tourguide: Führungspositionen waren für Frauen oft schwerer zu erreichen.

Doch das ändert sich gerade grundlegend, was das Reisen für uns alle zu einem viel bedeutungsvolleren Erlebnis macht. Lies weiter und lerne die Frauen kennen, die die Reisebranche aufmischen. Egal, ob sie direkt vor Ort mit lokalen Communities arbeiten oder aus der Ferne technologische Fortschritte vorantreiben: Ihre Tätigkeitsfelder sind vielfältig, aber ihr Einfluss ist gleichermaßen beachtlich.

Bildnachweis: people.com

Behati Prinsloo Die Influencerin

Als gebürtige Namibierin nutzt das Model und Umweltaktivistin ihre große Reichweite, um auf den Tierschutz in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Behati Prinsloo kennt sich auf dem Laufsteg aus – und damit meinen wir nicht nur den in Namibia. Als Supermodel für einige der bekanntesten Marken der Welt setzt Behati ihre Plattform ein, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass auch kommende Generationen Afrika und seine Tierwelt erleben können. Genau wie sie selbst, als sie nur eine Stunde vom Etosha National Park entfernt aufwuchs. Mit über 6 Millionen Followern auf Instagram findet sie weltweit Gehör. Behati ist Botschafterin für „Save The Rhino Namibia“ und nutzt ihre Stories und Posts regelmäßig, um Spenden zu sammeln und sich für die bedrohte Tierart einzusetzen.

Twitter: @BeePrinsloo Instagram: @behatiprinsloo

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Bildnachweis: Wildlife Films

Beverly Joubert – Die Naturschützerin

Seit ihren Anfängen als Filmemacherin stellt Beverly Joubert den Schutz der Tierwelt in den Mittelpunkt all ihres Schaffens.

Bisher wirkte sie an über 25 Filmen mit – darunter Werke wie „Eye of the Leopard“ und „Eternal Enemies“ –, die maßgeblich dazu beigetragen haben, auf den Überlebenskampf von Afrikas bekanntesten Tierarten aufmerksam zu machen. Während sie sich in den letzten Jahren vor allem der Tierfotografie widmet, liegt ihr wirkungsvollstes Engagement in den Naturschutzprojekten, die sie mit ins Leben gerufen hat und die sie bis heute in Südafrika, Botswana und Namibia vorantreibt.

Website: https://beverlyjoubert.com/  Instagram: @beverlyjoubert

Amanda Ho ist die Gründerin von Regenerative Travel

Bildnachweis: Tatler

Amanda Ho – Die Gründerin

Amanda Ho ist Mitgründerin von Regenerative Travel, einer Buchungsplattform für die „Regenerative Resorts“-Kollektion – eine Auswahl an inhabergeführten Eco-Luxury Boutique Hotels.

Laut Ho hat sich jede dieser Unterkünfte den „höchsten Standards für sozialen und ökologischen Einfluss“ verschrieben.

Während sich die Welt nach den Lockdowns wieder öffnet, stellen sich Reisende wie Branchenprofis dieselbe Frage: Wie kann Reisen besser, bedeutungsvoller und nachhaltiger werden? Oder noch einen Schritt weiter gedacht: Wie kann Reisen die Umwelt und die Gemeinden, die wir besuchen, sogar aktiv verbessern? Das Konzept des regenerativen Reisens setzt auf Praktiken, die den Klimawandel nicht nur verlangsamen, sondern umkehren sollen.

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/amandahonyc   Instagram: @amandahonyc

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Bildnachweis: The Namibian

Melba Tjahere – Die Inhaberin

Melba Tjahere ist die Inhaberin des Otjikaendu Den Restaurants in Windhoek. Bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, sammelte sie in verschiedenen Restaurants in ganz Windhoek wertvolle Erfahrungen, unter anderem im M&Z Restaurant.

Angefangen hat alles ganz klein: Melba verkaufte abends und an den Wochenenden Essen von zuhause aus. Doch 1991 änderte sich alles, als sie ihr eigenes Business gründete – anfangs nur mit ihren zwei Töchtern an ihrer Seite. Mit viel Herzblut, harter Arbeit und einem knappen Budget schaffte sie es, ihren Töchtern das Studium zu finanzieren. Bis 2013 war das Otjikaendu Den auf ein Team von 17 Mitarbeitern angewachsen. Für ihren Einsatz wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2002 als „Business Woman of the Year“ und 2007 als „Traditional Chef of the Year“.

Heute verwöhnt Melba weiterhin sowohl Firmenkunden als auch Touristen, die auf der Suche nach authentischen, regionalen Gerichten sind.

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Bildnachweis: Natural Habitat Adventures

Pascolena Florry – Die Managerin

Pascolena Florry, von allen liebevoll Lena genannt, wurde in Südafrika geboren und wuchs auf einer Farm in der Torra Conservancy in Namibia auf. Nach bescheidenen Anfängen startete Lena 1997 als Kellnerin bei Wilderness Safaris und legte seitdem eine beeindruckende Karriere hin.

Für ihre herausragende Arbeit wurde Lena 2003 mit dem „Hospitality Association Namibia (HAN) Personality Award“ geehrt – eine Auszeichnung für Menschen im Tourismussektor, die sich besonders für die Gastfreundschaft und das Image des Landes einsetzen.

Heute ist Lena das Bindeglied zwischen Wilderness Safaris und den lokalen Gemeinden, die als Partner an den Damaraland Adventurer, Doro Nawas und Desert Rhino Camps beteiligt sind. Sie stößt lokale Projekte an, empfängt Journalisten sowie Reisevermittler und nimmt an den Treffen der Gemeinde teil. Es ist ihr ein echtes Anliegen, die Menschen vor Ort über den Camp-Betrieb zu informieren und ihnen zu zeigen, wie sie als Stakeholder aktiv mitgestalten können.

Women of Wilderness: https://wilderness-safaris.com/blog/posts/women-of-wilderness-pascolena-florry

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Bildnachweis: Geo News

Netumbo Nandi-Ndaitwah – Die Ministerin

Netumbo Nandi-Ndaitwah war von 2010 bis 2012 Namibias Ministerin für Umwelt und Tourismus.

Als Aktivistin mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur sind ihr die Themen, die Frauen und die Umwelt betreffen, bestens vertraut – und Herausforderungen hat sie noch nie gescheut. Ihr fundiertes Wissen über die Tourismusbranche und ihr Einsatz für eine Umweltpolitik, die das Leben von Frauen nachhaltig verbessert, haben sie zu einer echten Ikone gemacht.

Bei einer Veranstaltung zu Ehren von Frauen im namibischen Tourismus betonte sie einmal, dass die Branche nicht nur einen riesigen Beitrag zum BIP leistet, sondern auch die Kraft hat, die Gesellschaft zu verändern. Sie hob besonders den entscheidenden Wandel in Sachen Gleichberechtigung hervor und fügte hinzu: „Wir müssen unsere Träume teilen, damit daraus etwas Bleibendes entsteht. Wir müssen andere inspirieren und stärken, denn Inspiration ist keine Einbahnstraße.“

Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Netumbo_Nandi-Ndaitwah

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Bildnachweis: Windhoek Express

Maggy Mbako – Die Führungskraft

Maggy Mbako ist Public Relations Executive beim Namibia Tourism Board. Sie ist längst für ihr angeborenes Talent bekannt, Geschichten zu erzählen und Wissen zu teilen.

In ihrer Rolle bei der Organisation fungiert sie als Schnittstelle zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor, um die nationale Tourismuspolitik des Landes voranzutreiben.

In einer Rede über Frauen im namibischen Tourismus erklärte sie: „Der namibische Tourismussektor ist für viele Frauen – ob auf dem Land oder in der Stadt – zu einer Quelle der Stärkung geworden. Heute sehen wir eine ganze Riege engagierter Frauen in verschiedensten Positionen innerhalb der Branche. Viele von ihnen sind zu Hoffnungsträgern und Impulsgebern für ihre Familien, ihre Gemeinden und das ganze Land geworden.“

Sie schloss mit den Worten: „Unsere Stimmen verdienen es, laut und deutlich gehört zu werden! Lasst uns Frauen die Tourismusbranche voranbringen; unser Einfluss muss noch größer werden, als er heute schon ist!“

LinkedIn: https://na.linkedin.com/in/maggy-mbako-17983941 

Twitter: @MaggyMbako

Bildnachweis: The Goldman Environmental Prize

Margaret Jacobsohn – Die Umweltschützerin

Margaret Jacobsohn wurde 1993 für ihren Einsatz beim Schutz der Tierwelt im ländlichen Namibia mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet.

Margaret Jacobsohn ist eine renommierte namibische Autorin, Anthropologin und Spezialistin für gemeindebasierte Naturschutzprojekte. Kurz vor der Unabhängigkeit Namibias gründete sie 1989 gemeinsam mit Garth Owen-Smith die NGO „Integrated Rural Development and Nature Conservation“. Sie kämpft seit Langem gegen die illegale Jagd, die Arten wie das Spitzmaulnashorn und den Wüstenelefanten fast ausgerottet hätte, und setzt sich leidenschaftlich für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der lokalen Bevölkerung ein. 1993 erhielt sie den Goldman Environmental Prize – eine Auszeichnung, die das Engagement von Umweltschützern an der Basis würdigt.

Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Margaret_Jacobsohn

Bildnachweis: TED

Dr. Moreangels Mbizah – Die Biologin

Dr. Moreangels Mbizah ist die Gründerin von Wildlife Conservation Action. Ihr Ziel: die Artenvielfalt schützen, das Zusammenleben von Mensch und Tier fördern und lokale Gemeinschaften stärken.

Ihr Weg führte sie vom Lowveld in Simbabwe bis an die Universität Oxford und wieder zurück – dabei betont sie immer wieder, wie wichtig vielfältige Ansätze im Naturschutz sind. 2018 wurde ihre Arbeit mit Löwen in dem National Geographic Kurzfilm „One Woman’s Remarkable Journey to Protect Lions“ gewürdigt. 2019 erhielt sie ein TED-Stipendium und sprach in ihrem TED-Talk darüber, wie Naturschutz durch lokale Gemeinschaften Wildtiere retten kann. Moreangels ist zudem Mandela Washington Fellow und setzt sich leidenschaftlich dafür ein, die nächste Generation von Naturschutz-Führungskräften in Afrika zu inspirieren und zu fördern.

Twitter: @MoreangelsM

TED Talk: https://www.ted.com/talks/moreangels_mbizah_how_community_led_conservation_can_save_wildlife

Mehr Geschlechtergerechtigkeit

Ob bei der Planung von Reiserouten oder als Tourguides – für Frauen war es lange Zeit schwierig, in der Branche Fuß zu fassen. Doch das ändert sich langsam.

Frauenförderung, intersektionale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind feste Grundpfeiler der Philosophie von Viatu. Wenn du nach einem Urlaub suchst, der genau diesen Wandel unterstützt, bleib bei unseren neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden.