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Der ultimative Guide für nachhaltiges Reisen

Jessica Tyrrell
von Jessica Tyrrell
Veröffentlicht am 25. Mai 2021
10 Minuten Lesezeit

Dieser ganzheitliche Guide soll dich als mutigen Reisenden darauf vorbereiten, ein echter Profi in Sachen nachhaltigem und verantwortungsbewusstem Reisen zu werden. Nachhaltiger Tourismus unterscheidet sich vom Ökotourismus dadurch, dass er nicht nur die Umwelt im Blick hat. Nachhaltiges Reisen ist vielschichtig und bezieht auch soziale und wirtschaftliche Aspekte mit ein. Es geht darum, an unseren Planeten und die Menschen zu denken und sich bewusst zu machen, welche Spuren wir hinterlassen.

Damit wir die Menschen und Orte, die wir besuchen, nicht negativ beeinflussen, sollten wir uns als verantwortungsbewusste Touristen verhalten – und wie das geht, zeige ich dir in diesem Guide.

Touristen bei Elefanten

Kultur & Menschen

Wir glauben an die wechselseitige Kraft des Reisens – bei der die lokale Gemeinschaft durch wirtschaftliche Entwicklung und kulturellen Austausch profitiert, während du als Reisender durch das Erlebnis bereichert und verändert wirst. Geleitet von Respekt und Neugier, sieht das Versprechen verantwortungsbewusster Reisender gegenüber den Einheimischen und ihren Bräuchen in etwa so aus: 

Ich verspreche, mich vorab über die lokale Kultur meines Reiseziels zu informieren und meine Gastgeber, ihre Lebensweise und ihre Kleidungsvorschriften zu respektieren. 

Wenn du die Religion, Kultur und Gepflogenheiten deines Gastlandes achtest, machst du deine Reise um einiges authentischer. Sei dir bewusst, dass Reisen dir eine Lebensweise zeigt, die anders ist als deine eigene. 

Maasai-Krieger
Lachende Kinder
Zulu-Krieger
Himba-Frauen

Der Knigge für respektvolles Reisen:

1. Kleide dich angemessen

Informiere dich vor deiner Reise über die lokale Religion und Kultur und wähle deine Kleidung entsprechend aus. In konservativen Ländern solltest du auf kurze Röcke, Bikinis oder freizügige Kleidung verzichten – besonders an religiösen oder kulturellen Stätten.

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2. Frag vor dem Fotografieren

Einheimische und ihre Häuser sind keine Museumsexponate. Es sind Menschen, die vielleicht nicht fotografiert werden möchten. Frag also immer erst nach, bevor du jemanden ablichtest, und biete gegebenenfalls ein kleines Trinkgeld an. Das ist besonders wichtig, wenn du planst, die Fotos kommerziell zu nutzen.

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3. Sei respektvoll und aufmerksam gegenüber Einheimischen

Grüße, bedanke dich und zolle den Menschen Anerkennung, in deren Land du zu Gast bist.

Lerne vor deiner Ankunft ein paar Sätze in der Landessprache, wie zum Beispiel:

  • Danke

  • Bitte

  • Hallo

  • Auf Wiedersehen

  • Sprechen Sie Englisch?

Das zeigt dein ehrliches Interesse an der lokalen Kultur und macht dich als Reisenden viel authentischer. Apps wie Duolingo, YouTube oder ein klassischer Sprachführer helfen dir dabei, die Basics zu lernen!

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Außerdem: Feilsche nicht zu extrem und drücke Einheimische nicht im Preis, da der Verkauf oft ihre einzige Einnahmequelle ist. Überlass älteren Menschen oder Schwangeren im Bus oder Zug deinen Sitzplatz und biete Hilfe an, wenn sie jemand braucht.

4. Respektiere die lokale Etikette

Informiere dich vorab über Traditionen und Gesten, denn manche Handzeichen oder Körpersprache können vor Ort unangebracht sein. Das betrifft Begrüßungen, das Essen, wie man Zuneigung zeigt, die Art zu sprechen und sogar das Trinkgeld! Hier findest du einen hilfreichen Guide zur kulturellen Etikette in Afrika.

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5. Iss lokal und unterstütze die Region

Wenn du auf internationale Restaurantketten verzichtest und stattdessen lokal isst, stärkst du die Wirtschaft vor Ort. Die lokale Küche ist oft nicht nur richtig lecker und günstig, sondern setzt auch auf regionale Zutaten. Probier dich einfach mal durch Street Food, kleine Restaurants und Food Markets. Das Gleiche gilt für Souvenirs: Kauf Kunsthandwerk direkt bei den Machern. So stellst du sicher, dass der Gewinn auch wirklich bei ihnen landet. Ein weiterer Pluspunkt für dein Gewissen: Durch den Kauf lokaler Produkte sparst du dir die CO2-Emissionen, die sonst durch internationale Lieferketten entstehen würden.

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6. Engagiere dich bei ethischen, lokalen Hilfsprojekten

Freiwilligenarbeit bei lokalen Non-Profit-Organisationen ist eine tolle Möglichkeit, etwas an die Community zurückzugeben. Du unterstützt damit direkt die Menschen und Kinder vor Ort. Aber Achtung: Recherchiere vorher gründlich, denn leider gibt es auch Organisationen mit zweifelhaften Absichten.

Außerdem: Kurze Einsätze (unter 6 Monaten) können oft mehr schaden als helfen. Überleg dir also gut, ob du dich langfristig binden kannst. Wenn nicht, informiere dich lieber im Vorfeld und spende gezielt an seriöse Organisationen. Du willst schließlich nicht so enden wie die White Saviour Barbie in Afrika.

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Umwelt

Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Verantwortungsbewusstes Handeln fängt bei deinem Verhalten und Konsum an. Mit dem „Eco-Trend“ ist allerdings auch das Phänomen des „Greenwashings“ aufgekommen. Dabei schmücken sich Unternehmen oder Produkte mit grünen Versprechen, die oft haltlos, irreführend oder schlicht übertrieben sind. Damit du den Durchblick behältst, check unsere Tipps und unsere Top 5 Sustainable Travel Hacks.

Plastikmüllhalde
Im Wasser treibendes Plastik
Industrieverschmutzung
Abholzung in Afrika

1. Plastik (und einige Alternativen) ablehnen

Einige Länder haben Plastik komplett verboten, doch nicht alle sind darauf vorbereitet oder können ihren Müll richtig verwalten. Denk daran: Manche Plastikalternativen sind für unseren Planeten kaum besser. Leiste deinen Beitrag, indem du Plastik – und auch bestimmte Alternativen, wie unten beschrieben – einfach ablehnst, wenn sie dir angeboten werden, etwa im Supermarkt, auf dem Markt oder im Café.

Ein großes Thema ist Greenwashing bei der Vermarktung von Plastikersatz. Es kursieren viele Unwahrheiten über diese „umweltfreundlichen“ Produkte. Papiertüten für deine Einkäufe sind zum Beispiel alles andere als ökologisch. Die Herstellung verursacht sogar mehr CO2-Ausstoß als die Produktion von Plastiktüten! Setz lieber auf eigene, wiederverwendbare Taschen aus Naturfasern wie Hanf.

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Das Problem bei Plastikalternativen liegt oft weniger am Produkt selbst als an der Entsorgung – achte also darauf, sie richtig zu entsorgen.

Biologisch abbaubare Produkte

Damit ein Produkt zu 100 % biologisch abbaubar ist, muss es aus nachhaltigen Materialien oder pflanzlichen Nebenprodukten (wie Maisstärke oder Zuckerrohr) bestehen. Diese Produkte zersetzen sich jedoch nicht auf Mülldeponien, da sie für den Abbau ganz bestimmte Bedingungen in Bezug auf Hitze, Bakterien und Druck benötigen. Da diese kontrollierten Bedingungen auf einer Deponie nicht herrschen, bringt es nichts, sie in den normalen Müll zu werfen – das ist genauso schädlich wie herkömmlicher Kunststoff. Biologisch abbaubare Produkte müssen direkt in eine Recyclinganlage oder auf einen gewerblichen Kompost gelangen, damit sie sich erfolgreich in organisches Material zersetzen können. Typische Beispiele sind biologisch abbaubare Einweg-Wasserflaschen, Plastiktüten, Strohhalme, Kaffeebecherdeckel und Becher.

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Kompostierbare Produkte

Ähnlich verhält es sich mit Produkten, die als kompostierbar gekennzeichnet sind – sie bestehen oft aus Pflanzen, Maisstärke, Bagasse oder PLA-Kunststoff. Auch sie zerfallen in natürliche Bestandteile, allerdings nur unter Kompostbedingungen und nicht auf einer Mülldeponie. Kompostierbare Produkte zersetzen sich zu nährstoffreichem Material, das ideal für den Boden ist, und das deutlich schneller als biologisch abbaubare Produkte. Da kompostierbare Produkte nicht recycelt werden können, solltest du sicherstellen, dass sie am Ende wirklich auf einem Komposthaufen landen.

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Abbaubare Produkte

Abbaubare Produkte basieren meist auf Erdöl und zersetzen sich durch chemische Reaktionen, nicht organisch durch Mikroorganismen wie die beiden oben genannten Kategorien. Abbaubare Produkte, wie etwa viele Kunststoffartikel, können sich zwar auf Deponien zersetzen, verwandeln sich dabei aber nicht in organisches Material. Stattdessen zerfallen sie in winzige Teile (Mikroplastik), die die Umwelt belasten. Es ist daher besser, diese Artikel zu recyceln. Denk daran, dass nur Kunststoffe der Typen 1 (PET/PETE) und 2 (HDPE) recycelbar sind (achte auf die Zahl im Recycling-Symbol auf dem Kunststoffteil).

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Eine super Lösung für das Müllproblem ist ein Zero-Waste-Lifestyle, sofern es für dich machbar ist. Es muss nicht perfekt sein – jeder kleine Schritt zählt. Warum nimmst du die Herausforderung nicht einfach an?

2. Setz auf eine robuste, wiederverwendbare Trinkflasche

Besorg dir eine langlebige, hochwertige Trinkflasche, die du unterwegs immer wieder auffüllen kannst. Je besser die Qualität, desto länger hast du was davon – und desto weniger Plastikmüll oder falsch entsorgte Einwegflaschen landen auf der Deponie.

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3. Nutze einen wiederverwendbaren Kaffeebecher

Leg dir einen stabilen Thermobecher oder einen Mehrwegbecher für deinen Kaffee zu, anstatt ständig Einwegbecher zu nutzen. Bestehe im Café darauf, dass dein Coffee-to-go direkt in deinen Becher gefüllt wird – und frag kurz nach, ob sie ihn nicht erst in einem Einwegbecher zubereiten und dann umfüllen. Auf Deckel oder Rührstäbchen (auch die aus umweltfreundlichen Materialien) kannst du getrost verzichten.

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4. Hinterlass keinen Müll

Dieser Klassiker ist wichtiger denn je, damit Reisen auch für kommende Generationen möglich bleibt. Aktuell verursachen Overtourism und nicht nachhaltiges Reisen jährlich 4,8 Millionen Tonnen Müll – das sind 14 % des weltweiten festen Abfalls, der allein durch Touristen entsteht. Verlass jeden Ort so, wie du ihn selbst gerne vorfinden würdest. Geh noch einen Schritt weiter und sammle aktiv Müll auf, den andere liegen gelassen haben.

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5. CO2-Emissionen reduzieren und ausgleichen

Ob Flüge, Bus- oder Bootsfahrten, Souvenirs oder die Unterkunft – fast alles, was wir auf Reisen tun, hinterlässt einen CO2-Fußabdruck. Insgesamt ist der Tourismus für etwa 8 % der weltweiten Emissionen verantwortlich. Ein guter Weg, um deinen Fußabdruck klein zu halten: Fliege weniger und nutze stattdessen öffentliche Verkehrsmittel (oder geh zu Fuß). Wenn du ein Ziel anders nicht erreichen kannst, wähle Airlines, die Biokraftstoffe nutzen, Emissionen kompensieren und mit modernen, voll besetzten Maschinen fliegen. Eine tolle Möglichkeit für verantwortungsbewusste Reisende ist es, CO2-Emissionen auszugleichen oder noch besser: Klimabeiträge zu leisten. Es gibt viele zertifizierte Anbieter (schau dich am besten direkt in deinem Reiseland um), die deine Spende in nachhaltige Projekte investieren – sei es Aufforstung, Korallenschutz, Solar- und Windenergie oder Permakultur-Farmen. Wir bei Viatu übernehmen diese Klimabeiträge übrigens kostenlos für unsere Reisenden!

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6. Weniger Fleisch essen oder auf ethische Herkunft achten

Warum probierst du auf deiner Reise nicht mal vegetarisch oder vegan aus? Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern entlastet auch die Viehwirtschaft vor Ort, spart CO2 und Methan und reduziert den enormen Wasserverbrauch. „Meatless Mondays“ oder eine flexitarische Ernährung sind einfache Wege, um den Fleischkonsum zu drosseln – und jeder Schritt zählt. Fleischlose Spezialitäten im Ausland zu entdecken, macht richtig Spaß und schmeckt, versprochen! Und wenn du doch mal Fleisch essen möchtest, achte darauf, dass es aus ethischer Haltung von kleinen Bio- oder biodynamischen Betrieben stammt.

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7. Wasser sparen

Wasser ist eine kostbare Ressource – in manchen Ländern im Überfluss vorhanden, in anderen extrem knapp. Gehe deshalb überall verantwortungsbewusst damit um. Hier sind ein paar Tipps, wie du deinen Wasserverbrauch senkst:

  • Duschen statt baden

  • Maximal 5 Minuten duschen

  • Beim Zähneputzen den Wasserhahn zudrehen

  • Duschwasser im Eimer auffangen und damit die Toilette spülen

  • Handtücher mehrfach verwenden

  • Kleidung lieber auslüften, statt sie sofort zu waschen

  • Toiletten nicht als Mülleimer benutzen

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8. Buch bei nachhaltig zertifizierten Reiseanbietern und Unterkünften

Viele Reiseunternehmen und Unterkünfte haben große Fortschritte dabei gemacht, Nachhaltigkeit fest in ihr Geschäftsmodell zu integrieren. Wir empfehlen dir, vor der Buchung genau zu recherchieren, ob die ökologischen Versprechen der Anbieter auch wirklich Hand und Fuß haben.

9. Unterstütze keinen unethischen Tiertourismus

Die meisten Tierbegegnungen, die Touristen angeboten werden, sind hinter den Kulissen oft grausam. Vielleicht ist dir das nicht bewusst, aber Löwenbabys, Elefanten und Affen werden hier nicht geschützt, sondern für den wirtschaftlichen Profit ausgebeutet. Solange Touristen diese Angebote wahrnehmen, gibt es für die Betreiber keinen Grund, damit aufzuhören. Das bedeutet: Tiere werden in Gefangenschaft gezüchtet, ohne jemals ein wildes Leben führen zu können, sie werden gefügig gemacht, misshandelt und verstümmelt. Unterstütze keine Orte, die Tierbegegnungen jeglicher Art anbieten. Dazu gehören Elefantenreiten, das Streicheln von Jungtieren, Delfinreiten, Eselkarren, Spaziergänge mit Tigern, Affen an der Leine für Selfies und noch so viel mehr.

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Als Faustregel gilt:

  • Unterstütze keine Orte, an denen man wilde Tiere streicheln, mit ihnen spazieren gehen oder auf ihnen reiten kann.

  • Unterstütze keine Anbieter, die Trophäenjagd betreiben.

  • Unterstütze keine Einrichtungen, die gefährdete Arten ohne offizielle Genehmigung züchten.

  • Unterstütze Orte, die Wildtiere retten und schützen, dabei aber einen respektvollen Abstand zu den Besuchern wahren.

Weibliche Touristin beim Schnorcheln im Ozean, sie hält eine Seeigel-Schale in der Hand, im Hintergrund ein traditionelles afrikanisches Fischerboot

Viatu möchte dich dazu inspirieren, wilder, grüner und bewusster zu reisen. Wir wollen eine Community aus nachhaltig denkenden Weltenbummlern aufbauen, die ihre Reiseentscheidungen hinterfragen. Richtig angegangen, ist Reisen eine Kraft für das Gute auf der Welt – und Viatu zeigt dir gerne, wie das geht.